Sentinel-2A: Esa schießt Erdbeobachtungssatelliten ins All
Jetzt wird es scharf: Die europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, Esa) hat den Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-2A(öffnet im neuen Fenster) ins All geschossen. Er wird Teil des europäischen Umweltüberwachungssystems Copernicus.

Sentinel-2A hob am 22. Juni um 22:52 Uhr Ortszeit (23. Juni, 3:52 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) an Bord einer Vega-Trägerrakete(öffnet im neuen Fenster) vom Startplatz Kourou im französischen Überseedepartement Französisch-Guayana ab. Nach knapp einer Stunde Flugzeit wurde der Satellit in einer sonnensynchronen Umlaufbahn ausgesetzt.
Sentinel-2A lichtet die Erde ab
Gebaut wurde der rund 1,1 Tonnen schwere Satellit von Airbus Defence and Space in Friedrichshafen. Er soll in einer Höhe von knapp 800 Kilometern die Erde umrunden und dabei hochauflösende Bilder der Erde in 13 verschiedenen Farbspektren aufnehmen. Der abgedeckte Bereich umfasst das sichtbare Spektrum sowie den Infrarotbereich. Der Satellit erfasst einen knapp 300 Kilometer breiten Streifen der Erdoberfläche.
Der Satellit überfliegt jeden Ort der Erde alle zehn Tage. Ein identischer Satellit, Sentinel-2B, soll Mitte 2016 ins All geschossen werden. Dann verkürzt sich der Zeitraum der Überflüge auf fünf Tage. Sentinel-2A ist der zweite Satellit des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus(öffnet im neuen Fenster). Der erste, Sentinel-1A, ist im April 2014 gestartet. Er beobachtet die Erde per Radar.
Die Daten von Copernicus sind frei verfügbar
Copernicus soll aus insgesamt 20 Satelliten bestehen, die Daten über die Erde erfassen: Das reicht von der Aufklärung von Katastrophengebieten über Klimaveränderungen bis hin zur Beobachtung der Vegetation. Die Daten will die Esa kostenlos und frei zur Verfügung stellen(öffnet im neuen Fenster). Die Rohdaten sollen von öffentlichen Stellen und Privatunternehmen analysiert und verarbeitet werden.
"Mit seiner optischen Kamera stellt Sentinel-2A eine Ergänzung der Radarbilder von Sentinel-1A dar", sagt Volker Liebig(öffnet im neuen Fenster), Direktor für Erdbeobachtungsprogramme bei der Esa. "Der Satellit wird für die Gesellschaft äußerst nützliche Bereiche wie die Ernährungssicherheit und die Überwachung der Wälder unterstützen. Seine Kombination aus großem Abtaststreifen und häufigem Überflug wird Nutzern die Möglichkeit geben, Veränderungen der Landoberflächen und Pflanzenwachstum mit bisher ungekannter Genauigkeit zu beobachten. Durch das häufige Überfliegen von Gebieten wird eine neue Generation operationeller Produkte entstehen, die von Landoberflächen und Veränderungsdetektion über Katastrophengebiete und Blattflächenindizes bis hin zu Chlorophyllgehalt und anderen biogeophysikalischen Variablen reichen."
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