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Das Nike Fuelband wurde für die Selbstvermessung entwickelt.
Das Nike Fuelband wurde für die Selbstvermessung entwickelt. (Bild: IntelFreePress/flickr.com/(CC BY-SA 2.0))

Selbstvermessung: Warum Ärzte keine Wearables verschreiben würden

Das Nike Fuelband wurde für die Selbstvermessung entwickelt.
Das Nike Fuelband wurde für die Selbstvermessung entwickelt. (Bild: IntelFreePress/flickr.com/(CC BY-SA 2.0))

Mit immer mehr Apps und Geräten vermessen Menschen ihren Körper. Eine neue Generation von Gadgets soll noch bessere Ergebnisse bringen, die Apple mit seinem gestern angekündigten Healthkit besser verwalten will. Mediziner und Ernährungswissenschaftler sind skeptisch.
Von Meike Laaff

Apple hat gestern sein Healthkit angekündigt, mit dem Fitness- und Gesundheitsdaten von Wearables verwaltet werden können, und dafür tosenden Applaus bekommen. Angesichts des ständig wachsendes Markts der Selbstvermessungs-Apps und -Geräte ist das nur folgerichtig. Hunderte solcher Apps gibt es inzwischen - dazu zahlreiche Zusatzgeräte, die alle erdenklichen Regungen unseres Körpers überwachen und aus uns ein Datenhäuflein machen. Sie zählen unsere Schritte, werten jede Joggingeinheit statistisch aus, analysieren unseren Schlaf. Knapp neun Millionen Deutsche nutzten Fitness-Tracker, verkündete der deutsche IT-Branchenverband Bitkom im Dezember 2013.

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Der Marktanteil von internetfähigen Blutdruckmessern und Personenwaagen steigt stetig, große internationale Konzerne wie Nike, Apple und Facebook sind dabei und Gerätehersteller und App-Firmen wie Runtastic, Fitbit oder Withings haben sich auch in Deutschland etabliert. Längst ist es nichts Ungewöhnliches mehr, wenn der Büronachbar ein Armband trägt, das zu vibrieren beginnt, wenn er zu lange stillgesessen hat. Über Leute am Nachbartisch, die ihr Essen fotografieren, um den Kaloriengehalt von einer App berechnen zu lassen, wundert sich niemand mehr. Die Mode hält an, aber Ärzte sind skeptisch - und bei Nutzern macht sich eine gewisse Ernüchterung breit.

Laut einer Euromonitor-Studie von 2013 hat zwar ein Viertel der Befragten schon mal eine Fitness-App heruntergeladen - doch weniger als sechs Prozent nutzen sie täglich. Laut einer Befragung der US-Beraterfirma Endeavour Partners (PDF) nutzt jeder zweite US-Besitzer eines Aktivitäten-Trackers das Gerät nicht mehr - und jeder Dritte hat es schon innerhalb der ersten sechs Monate abgelegt.

Eines der Probleme: Die Massenprodukte unter den Tracking-Geräten erfassen recht oberflächliche Parameter, die vor allem eines sind: leicht zu messen. Kurzfristig motiviere diese Selbstbeobachtung, sich mehr zu bewegen, gesünder zu essen, berichten viele Nutzer. Und dann? Was wäre denn die optimale Pulsfrequenz für eine Trainingseinheit? Welche Nährstoffe fehlen dem Körper denn gerade jetzt? Und mit wie viel mehr Schritten könnte ich meine Gesundheit denn nun erheblich verbessern? Solche Antworten bleiben viele einfache Consumer-Selbstvermessungsgeräte, die heute auf dem Markt sind, meist schuldig.

Vom Doktor verschmäht

Naheliegend wäre also, Gesundheitsspezialisten alle diese Daten und Statistiken aus Schrittzählern, Schlafmessgeräten und Ernährungs-Apps vorzulegen. Sie könnten bei der Interpretation helfen, zusätzliche Faktoren mit einbeziehen und gleichzeitig von den nüchternen Zahlen über das Verhalten ihrer Patienten Neues über sie erfahren. Doch gerade in Deutschland stoßen Selbstvermesser bei Medizinern mit ihren Datenschätzen meist auf wenig Gegenliebe.

"Kein Arzt würde seinem Patienten eines dieser Gadgets für Selbstvermessung verschreiben", sagt Tobias Neisecke. Der Grund dafür: "Das sind Konsumentenprodukte, die Firmen entwickelt haben, um Hardware zu verkaufen." Neisecke ist Arzt, bloggt über Neue Medien und Medizin, kuratiert Events zum Thema Health 2.0 und betreut ein Telemedizin-Projekt an der Uniklinik Jena. Keiner also, der derartige Technik generell ablehnen würde oder sich nicht interessiert.

Und doch sagt er: Auch Kliniken und Studien würden keine Messdaten nutzen, die ein Smartphone erhoben hat, um den Krankheitsverlauf von Patienten zu überwachen. Zu ungenau seien die Ergebnisse: "Die Sensoren in Geräten werden zwar immer besser, aber sie sind nicht gemacht, um valide Daten zu erheben."

Nur wenn es ein Prüfsiegel hat, das es als medizinisches Produkt kennzeichnet, etwa das der US-Arzneimittelbehörde FDA, würden und sollten sich Mediziner auf Messwerte aus solchen Geräten verlassen.

"Teils sind die Ergebnisse der Geräte auch irreführend", sagt Neisecke. Die App Sleepcycle Heart Rate etwa will den Puls ihrer Nutzer per Smartphonekamera überwachen - und zeigt nur eine Kurve an, die selbst für Mediziner auf den ersten Blick aussieht wie eine EKG-Kurve. Tatsächlich werde aber nur die Pulswelle gemessen - für Mediziner ein gravierender Unterschied. "Genau so etwas ist der Grund, warum die Daten von Ärzten nur schwer auszuwerten sind", sagt Neisecke. Generell kritisiert er: "Die Entwickler- und Designerszene hat oft wenig Ahnung davon, was fachlich und medizinisch sinnvoll ist."

Apps zur Selbstvermessung sind Zeitverschwendung 

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blobhopp 17. Jun 2014

Dieses Thema ist uralt und wenn ich es richtig mitbekommen habe auch relativ einfach...

jude 13. Jun 2014

Die heute ab einer simplen Blutprobe zu gewinnenden Daten überfordern die Mediziener...

KritikerKritiker 08. Jun 2014

haha, schon lustig der Thread hier :D

KritikerKritiker 08. Jun 2014

Ich weis ja nicht wie ihr das macht, aber beim Laufen ist es doch unglaublich unangenehm...

freddypad 05. Jun 2014

Mittwochs geschlossen. Ja, das habe ich auch schon mal erlebt. Allerdings kenne ich auch...



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