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Self-Checkout-Systeme: Rewe will SB-Kassen stark ausbauen

Während in den USA und Großbritannien Self-Checkout-Kassen teilweise wieder abgebaut werden, sind sie bei Rewe ein Erfolg. Wer nur einen Korb voll Waren hat, ist damit schneller.
/ Achim Sawall
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Wer weniger scannt, spart Geld, sagt der Comedian Johann König. (Bild: Rewe)
Wer weniger scannt, spart Geld, sagt der Comedian Johann König. Bild: Rewe

Künftig will Rewe noch stärker auf Selbstbedienungskassen setzen. "Bis Ende des Jahres wollen wir die Zahl der Supermärkte, die damit ausgestattet sind, von knapp über 1.000 auf 1.800 erhöhen" , sagte Rewe-Chef Lionel Souque im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Dann gibt es in knapp der Hälfte unserer Geschäfte SB-Kassen. In den nächsten Jahren werden das sicher noch mehr werden." Die SB-Kassen liefen gut und würden von einem Viertel der Kunden genutzt.

Die Self-Checkout-Systeme, mit denen Kunden ihre Artikel selbst scannen, haben aus seiner Sicht vor allem einen Vorteil: "Die Kassen sparen Zeit. Niemand hat Lust auf Warteschlangen im Supermarkt." Normale Kassen soll es weiterhin geben, ihre Zahl werde aber reduziert. "Es geht uns dabei auch nicht darum, Arbeitsplätze abzubauen, sondern unseren Mitarbeitenden mehr Zeit für das Wesentliche zu geben: Kontakt zu Kunden und Regalpflege" , erklärte Souque.

In den USA und in Großbritannien haben laut einem Bericht der BBC im Januar 2024 Supermarktketten den Einsatz von Selbstbedienungskassen wieder abgebaut. Walmart entfernte in Geschäften einige Selbstbedienungskassen, um Diebstählen vorzubeugen. In Großbritannien schlug die Supermarktkette Booths denselben Kurs ein, weil die Kunden mit dem Self-Checkout (SCO) unzufrieden waren.

Auch die US-Einzelhandelskette Dollar General, die breit in Self-Checkout investierte, will in den USA und Mexiko die Zahl der Beschäftigten "insbesondere im Kassenbereich" wieder erhöhen, sagte Todd Vasos, Vorstandschef des Unternehmens, laut BBC. Bisher hatten häufig nur noch ein oder zwei Beschäftigte einen Dollar-General-Laden zu führen. Auch wird überlegt, die Anzahl der Artikel an Self-Checkout-Stationen wieder zu reduzieren.

Rewe-Sprecher Thomas Bonrath sagte Golem.de im Januar 2024: Die Installation von Self-Checkout-Systemen erfolge strikt standortspezifisch. "Vor allem in städtischen Supermärkten gibt es eine standortspezifisch hohe Nachfrage der Kunden nach Expresskassen, um den Einkauf – in der Regel eine geringe Zahl an Artikeln – schneller bezahlen zu können und nicht in der Warteschlange zu stehen."

Rewe: Diebstähle und Self-Checkout-Kassen

Die Entwicklung bei Diebstählen sei aktuell kein Grund, von SCO-Kassen Abstand zu nehmen. Laut Bonrath gebe es Rewe-Märkte, in denen etwa jeder Zweite seinen Einkauf über diesen Service bezahlt. Die Nutzung sei stark von Kundenstruktur und Lage abhängig. SCO-Kassen würden grundsätzlich von Beschäftigten betreut, Kontrollroutinen und Exitgates dienten der Diebstahlprävention.

Auf den Personalbedarf haben diese Services laut Bonrath keinen Einfluss. "Der Lebensmitteleinzelhandel steht vor der Herausforderung des Fachkräftemangels. Unser Bedarf an Personal für unsere Märkte steigt jährlich, während es immer weniger Bewerbungen auf die Stellen im Verkauf gibt" , sagte er.


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