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Server: Bahn soll überhöhte Preise an ihre ITK-Tochter Systel zahlen

Laut ARD-Recherchen soll die Deutsche Bahn an Systel mitunter das Zwanzigfache der marktüblichen Summen gezahlt haben.

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Werbebild der Bahn-Tochter DB Systel
Werbebild der Bahn-Tochter DB Systel (Bild: DB Systel)

Die Deutsche Bahn soll jahrelang viel zu hohe Preise für IT-Dienstleistungen des Tochterunternehmens Systel gezahlt haben. Nach einer bis Ende 2019 geltenden Preisliste, die dem ARD-Magazin Panorama beim NDR vorliegt, verlangte Systel mitunter das Zwanzigfache der marktüblichen Summen - und mehrere Tochter-Unternehmen der Deutsche Bahn zahlten. Systel ist eines von rund 600 Tochterunternehmen der Bahn.

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Systel vermietet etwa Speicherplatz auf Servern der DB Enterprise Cloud und bietet ITK-Dienste und Support. Das Unternehmen hat mehr als 4.000 Beschäftigte und bietet seine Dienste auch anderen Unternehmen, besonders Vodafone - durch die Verbindung zu Arcor - an. Vodafone übernahm im Mai 2008 die Anteile der Bahn und der Deutschen Bank an Arcor, dem damals nach der Telekom zweitgrößten Festnetzbetreiber Deutschland. Vodafone hatte im Zuge der Mannesmann-Übernahme im Jahr 2000 bereits die Mehrheit an Arcor erhalten.

Ein von Panorama ausgesuchtes Angebot für digitale Infrastruktur kostet bei Systel rund 300 Euro pro Monat. Ein vergleichbares Angebot bei einem Anbieter ähnlicher Produkte liegt nach Panorama-Recherchen bei 14,49 Euro pro Monat. "Als ich das Angebot gesehen habe, war ich schon überrascht, dass einem Kunden so viel berechnet werden kann", sagte Felix Preuß, Geschäftsführer des Unternehmens Netcup, das Webhosting, Server, Domains und Managementdienste anbietet. "Den Kunden hätte ich auch gerne."

Die Bilanzen der Tochter der bundeseigenen Bahn werden nicht veröffentlicht und auch nicht vom Bundesrechnungshof kontrolliert.

Fachleute sehen den Panorama-Recherchen zufolge aufgrund dieser Konstruktion die Möglichkeit, dass sich einzelne Bahntöchter wie etwa die DB Netz künstlich ärmer rechnen könnten - um so möglicherweise mehr Geld vom Staat zu bekommen. Denn nicht für alle Tochterunternehmen muss die Bahn laut Handelsgesetzbuch die Bilanzen offenlegen, für die DB Systel GmbH zum Beispiel nicht. "Der Verdacht ist immer da, dass man solche Tochtergesellschaften auch nutzen kann, um Gewinne abzuschöpfen", sagte der Wirtschaftsprofessor und Verkehrsexperte Christian Böttger Panorama auf Anfrage.

Der Mutterkonzern Deutsche Bahn weist den Vorwurf der überhöhten Preise zurück. "Das Preis-Leistungs-Verhältnis der DB Systel ist nachweislich marktüblich", heißt es in einer Stellungnahme. Die Leistungen würden "seit Jahren durch unabhängige Beratungsunternehmen mit vergleichbaren Produkten von Wettbewerbern verglichen." Um welche Beratungsunternehmen es sich handelt, teilte der Konzern auf Nachfrage nicht mit. Ein Vergleichsbericht sei nicht vorgelegt worden.

Die Praxis, nur Eckdaten von Systel auszuweisen und den DB-Systel-Bericht nicht gesondert zu veröffentlichen, sei nicht regelwidrig. "Das entspricht den gesetzlichen Vorgaben", sagte eine Sprecherin Panorama.

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