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Die Serie wird größer

Auf die vierte Staffel von Stranger Things mussten Zuschauer fast drei Jahre lang warten, noch dazu wurde sie von Netflix stückchenweise gezeigt. Bemerkenswert im Vergleich zu den vorherigen Staffeln ist die Länge der Episoden. Nur eine geht unter 70 Minuten, der Rest dauert sogar deutlich länger und die letzte Episode hat Filmlänge. Man bekommt also mehr Stranger Things denn je zu sehen.

In ihr geschehen in Hawkins wieder Morde unter übernatürlichem Einfluss, die Öffentlichkeit glaubt jedoch eher an Satanisten. Ein Jugendlicher gerät unter Mordverdacht, die jugendlichen Protagonisten wissen es aber besser – ein neues Tor muss sich geöffnet haben, und es liegt an ihnen, die Bedrohung für Hawkins und die Welt abzuwehren.

Elfie ist derweil in Kalifornien, wird in ihrer neuen Umgebung gehänselt und hat keinerlei Kräfte mehr. Aber die braucht sie, da alles darauf hindeutet, dass sie die letzte Chance ist, die Welt vor dem Upside Down zu retten.

Der Anfang dieser Staffel ist wohl bewusst etwas ruhiger gehalten. Vor allem wird den Zuschauern gezeigt, wo die Figuren, die man zuletzt vor drei Jahren sah (in der Serie ist jedoch nur etwa ein Jahr vergangen), gerade stehen. Die Duffer-Brüder lassen sich die Zeit, die Welt von Stranger Things neu zu ordnen.

Das merkt man auch in den kommenden Folgen, bei denen sich mehr als einmal das Gefühl einstellt, dass man die Folgen auch durchaus hätte komprimieren können. Es gibt ganze Plots, die im Grunde überflüssig sind oder anders hätten verteilt werden können. Alles, was mit Eddie Munson zu tun hat, hätte man auch auf eine der Hauptfiguren legen können.

Die Zersplitterung der Geschichte ist auch deshalb so spürbar, weil die Hauptfiguren nun in sehr vielen Grüppchen unterwegs sind, so dass man zeitweise fünf verschiedenen Handlungsbögen folgt, die oft nur einen peripheren Bezug zueinander zu haben scheinen. Dass dem nicht so ist, offenbart sich spätestens in der siebten Folge.

Stranger Things hätte auch mit Staffel 3 enden können

Ein wenig wirkt die vierte Staffel wie ein nachgefasster Gedanke. Denn: Stranger Things hatte mit dem Finale der dritten Staffel einen guten Abschluss, der auch als Serienende funktioniert hätte. Darum wirkt die Staffel über weite Strecken etwas uneins mit der Vorgeschichte, erst am Ende findet sie zu alter Stärke zurück.

Schließlich wird jedoch alles klar: Die Geschichte findet in all ihren Details zueinander, untermalt von Philip Glass' Pruit Igoe und Prophecies. Einmal mehr nutzen die Duffer-Brüder optische und akustische Elemente, die die Zuschauer mit anderen Filmen in Verbindung bringen.


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