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Service und Ersatzteile: ASML soll Maschinen in China nicht mehr warten dürfen

Die Regierungen der Niederlande und USA planen weitere Einschränkungen für ASMLs Chinageschäft. Die würden Chinas Halbleiterbranche stark treffen.
/ Johannes Hiltscher
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ASML-Techniker arbeiten an einer Belichtungsmaschine. In China könnte ihnen das bald verboten sein. (Bild: ASML)
ASML-Techniker arbeiten an einer Belichtungsmaschine. In China könnte ihnen das bald verboten sein. Bild: ASML

Alle paar Monate zeigt die US-Regierung, dass sie Chinas Halbleiterbranche neue Steine in den Weg legen kann. Zuletzt wurde für ASML die Ausfuhr von DUV-Immersionsscannern genehmigungspflichtig - also effektiv untersagt. Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf niederländische Regierungskreise, dass bereits die nächste Verschärfung der Exportrichtlinien geplant ist - und die hat es in sich.

So soll ASML bereits verkaufte Maschinen nicht mehr warten und keine Ersatzteile mehr liefern dürfen. Das hätte zur Folge, dass die Maschinen, mit denen sich chinesische Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits eingedeckt haben , nach und nach ausfallen könnten - sofern sich kein Ersatz findet. Auch wenn die Teile möglicherweise nachgebaut werden können, dürfte es ohne Hilfe des Herstellers schwierig werden, die Maschinen auf Dauer funktionsfähig zu halten.

Auch alte Technik soll schwerer beschaffbar werden

Zudem plant die US-Regierung dem Bericht zufolge, auch den Export der einfachen DUV-Belichter ohne Immersion einzuschränken. Die Rede ist von sechs Unternehmen, darunter mit der Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC), Chinas größter Fertiger, die künftig nicht einmal mehr alte Technik kaufen könnten.

Das legt eine Überarbeitung der Listen für die Exportkontrolle des US-Handelsministeriums nahe. Der Hebel, um die Geschäfte von ASML mit chinesischen Unternehmen zu kontrollieren, wäre die sogenannte Foreign Direct Product Rule(öffnet im neuen Fenster) (FDPR). Über sie kann die US-Regierung auch ausländischen Unternehmen den Export von Produkten untersagen, sofern diese US-Technologie enthalten.

Die kommenden Änderungen der Exportrichtlinien seien, so Bloombergs ungenannte Quelle, bereits zwischen den Regierungen der USA und der Niederlande abgestimmt. Die kürzlich vollzogene Auflösung der niederländischen Regierung(öffnet im neuen Fenster) habe hierauf keine Auswirkungen.

US-Bürgern ist bereits seit Einführung der Exportbeschränkungen für Technik zur Halbleiterfertigung im Oktober 2022 nicht mehr erlaubt, für chinesische Unternehmen zu arbeiten (g+) . Das führte dazu, dass der Flash-Hersteller YMTC Mitarbeitern zur Kündigung riet .


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