Server-CPU: AMDs Epyc 7003 takten hoch

Geht es nach den vorläufigen Spezifikationen der Epyc 7003 (Milan), dürften AMDs kommende Server-CPUs äußerst leistungsfähig werden: Die von Videocardz(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichten Modelldaten zeigen, dass verglichen zu den Epyc 7002 (Rome) die Frequenzen klar höher liegen. Hinzu kommt die Zen-3-Architektur , welche in Anwendungen durchschnittlich etwa 15 Prozent schneller ist als Zen 2.
An der Spitze des Portfolios gibt es vorerst keinen Nachfolger für den 64-kernigen Epyc 7H12, der als spezielles HPC-Modell für wassergekühlte Supercomputer gedacht ist. Stattdessen führt der Epyc 7763 das Feld an, welcher über dem bisherigen Epyc 7742 einzuordnen ist. Der Takt steigt von 2,25 GHz bis 3,4 GHz auf 2, 45 GHz bis 3,5 GHz bei gleicher thermischer Verlustleistung von 225 Watt.
Direkt vergleichbare 48-Kern-Chips wie der Epyc 7642 und der Epyc 7643 zeigen jedoch, dass die neuen CPUs nicht zwingend mehr GHz haben müssen - beide laufen mit 2,3 GHz bis 3,3 GHz. Bei den für den Hochfrequenzhandel und für Software mit teuren Pro-Kern-Lizenzen gedachten F-Prozessoren sieht das wieder anders aus: Der Epyc 74F3 ist dem Epyc 7F72 überlegen, da hier bis zu 4,0 GHz statt bis zu 3,7 GHz anliegen.
| Kerne | Takt | L3-Cache | Speicher | TDP | Preis | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Epyc 7763 | 64 + SMT | 2,45 GHz bis 3,5 GHz | 256 MByte | DDR4-3200 | 280 Watt | 7.890 USD |
| Epyc 7713(P) | 64 + SMT | 2,0 GHz bis 3,675 GHz | 256 MByte | DDR4-3200 | 225 Watt | 7.060 USD (5.010 USD) |
| Epyc 7663 | 56 + SMT | 2,0 GHz bis 3,5 GHz | 256 MByte | DDR4-3200 | 240 Watt | 6.366 USD |
| Epyc 7643 | 48 + SMT | 2,3 GHz bis 3,6 GHz | 256 MByte | DDR4-3200 | 225 Watt | 4.995 USD |
| Epyc 75F3 | 32 + SMT | 2,95 GHz bis 4,0 GHz | 256 MByte | DDR4-3200 | 280 Watt | 4.860 USD |
| Epyc 7543(P) | 32 + SMT | 2,8 GHz bis 3,7 GHz | 256 MByte | DDR4-3200 | 225 Watt | 3.761 USD (2.730 USD) |
| Epyc 7513 | 32 + SMT | 2,6 GHz bis 3,65 GHz | 128 MByte | DDR4-3200 | 200 Watt | 2.840 USD |
| Epyc 7453 | 28 + SMT | 2,75 GHz bis 3,45 GHz | 64 MByte | DDR4-3200 | 225 Watt | 1.570 USD |
| Epyc 74F3 | 24 + SMT | 3,2 GHz bis 4,0 GHz | 256 MByte | DDR4-3200 | 240 Watt | 2.900 USD |
| Epyc 7443(P) | 24 + SMT | 2,85 GHz bis 4,0 GHz | 128 MByte | DDR4-3200 | 200 Watt | 2.010 USD (1.337 USD) |
| Epyc 7413 | 24 + SMT | 2,65 GHz bis 3,6 GHz | 128 MByte | DDR4-3200 | 180 Watt | 1.825 USD |
| Epyc 73F3 | 16 + SMT | 3,5 GHz bis 4,0 GHz | 256 MByte | DDR4-3200 | 240 Watt | 3.521 USD |
| Epyc 7343 | 16 + SMT | 3,2 GHz bis 3,9 GHz | 128 MByte | DDR4-3200 | 190 Watt | 1.565 USD |
| Epyc 7313(P) | 16 + SMT | 3,0 GHz bis 3,7 GHz | 128 MByte | DDR4-3200 | 155 Watt | 1.083 USD (913 USD) |
| Epyc 72F3 | 8 + SMT | 3,7 GHz bis 4,1 GHz | 256 MByte | DDR4-3200 | 180 Watt | 2.468 USD |
Was die Epyc 7003 leisten können, zeigte AMD erst kürzlich auf: Der Hersteller verglich zwei 32C-Modelle mit zwei Xeon Gold 6258R (28C), wobei die Zen-3-Chips bei einer Wettersimulation gleich 68 Prozent schneller fertig waren. Bis AMDs Milan-CPUs voraussichtlich im März 2021 veröffentlicht werden, sollte Intel endlich seine Ice Lake SP eingeführt haben. Die haben allerdings nur bis zu 38 Kerne, womit sie deutlich hinter den bis zu 64 der Epyc 7003 zurückbleiben.
Ungeachtet dessen sieht sich Intel in Front: Zwei Ice Lake SP mit 32 Kernen sollen in ausgewählten Anwendungen rund 20 Prozent bis 30 Prozent schneller rechnen als zwei 64-kernige Epyc 7742. Dabei wurde jedoch LAMMPS, Monte Carlo und NAMD STMV verwendet - alle drei Szenarien unterstützen eine drastische Beschleunigung durch AVX-512, was den AMD-Prozessoren schlicht fehlt.
Ice Lake SP wechselt Architektur und Fertigung
Ice Lake SP ist Intels erste Server-Generation mit 10-nm-Technik, die von den Ice Lake U/Y für Ultrabooks bekannte Sunny-Cove-Architektur soll die Leistung pro Takt um knapp 20 Prozent steigern. Bei Ice Lake SP fällt der L2-Cache mit 1,25 MByte statt 512 KByte jedoch signifikant größer aus, überdies wurde eine zweite Pipeline für AVX-512-Instruktionen integriert.
Diese unterstützt neue Befehle für (De)kompression wie VBMI und für Kryptographie wie VPMADD52 als AVX-512-Erweiterung oder GFNI. Bei angepasster Software soll die Geschwindigkeit bei identischem Takt um den Faktor 1,5 bis 8 verglichen zu Cascade Lake SP (14 nm) steigen.