Servermarkt: Torvalds glaubt, ARM habe "keine echten Vorteile"

In einer Diskussion um die Server-CPU-Plattformen von ARM äußert sich Linux-Erfinder Linus Torvalds sehr pessimistisch über die Zukunft der Prozessoren. Der Plattform fehle schlicht ein gutes Nutzungsszenario für Entwickler.

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Linus Torvalds ist für seine meinungsstarken Analysen bekannt.
Linus Torvalds ist für seine meinungsstarken Analysen bekannt. (Bild: The Linux Foundation/CC-BY 1.0)

Linux-Erfinder und -Chefentwickler Linus Torvalds glaubt nicht daran, dass eine Serverplattform auf Basis von ARM-CPUs "erfolgreich" sein wird oder gar "stabil". Das schreibt der Entwickler in einer Diskussion zu den Neoverse genannten Designs für Cloud-Server von ARM, die das Unternehmen vergangene Woche vorgestellt hat. Es gebe laut Torvalds "keine echten Vorteile für ARM".

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Der Entwickler bezieht sich mit dieser Aussage explizit auf die Verwendung von ARM-CPUs in Servern. Aus Sicht von Torvalds habe die x86-Architektur hier klare Vorteile und alle anderen Architekturen und Befehlssätze in den vergangenen Jahrzehnten verdrängt, weil Entwickler ihren Code auf der gleichen Plattform schreiben und testen, auf der dieser dann auch verteilt wird.

Torvalds beschreibt dieses Konzept lapidar mit dem Satz: "Zu Hause entwickeln, in der Cloud ausrollen". Mit "zu Hause" beziehe sich Torvalds auf die Arbeitsumgebung eines Entwicklers, was natürlich nicht wortwörtlich das Zuhause sei, aber den Punkt Torvalds unterstreichen soll. Sowohl die Entwicklungsumgebung als auch die Serverumgebung nutzen die gleiche Plattform. Für ARM fehle bisher eine "kleine günstige Kiste", die einen Markt für Kunden und Arbeitslasten überhaupt erst schaffe, bevor diese in den Serverbereich übergehen.

Entwickler bleiben Plattform treu

Begründet werden diese Überlegungen von Torvalds mit Rückgriffen auf die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte. Mit Bezug auf einfache Verfügbarkeit von x86-Rechnern zum Entwickeln "zu Hause" schreibt der Entwickler: "Das ist buchstäblich das, was passiert ist und was alle RISC-Anbieter getötet hat und x86 zum unbestrittenen Platzhirsch der Server gemacht hat".

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Eine analoge Entwicklung habe ebenso bei der Verdrängung von kommerziellen Unix-Betriebssystemen auf Servern stattgefunden. Die Entwickler nutzten "Windows und Linux, weil sie Zugriff darauf hatten. Als deren Workloads zu echten Workloads wurden, wurden sie weiterhin unter Windows und Linux ausgeführt. Sie wurden nicht auf Unix-Plattformen verschoben, auch wenn dies im Linux-Fall recht einfach gewesen wäre".

Die Unterscheidung zwischen Hard- und Software spiele für das Argument keine besonders großes Rolle. Immerhin zeigen beide Beispiele, dass eine plattformübergreifende Entwicklung "sinnlos und dumm" sei, wenn die Alternative darin besteht, einfach die gleiche Plattform zum Entwickeln und zur produktiven Nutzung zu verwenden.

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bionade24 27. Feb 2019

Das Cache I/O Problem könnte man doch durch zstd-Kompression lösen, so wie es jetzt schon...

gfa-g 27. Feb 2019

Es ist doch schon sehr erfolgreich auf mobilen Systemen. Woanders fehlen die Vorteile...

gfa-g 27. Feb 2019

Es gibt günstige Hardware. Aber nicht für 150¤ kauft eine sinnvolle...

gfa-g 27. Feb 2019

So fängt ein Entwickler üblicherweise an, als Privatmann. Es gibt gute Gründe warum...



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