Hilfe nur über Usenet-Gruppe

Wer Fragen zur Konfiguration von Sendmail hat, wird auf comp.mail.sendmail verwiesen - eine Usenet-Newsgroup. Solche Newsgroups waren eine gängige Möglichkeit für Onlinediskussionen im Internet der 90er Jahre - heute werden sie kaum noch genutzt. Das liegt auch daran, dass man zum Zugriff auf Newsgroups zum einen spezielle Software benötigt und zum anderen einen Zugang zu einem entsprechenden Usenet-Server. Früher war es üblich, dass man einen solchen Zugang von Internetprovidern erhalten hat, doch alle gängigen Internetprovider haben ihre Usenet-Server schon vor langer Zeit abgeschaltet.

Ein Großteil der Links auf der Sendmail-Webseite verweist nur auf Fehlermeldungen. Der Grund dafür ist, dass die entsprechenden Links keine Protokollangabe haben und einfach mit dem Hostnamen anfangen. Dieser wird dann vom Browser nicht als Host, sondern als relativer Pfad interpretiert und man landet auf einer nichtexistenten Unterseite - was offenbar bisher niemandem aufgefallen ist.

Der Code wird mit CVS verwaltet

Das letzte Release von Sendmail, das sich wie bereits beschrieben nicht mit der aktuellen Version der Glibc kompilieren lässt, ist aus dem Jahr 2015. Ein Blick in den Code verrät dann tatsächlich, dass Sendmail offenbar doch ein Quellcode-Repository hat: Die Codedateien enthalten IDs von CVS, einem historischen Versionsverwaltungstool. CVS könnte man als Vor-Vorgänger von Git bezeichnen, allerdings wird es schon seit zehn Jahren nicht mehr weiterentwickelt und praktisch nicht mehr verwendet.

Eine weitere Seltsamkeit fand sich bei der genauen Inspektion des Libmilter-Codes. Dieser wird zwar als Teil von Sendmail ausgeliefert, hat aber eine eigene Versionsnummer. Die aktuelle Versionsnummer von Libmilter, wie es in der jüngsten Sendmail-Version 8.15.2 ausgeliefert wird, lautet 1.0.2.

Doch in mehreren früheren Versionen von Sendmail, bis hin zur bereits 2009 veröffentlichten Version 8.14.4, lautete die Libmilter-Versionsnummer ebenfalls 1.0.2. Dabei handelt es sich jedoch nicht um dieselbe Version. Libmilter wurde weiterentwickelt, es finden sich mehrere Änderungen im Code, die Versionsnummer blieb aber offenbar seit 2009 stehen.

Wir haben Proofpoint auf alle hier beschriebenen Dinge hingewiesen und um ein Statement gebeten. Eine Antwort haben wir bisher nicht erhalten. Wer eine Möglichkeit sucht, Sendmail oder Libmilter mit der aktuellen Version von Glibc zu kompilieren, findet immerhin bei OpenSUSE einen passenden Patch.

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 Sendmail: Software aus der digitalen Steinzeit
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