Server gehackt: Schadsoftware versteckt sich in Asus-Update-Tool
Über einen kompromittierten Asus-Update-Server haben Angreifer zwischen Juni und November 2018 eine Schadsoftware verteilt, die mit einem Zertifikat von Asus signiert war. Das betroffene Live-Update-Tool wird standardmäßig auf Asus-Laptops und anderen Geräten des Herstellers installiert. Entdeckt wurde die Schadsoftware im Januar 2019 durch die Sicherheitsfirma Kaspersky Lab. Die Sicherheitsforscher schätzen, dass eine halbe Million Asus-Computer betroffen sind.
Im Fokus der Schadsoftware sollen jedoch nur 600 Geräte gewesen sein, die über eine Liste von hinterlegten Mac-Adressen abgeglichen wurden. Nur mit der richtigen Mac-Adresse soll die Schadsoftware laut einem Bericht von Motherboard(öffnet im neuen Fenster) einen Command-and-Control-Server unter asushotfix.com kontaktiert und weitere Schadsoftware nachgeladen haben. Der Server wurde im Mai 2018 registriert und ein halbes Jahr später abgeschaltet.
Dies sei auch einer der Gründe für die späte Entdeckung der Schadsoftware, sagt Costin Raiu, Leiter des globalen Forschungs- und Analyseteams von Kaspersky Lab, zu Motherboard. "Wenn man nicht das Ziel ist, ist die Software praktisch geräuschlos", sagt Raiu. Dennoch sei auch auf diesen Rechnern eine Hintertür installiert worden.
Asus veröffentlicht Update
Asus hat ein Update des betroffenen Live-Update-Tools (Version 3.6.8) veröffentlicht, das über das Tool oder von der Asus-Webseite bezogen werden kann(öffnet im neuen Fenster). "Um potenziell betroffene Systeme zu überprüfen, haben wir ein Online-Diagnose-Tool erstellt, und möchten Nutzer dazu ermutigen es vorsorglich auszuführen," schreibt Asus in einem Statement(öffnet im neuen Fenster). Mit der Software sollen Nutzer feststellen können, ob sie von der Schadsoftware betroffen sind oder nicht. Laut Asus sollen zudem nur Notebooks, die die Software Live Update einsetzen, betroffen sein. "Alle anderen Geräte sind davon nicht betroffen," sagt Asus.
Vertrauensmodell kann Sicherheit nicht garantieren
"Der Angriff zeigt, dass das Vertrauensmodell, welches auf bekannten Herstellernamen und der Validierung von Signaturen basiert, einen Schutz vor Schadsoftware nicht garantieren kann," sagte Vitaly Kamluk, der Leiter der Untersuchung bei Kaspersky Lab, zu Motherboard. Asus sei bereits im Januar von Kaspersky informiert worden. Das Unternehmen habe jedoch bestritten, dass seine Server kompromittiert wurden und die Schadsoftware aus seinem Netzwerk ausgeliefert wurde – die Downloadpfade, der von Kaspersky entdeckten Schadsoftware-Samples hätten jedoch auf Asus-Server gezeigt.
Kaspersky fand die Schadsoftware bei 57.000 Kunden. Die meisten Installationen ermittelten sie mit 18 Prozent in Russland, gefolgt von Deutschland und Frankreich. Die Sicherheitsfirma Symantec bestätigte die Veröffentlichung von Kaspersky. Mindestens 13.000 Rechner von Symantec-Kunden seien von der Schadsoftware betroffen, davon stammten 15 Prozent aus den USA.
Spärliche Reaktionen von Asus
Kaspersky meldete den Fund bereits am 31. Januar an Asus, am 14. Februar gab es ein Treffen zwischen Asus und Kaspersky. Seitdem habe Asus kaum reagiert, auch die Kunden seien nicht über das Problem informiert worden. Auch sei das kompromittierte Zertifikat mindestens einen Monat lang weiter verwendet worden, sagt Kamluk.
Kaspersky spricht von einem softwarebasierten Angriff auf die Lieferkette. Ende vergangenen Jahres sorgte ein Bericht von Bloomberg für Aufsehen, der China unterstellte, die Lieferkette hardwarebasiert anzugreifen. Kaspersky nennt die Angreifer Shadowhammer und vermutet, dass diese auch für die Schadsoftware im CCleaner 2017 verantwortlich sind. Bei beiden Angriffen wurde nur in wenigen Fällen die Command-and-Control-Server kontaktiert.
Nachtrag vom 27. März 2019, 9:00 Uhr
Asus hat ein Software-Update veröffentlicht, der Text wurde entsprechend angepasst.
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