Verfügbarkeit und Fazit

Wenn die Leiste des Feindes voll ist, bekommen wir die Möglichkeit, einen Todesstoß durchzuführen. Bei kleineren Gegnern kann man oft schon nach einer einzigen sauberen Parade den tödlichen Angriff ausführen. Sekiro will also, dass wir Angriffe parieren. Spieler von Soulsborne sind aber daran gewöhnt, auszuweichen - und müssen entsprechend umlernen.

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Wer das nicht möchte, kommt immerhin so einigermaßen durch die Kämpfe. Es ist meistens gut möglich, auszuweichen und dem Gegner ein bis zwei schnelle Schläge zu verpassen. Mit dieser altbewährten Taktik schafft man es durch weite Teile des Spiels. So richtig befriedigend fühlt sich das allerdings nicht an.

Sekiro entfaltet sein volles Potenzial in dem Moment, in dem wir uns tatsächlich auf die Schwertduelle einlassen. Vor allem bei Bossen entsteht dadurch ein unglaublich fesselnder Ablauf: kritischen Angriffen ausweichen, schnelle Schläge parieren und im richtigen Moment zuschlagen. Dadurch leert sich die Lebensleiste und der Haltungsschaden steigt, was sich fast wie ein Tanz aus blitzenden und klirrenden Klingen anfühlt. Das helle Leuchten bei perfekten Paraden und der damit einhergehende Ton runden den Schwertkampf in Sachen Immersion sehr gut ab.

Sollte trotz Eingewöhnung in das Kampfsystem mal das Schriftzeichen Shi (Tod) auf dem Bildschirm flimmern - was auch Experten häufig passieren wird -, bedeutet tot in Sekiro nicht gleich tot. Der Titel Shadows Die Twice kommt nicht von irgendwo: An dem Punkt, an dem es normalerweise aus wäre, erhalten wir oft die Möglichkeit zu entscheiden, ob wir wirklich sterben oder einen göttlichen Willen einsetzen und wieder aufstehen möchten. Hinter dieser Mechanik steckt ein entscheidender Punkt in der Handlung des Spiels - mehr verraten wir hier nicht.

  • Grafik und Stimmung in Sekiro wirken oft düster. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Mit unserem Flammenwerfer ziehen wir in den Kampf. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Sekiro erinnert stellenweise an den Stil anderer Titel von From Software. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Hauptfigur ist der Ninja Okami. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Das Symbol "Shi" (Tod) sehen die meisten Spieler vermutlich sehr oft. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Beim Schleichen kann Okami um die Ecke blicken. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Einige Schauplätze sind spektakulär in Szene gesetzt. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
  • Eine typische Festung im feudalen Japan (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
Das Symbol "Shi" (Tod) sehen die meisten Spieler vermutlich sehr oft. (Bild: Activision/Screenshot: Golem.de)
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Wer möglichst wenig sterben möchte: Fast von Beginn an gibt es die Möglichkeit, das Kämpfen in einer Art Trainingsmodus zu verbessern. Dazu wartet im zentralen Hub ein unsterblicher Samurai als Sparringpartner, bei dem wir gezielt bestimmte Manöver und Konter üben können.

Sekiro - Shadows Die Twice ist für Xbox One und Playstation 4 (jeweils rund 60 Euro) und für Windows-PC (rund 55 Euro; Systemanforderungen) erhältlich. Es gibt die japanische Sprachausgabe, wahlweise aber auch eine gute englische und eine solide deutsche Vertonung plus wahlweise zuschaltbare Untertitel. Von der USK hat das Programm eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten.

Fazit

Sekiro ist kein Dark Souls und kein Bloodborne, sondern spielt sich wie ein zwar extrem herausforderndes, aber eben klassisches Actionspiel mit Schleicheinlagen. Auch die Welt wirkt weniger mystisch und geheimnisvoll als in den letzten Titeln von From Software, die Handlung etwa ist einigermaßen klar nachvollziehbar.

Für Spieler bedeutet das eine gewisse Umgewöhnung. Die Kämpfe von Sekiro sind nämlich dann am besten, wenn wir unseren Gegnern nicht ausweichen, sondern uns frontal in die klirrenden und blitzenden Duelle stürzen.

Zwar sind die Schwertkämpfe die größte Stärke des Spiels, gleichzeitig findet sich in ihnen aber auch die größte Schwäche: Durch den extremen Fokus auf das Katana als einzige richtige Waffe gibt es trotz Prothesen und Kampfkünsten kaum Möglichkeiten zur Individualisierung. Dadurch sinkt ein Stück weit der Wiederspielwert.

Durch seine Andersartigkeit sowohl im Setting als auch im Kampfsystem bietet Sekiro - Shadows Die Twice eine neue Chance für alle, die bisher noch nicht mit From Softwares Spielen warm geworden sind. Wer bereits Fan des Studios ist, kommt aber auch auf seine Kosten - zumal es dann gilt, alte Fähigkeiten zu vergessen und neue zu meistern.

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 Sekiro im Spieletest: Klirrende Klingen und endlose Tode
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