Sendemastverkauf: E-Plus braucht Geld für den Netzausbau

E-Plus will sein Mobilfunknetzwerk verkaufen, um Geld für den Netzausbau zu bekommen. Das berichtet der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) . Firmenchef Thorsten Dirks soll in den vergangenen Wochen Gespräche mit möglichen Interessenten begonnen haben, die Tausende der Mobilfunkmasten und Sendestationen kaufen und dann an E-Plus vermieten wollen.
E-Plus-Sprecher Guido Heitmann sagte Golem.de: "Kein Kommentar."
Der E-Plus-Mutterkonzern KPN aus den Niederlanden soll bereits Ende vergangenen Jahres damit begonnen haben, Sendemasten zu verkaufen. Der Telekommunikationskonzern hat bereits eine erste Zahlung von 78 Millionen Euro verbuchen können, hat der Spiegel erfahren.
Bei einer großen vergleichenden Untersuchung der Datenübertragungsrate in deutschen Mobilfunknetzen hatte E-Plus im Juli 2011 am schlechtesten abgeschnitten. Das E-Plus-Netz sei so lahm, dass es für DSL-gewohnte Notebooknutzer nur eingeschränkt nutzbar sei, lautete das Urteil der Stiftung Warentest . Allenfalls weniger anspruchsvolle Smartphonenutzer könnten zumindest in den Städten mit der Datenübertragungsrate bei E-Plus zufrieden sein. Doch auch die seien in anderen Netzen schneller.
Im Januar 2012 hatte E-Plus(öffnet im neuen Fenster) angekündigt, 2012 sein Mobilfunknetzwerk auszubauen. Das Unternehmen erklärte, es seien "substanzielle Schritte im Ausbau des Datennetzes" geplant. "Im Datennetz sollen parallel die regionale Ausbreitung und die in der Praxis verfügbaren Datenraten erhöht werden" .
Die Konzernmutter KPN kündigte an, 2012 einen Betrag von 2,2 Milliarden Euro für den Mobilfunknetzwerkausbau in Deutschland und Belgien zu investieren. 2011 wurden 2 Milliarden Euro ausgegeben.
E-Plus setzt seit Jahren auf Discountangebote: Zuletzt wurde mit Yourfone.de ein neuer Billigtarif für Telefonie und mobiles Internet angekündigt. Die Allnet-Flatrate kostet im Monat 19,90 Euro in alle deutschen Mobilfunknetze und ins deutsche Festnetz. Dazu muss sich der Kunde für zwei Jahre vertraglich binden. Zusätzlich wird einmalig der "Startpaketpreis" von 19,90 Euro abgebucht.



