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Server-Prozessor: Auf Intels Atom C folgt der Xeon D

Neue Marke, bekannte Technik: Intels Broadwell -Prozessor Xeon D rechnet effizienter als die kleinen Atom-Modelle und reicht von der Geschwindigkeit her an die großen Xeon-E5-Chips heran.
/ Marc Sauter
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Xeon D (Bild: Intel)
Xeon D Bild: Intel

Intel hat die ersten Prozessoren der Xeon-D -Reihe angekündigt. Die für High-Density-Server gedachten Chips sind nach dem Core M die zweite neue Marke von Intel innerhalb eines Jahres und werden beispielsweise vom Provider 1&1 eingesetzt. Die Xeon D schließen die Lücke zwischen den Atom-C-Serien Avoton sowie Rangeley und den Xeon E3 v3 für Ein-Sockel-Systeme. Als technische Basis dient die vom Core M und den 5000U bekannte Broadwell-Architektur, gefertigt werden die Prozessoren in Intels 14-nm-FinFET-Prozess .

Die Xeon D sind Intels erste Prozessoren abseits der Atom-Modelle, bei denen der Platform Controller Hub in den Hauptchip gewandert ist und nicht neben diesem auf dem Package sitzt ( Multi-Chip-Module ) – so wie bei AMDs Carrizo . Der Vollausbau eines Xeon D vereint acht Broadwell-Kerne, den Speichercontroller, unterschiedlich schnelle PCIe-Lanes, Schnittstellen wie Sata und USB sowie zwei 10-Gigabit-Ports in einem Chip.

Alle Xeon D werden auf der Platine verlötet und unterstützen bis zu 64 GByte DDR3L-1600 als SO-DIMM oder bis zu 128 GByte DDR4-2133 als RDIMM. Je zwei Module sind an einen der beiden 64-Bit-Speicherkanäle angeschlossen, Server-Techniken wie ECC sind obligatorisch. Der Root-Complex liefert 24 PCIe-3.0-Lanes, der PCH fügt 8 PCIe-2.0-Lanes mit halber Transferrate hinzu.

Die aktuellen Atom C basieren auf bis zu acht Silvermont-Kernen, Xeon D nutzt Broadwell-Technik. Verglichen mit der Haswell-Architektur soll die Leistung pro Takt und Kern ( IPC(öffnet im neuen Fenster) ) um etwa 5,5 Prozent steigen – AVX 2.0 ist hierbei außen vor. Zu den Verbesserungen von Broadwell zählen unter anderem beschleunigte Gleitkomma-Berechnungen durch eine schnellere Dividiereinheit, ein größerer L2-Cache-TLB und Optimierungen, um Kryptographie-Operationen wie PCLMULQDQ in weniger Takten durchführen zu können.

Derzeit hat Intel nur zwei Modelle vorgestellt, den Xeon D-1540(öffnet im neuen Fenster) und den Xeon D-1520(öffnet im neuen Fenster) . Beide Chips unterscheiden sich kaum: vier oder acht Kerne im 2-GHz-Bereich und 45 Watt TDP. Zu einem späteren Zeitpunkt möchte Intel das Portfolio um eine weitere Version mit zwei Kernen und unter 20 Watt TDP ergänzen. Der Xeon D-1540 und der Xeon D-1520 rechnen Intel zufolge schneller sowie effizienter als ein Atom C2750 mit 20 Watt TDP.

Der Xeon D-1540 dürfte somit aktuelle ARM-Server-Chips wie den X-Gene schlagen, denn Intel blickt nach vorne: Kommende Modelle wie Caviums ThunderX oder Tileras Tile-Mx100 sind deutlich flotter als der erste X-Gene, gegen diese muss der Xeon D bestehen. Bei der Rechenleistung (SpecINT-2006) soll der Xeon D-1540 bis an zwei Xeon E5-2603 v3(öffnet im neuen Fenster) heranreichen.


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