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Server im Meer: China baut Unterwasser-Rechenzentrum aus 100 Modulen

Jedes Modul wird mit mehreren Servern befüllt und vor der Küste Chinas im Meer versenkt. Das soll viel Energie und Platz an Land sparen.
/ Oliver Nickel
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Rechenzentren können unter Wasser effizient gekühlt werden. (Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de)
Rechenzentren können unter Wasser effizient gekühlt werden. Bild: Pixabay.com/Montage: Golem.de / Pixabay-Inhaltslizenz

Die Volksrepublik China baut ein neues Rechenzentrum, das die kombinierte Rechenleistung von 6 Millionen konventioneller Computer aufbringen soll. Die Besonderheit: Die Infrastruktur soll an der Küste der Stadt Sany im südchinesischen Meer versenkt werden. Sie soll durch kaltes Wasser gekühlt werden.

Dabei wird die Anlage aufgeteilt und in wasserdichte Module installiert. Die werden anschließend in einer Wassertiefe von 35 Metern platziert. Das berichtete die chinesische Zeitung China Daily Ende November(öffnet im neuen Fenster) ( via Sciencealert(öffnet im neuen Fenster) )

Laut dem Bericht soll jedes der Module 1.300 Tonnen wiegen und einige Server beherbergen. Die könnten zusammengenommen "4 Millionen hochauflösende Bilder alle 30 Sekunden verarbeiten" , heißt es. Insgesamt 100 dieser Module sollen für das Rechenzentrum genutzt und verknüpft werden. Aktuell plant China, die Anlage im Jahr 2025 fertigzustellen. Sie soll dann bis zu 25 Jahre lang unter Wasser laufen.

Große Energieersparnis erhofft

Durch die natürliche Wasserkühlung sparen die Betreiber laut dem Bericht wohl bis zu 122 Megawattstunden pro Jahr. Schließlich müsse wesentlich weniger Energie für eine effiziente Klimaanlage aufgewandt werden. Für China soll das Projekt aber nicht nur Energie, sondern auch Landmasse sparen. Rechenzentren seien durch ihre Größe signifikante Platzverbraucher. Der Landgewinn durch die Tauchmodule sei deshalb nicht zu unterschätzen.

So ein System hat allerdings nicht nur Vorteile. Allein die Installation von Servern in wasserdichten Tanks kann wesentlich mehr Geld kosten. Außerdem ist es schwieriger, On-Site-Wartungsarbeiten und Reparaturen durchzuführen. Für den Zugang zum Rechenzentrum müssen Spezialisten erst auf das Wasser und dann in 35 Meter Tiefe gelangen.


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