Serverausfall: IT-Chaos bei E-Examen in Baden-Württemberg

Angehende Juristen dürfen ihr zweites Staatsexamen in diesem Jahr erstmals als sogenanntes E-Examen in elektronischer Form ablegen(öffnet im neuen Fenster) . In Bayern gab es dabei zuletzt IT-Probleme . Am Prüfungsstandort Mannheim in Baden-Württemberg lief es am vergangenen Montag nicht besser, wie ein Bericht der Stuttgarter Zeitung(öffnet im neuen Fenster) verdeutlicht. Die Teilnehmer konnten sich demnach anfangs gar nicht in die Prüfungssoftware einloggen.
Auch das Jura-Nachrichtenportal Jurios berichtet(öffnet im neuen Fenster) über den Vorfall. Demzufolge gab es Probleme beim Verbindungsaufbau zu dem Server, auf dem die Ausarbeitungen der Absolventen gespeichert werden. Die Klausur konnte daher erst mit eineinhalbstündiger Verspätung starten. Und selbst nach dieser langen Wartezeit soll die Technik bei einigen Prüflingen noch nicht fehlerfrei funktioniert haben.
Laut Jurios war den Absolventen kurz vor der Prüfung nicht klar, ob diese überhaupt stattfinden würde. "Der Server ist down und es gibt keine Infos darüber, ob und wann wir heute Strafrecht 1 schreiben" , zitiert das Portal eine Teilnehmerin. Die Kommunikation seitens der Aufsichten und des Justizprüfungsamtes wird in diesem Zusammenhang als "nichtexistent" beschrieben.
Chaotisch und undurchdacht
Nachdem die Klausur nach 90 Minuten Wartezeit dann doch startete, wurde immerhin eine Schreibzeitverlängerung von zehn Minuten gewährt. Drei Stunden später soll die Schreibzeit um weitere fünf Minuten verlängert worden sein. Zudem sollen einige Prüflinge aufgrund weiterer technischer Probleme nochmals eine individuelle Schreibzeitverlängerung erhalten haben.
Bei den Teilnehmern stießen diese häppchenweise angekündigten Verlängerungen auf Verärgerung. "Ich konnte mich zu keiner Zeit darauf einstellen, wann die Klausur tatsächlich abgegeben werden muss" , so einer der betroffenen Absolventen. Eine sinnvolle Zeiteinteilung sei dadurch unmöglich gewesen.
Die Organisation der Prüfung wird insgesamt als undurchdacht und chaotisch beschrieben. Die Prüflinge versammelten sich bereits um 8 Uhr morgens im Prüfungssaal und waren den Angaben zufolge teilweise erst nach 17 Uhr zu Hause. "Aus einer fünfstündigen Klausur wurde so eine 10-stündige Tortur" , heißt es bei Jurios.
Das Landesjustizprüfungsamt (LJPA) Baden-Württemberg soll sich im Nachgang schriftlich bei den Absolventen entschuldigt haben. Das für die Bereitstellung der Prüfungs-IT zuständige Unternehmen sei "nachdrücklich gebeten" worden, die Probleme zu beseitigen, heißt es.



