Abo
  • Services:

Sensor: Mit dem Kopfpflaster Gefühle lesen

Ein Roboter ahmt Gefühle nach, die ein Pflaster auf dem Kopf ausliest: Das Patch-Type des japanischen Startups PGV soll Babys oder Senioren helfen, sich mitzuteilen. Eine smarte Kopfbedeckung wäre in Zukunft vorstellbar.

Artikel veröffentlicht am ,
PGV und Mektec auf der Cebit 2017
PGV und Mektec auf der Cebit 2017 (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

Ein Pflaster der besonderen Art: Auf der Elektronikmesse Cebit 2017 in Hannover ist ein Konzept aus Japan vorgestellt worden, das mit Hilfe eines akkubetriebenen Messgeräts und einer elektrisch leitfähigen Membran verschiedene Daten des Körpers auslesen kann. Das Projekt wird vom Startup Perpetual Gratitude and Voyage (PGV) in Kooperation mit der Mektec Corporation entwickelt.

Stellenmarkt
  1. Dürr IT Service GmbH, Bietigheim-Bissingen
  2. BWI GmbH, Berlin, München, Nürnberg, Rheinbach

Der EEG-Sensor Patch-Type klebt wie ein Pflaster an der Stirn des Patienten und kann Gehirnwellen im Mikrovolt-Bereich auslesen. Diese sendet das Gerät an eine Diagnosesoftware. In der Vorführung am Cebit-Stand wurden dadurch beispielsweise Emotionen des Trägers erkannt und an einen Nao-Roboter gesendet. Bei Traurigkeit senkte dieser den Kopf, bei Müdigkeit legte er sich hin. Andere Emotionen seien in der Entwicklung, hieß es.

Alte und junge Menschen besser verstehen

Was auf den ersten Blick wie Spielerei klingt, könnte auf dem Massenmarkt zur Betreuung von Kleinkindern eingesetzt werden. Das Patch-Type-EEG-Pflaster wurde beispielsweise an Dreijährigen erfolgreich getestet, da es mit 24 Gramm im Vergleich zu herkömmlichen EEG-Sensoren sehr leicht gebaut ist. So könnten Mütter mit Hilfe des Pflasters und einem passenden Roboter Emotionen und Bedürfnisse ihres schreienden Babys erkennen.

  • Mensch und Roboter sind müde. (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Mensch und Roboter sind müde. (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Selbstklebende Membran im Auslieferungszustand (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Selbstklebende Membran auf der Hand (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Selbstklebende Membran aktiviert LED. (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Mensch und Roboter sind aktiv. (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Kopfpflaster mit Akku (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
Kopfpflaster mit Akku (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)

Auch wenn ältere Menschen sich nur noch schwer mitteilen können, sieht PGV Potenzial seiner EEG-Technik zur intelligenten Auswertung von Hirnströmen. In Zukunft könnte der EEG-Messer auch für smarte Kopfbedeckungen wie Stirnbänder oder Mützen eingesetzt werden. Dazu müsste das Produkt vollständig kabellos betrieben werden können. Dies ist in der Entwicklung: Stromkabel sind nicht nötig, da der Akku zehn Stunden lang hält. Eine kabellose Datenübertragung soll folgen.

Zusätzlich wurde eine elastische und selbstklebende Membran vorgestellt, die etwa an der Hand angebracht werden kann. Das Material ist auch beim starken Bewegen von Handfläche und Fingern wenig spürbar und haftet wie eine zweite Haut am Körper.

  • Mensch und Roboter sind müde. (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Mensch und Roboter sind müde. (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Selbstklebende Membran im Auslieferungszustand (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Selbstklebende Membran auf der Hand (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Selbstklebende Membran aktiviert LED. (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Mensch und Roboter sind aktiv. (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Kopfpflaster mit Akku (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)
Selbstklebende Membran im Auslieferungszustand (Foto: Michael Wieczorek/Golem.de)

Das Material leitet elektrische Energie und ermöglicht die Übertragung von Nervensignalen. Damit sind Anwendungsszenarien wie ein Handsignal nachahmende Roboterprothesen oder einfach nur die Messung von Körperdaten möglich.

Cloud-Software soll weltweit verfügbar werden

Ohne passende Analysesoftware sind beide Produkte jedoch ohne Funktion. Zu diesem Zweck arbeitet PGV mit der Universität Osaka in Japan zusammen. Deren Wissenschaftler haben eine Cloud-basierte Software entwickelt, die Hirnströme analysiert und auswertet, damit Szenarien wie die gezeigte Robotersteuerung möglich sind.

Die Software soll im Laufe des Jahres auch außerhalb Japans verwendet werden können. Sie wird als mietbare Cloud-Anwendung über das Internet erreichbar sein. Das Patch-Type-EEG-Pflaster ist momentan noch in einer frühen Entwicklungsphase. Ende 2017 soll es vorerst in Japan auf den Markt kommen.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Dark Souls 3 11,99€, Little Nightmares 5,50€)
  2. 999,00€
  3. (u. a. Window Silver 99,90€)
  4. 59,90€ (Bestpreis!)

motzerator 23. Mär 2017

Wenn man mit solch einem Sensor in der Lage ist, gedachte Bewegungen auszulesen, könnte...


Folgen Sie uns
       


Galaxy S10e, Galaxy S10 und Galaxy S10 im Hands on

Samsung hat seine neue Galaxy-S10-Serie auf mehrere Bildschirmgrößen aufgeteilt. Besonders das "kleine" Galaxy S10e finden wir im Vorabtest interessant.

Galaxy S10e, Galaxy S10 und Galaxy S10 im Hands on Video aufrufen
Honor Magic 2 im Test: Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben
Honor Magic 2 im Test
Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben

Ein Smartphone, dessen vordere Seite vollständig vom Display ausgefüllt wird: Diesem Ideal kommt Honor mit dem Magic 2 schon ziemlich nahe. Nicht mit Magie, sondern mit Hilfe eines Slider-Mechanismus. Honor verschenkt beim Magic 2 aber viel Potenzial, wie der Test zeigt.
Ein Test von Tobias Czullay

  1. Honor Neues Magic 2 mit Slider und ohne Notch vorgestellt
  2. Huawei Neues Honor 8X kostet 250 Euro
  3. Honor 10 vs. Oneplus 6 Oberklasse ab 400 Euro

Struktrurwandel: IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
Struktrurwandel
IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen

In Cottbus wird bald der letzte große Braunkohle-Tagebau zum Badesee. Die ansässige Wirtschaft sucht nach neuen Geldquellen und will die Stadt zu einem wichtigen IT-Standort machen. Richten könnten das die Informatiker der Technischen Uni - die werden aber direkt nach ihrem Abschluss abgeworben.
Von Maja Hoock

  1. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"
  2. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet
  3. Softwareentwicklung Agiles Arbeiten - ein Fallbeispiel

EU-Urheberrecht: Die verdorbene Reform
EU-Urheberrecht
Die verdorbene Reform

Mit dem Verhandlungsergebnis zur EU-Urheberrechtsrichtlinie ist eigentlich niemand zufrieden. Die Einführung von Leistungsschutzrecht und Uploadfiltern sollte daher komplett gestoppt werden.
Ein IMHO von Friedhelm Greis

  1. Uploadfilter Fast 5 Millionen Unterschriften gegen Urheberrechtsreform
  2. Uploadfilter EU-Kommission bezeichnet Reformkritiker als "Mob"
  3. Leistungsschutzrecht und Uploadfilter EU-Unterhändler einigen sich auf Urheberrechtsreform

    •  /