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Senkrechtstarter: Propellerblätter von VTOL-Jet sollen sich im Flug einfalten

Bell Aerospace hat das Modell eines experimentellen Flugzeugs vorgestellt, bei dem sich die Propellerblätter nach dem Senkrechtstart einfalten.
/ Andreas Donath
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Windkanal-Modell des neuen Senkrechtstarters (Bild: Bell Aerospace)
Windkanal-Modell des neuen Senkrechtstarters Bild: Bell Aerospace

Bell Aerospace(öffnet im neuen Fenster) bewirbt sich mit einem senkrecht startenden Propellerflugzeug mit Jetantrieb beim Sprint-Programm der Darpa. Nun wurde zum ersten Mal der Windkanal-Prototyp demonstriert. Er zeigt einen neuartigen Ansatz zur Kombination von vertikalen Startfähigkeiten mit düsengetriebenem Flug.

Das Flugzeug stellt eine Fusion zwischen vertikalen Start- und Landefähigkeiten im Hubschrauberstil (VTOL) und den Leistungsmerkmalen von Jets dar. Das Windkanalmodell demonstriert erstmals physisch, wie Bell die technischen Herausforderungen bei der Entwicklung eines Flugzeugs angehen will, das effektiv zwischen Schwebeflug und Hochgeschwindigkeitsvorwärtsflug wechseln kann.

Die Entwicklung baut auf einer ersten Testreihe auf, die 2023 auf dem Holloman High Speed Test Track in New Mexico stattfand und bei der Ingenieure den neuartigen Stop-/Fold-Rotormechanismus erfolgreich validierten. Dieses System ermöglicht es dem Flugzeug, nahtlos zwischen Drehflügler- und Starrflüglerflugmodus zu wechseln, und adressiert damit ein langjähriges Problem in der Luftfahrttechnik.

Technische Spezifikationen und Fähigkeiten

Der Prototyp verfügt über ein stromlinienförmiges Rumpfdesign mit dünnen Flügeln und einer charakteristischen V-Leitwerkskonfiguration. Die auffälligsten Elemente sind die Triebwerksgondeln, in denen die faltbaren Rotoren untergebracht und hinter aerodynamischen Verkleidungen positioniert sind. Diese Komponenten ermöglichen den Dual-Mode-Betrieb des Flugzeugs.

Das Flugzeug soll eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 833 km/h in einer Höhe von bis zu 9.100 Metern erreichen. Das Design umfasst eine Nutzlastkapazität von 2.300 kg in einem Abteil, das so dimensioniert ist, dass es ein kompaktes Fahrzeug aufnehmen kann. Die Reichweite soll bei 370 Kilometern liegen.

Das Flugzeug soll entweder autonom oder mit Piloten an Bord geflogen werden können.

Das Sprint-Programm der Darpa zielt darauf ab, die traditionellen Einschränkungen von Flugzeugen zu überwinden, indem die Vorteile von Drehflüglern und Starrflüglern kombiniert werden. Konventionelle Hubschrauber zeichnen sich durch vertikale Einsatzmöglichkeiten aus, sind jedoch in ihrer Geschwindigkeit eingeschränkt, während Jets zwar in ihrer Geschwindigkeit überlegen sind, aber passende Start- und Landebahnen benötigen.


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