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Segmentierungen und Fiber Deep: Vodafone flickt sein Kabelnetz weiter unter Docsis 3.1

Vodafone setzt weiter darauf, sein Koaxialnetz am Leben zu erhalten. Große Investitionen in Docsis 4.0 bleiben aus.
/ Achim Sawall
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Modernes Koaxialkabel vom chinesischen Messgerätehersteller Noyafa Technology (Bild: Noyafa Technology)
Modernes Koaxialkabel vom chinesischen Messgerätehersteller Noyafa Technology Bild: Noyafa Technology

Vodafone muss sein Kabelnetz weiter segmentieren, um den wachsenden Bedarf der Kunden decken zu können. Wie der Konzern am 28. April 2026 bekanntgab(öffnet im neuen Fenster), wurden im vergangenen Monat 260 Segmentierungen und 58 Fiber-Deep-Projekte in 124 Städten durchgeführt.

Rein rechnerisch hingen bei Vodafone laut Angaben vom Januar 2023 noch 500 Haushalte an einem Node und teilten sich die Gesamtkapazität von 1 GBit/s. In Stoßzeiten wie in den Abendstunden können Kabelkunden darum deutliche Netzbeeinträchtigungen spüren.

Besonders viele Maßnahmen waren in Hamburg, Düsseldorf, Wuppertal, Krefeld, München und Nürnberg nötig. Rund 78.000 Haushalte hätten so eine stabilere Versorgung erhalten, erklärte Vodafone.

In einem Segment teilen sich alle die Datenrate

Im Geschäftsjahr 2025/26 führte Vodafone insgesamt 2.438 Netzmodernisierungen durch, darunter 2.168 Segmentierungen und 270 Fiber-Deep-Maßnahmen. Das Vodafone Geschäftsjahr 2025/26 begann am 1. April 2025 und endete am 31. März 2026.

Das Kabelnetz von Vodafone ist in einzelne Versorgungsbereiche (Segmente) aufgeteilt. Reicht die Kapazität eines Segments nicht mehr aus, müssen Techniker diesen Bereich irgendwann aufteilen. Dafür werden bestehende Verstärker modernisiert, zusätzliche Glasfaser-Knotenpunkte errichtet und per Glasfaser angebunden.

Mit Fiber Deep führt Vodafone neue Glasfaserkabel näher an die Wohnungen der Kunden heran. Dazu sollen insbesondere Verstärkerpunkte mit neuen Glasfaserstrecken angeschlossen und in Glasfaserknoten umgewandelt werden. Die verbleibenden Strecken über Koaxialkabel werden verkürzt oder teilweise durch Glasfaser ersetzt.

Mehr Investitionen und Docsis 4.0

Während in den USA bereits der Kabelnetzstandard Docsis 4.0 etwa bei Comcast und Mediacom Communications läuft, um bestehende HFC-Infrastrukturen vor allem in suburbanen und ländlichen Gebieten weiter nutzen zu können, zeichnet sich in Deutschland ein anderer Weg ab. In den USA hängt das Kabelnetz jedoch an Masten, was den Ausbau erleichtert.

Der Übergang des Kabelnetzstandards Docsis 3.1 auf Docsis 4.0 sei kein einfaches Software-Upgrade, sondern erfordere in Deutschland umfangreiche Anpassungen entlang der gesamten Signalstrecke – von der Kopfstelle bis zur Anschlussdose in der Wohnung, sagte ein Topmanager Golem im Oktober 2025.

Zumindest bis zum letzten Verstärker

"Docsis 4.0 setzt in der Regel voraus, dass die Glasfaser näher an die Endkunden herangeführt wird, etwa in den Keller oder zumindest bis zum letzten Verstärker. Das erfordert zusätzliche Glasfaseranbindungen, teilweise auch Tiefbauarbeiten", sagte er.

Docsis 4.0 nutzt ein deutlich erweitertes Frequenzspektrum – bis zu 1,8 GHz für Full Duplex – gegenüber maximal 1,2 GHz bei Docsis 3.1. Um diese Bandbreite nutzbar zu machen, müssten Verstärker, Abzweiger, teilweise das Koaxialkabel und sogar die Kabeldosen in den Wohnungen ertüchtigt oder ersetzt werden. Auch die aktiven Komponenten in den Kopfstellen (CMTS) seien mit Docsis 4.0 nicht per Software aufrüstbar und müssten neu beschafft werden. "Auf Kundenseite ist ein kompletter Austausch der Kabelmodems oder Router erforderlich", erklärte der Branchenexperte.

Die notwendige Modernisierung der passiven und aktiven Infrastruktur bedeute für die Kabelnetzbetreiber wie Vodafone oder Tele Columbus erhebliche Investitionen. Die Branchenorganisation Cablelabs hatte bei einem Docsis-4.0-Interoperabilitätstest Downstream-Datenraten von 14 GBit/s gemessen. Dabei wurden Docsis-4.0-fähige Kabelmodems von zehn verschiedenen Anbietern getestet.


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