Segmentierung: 500 Haushalte pro Node im Vodafone-Kabelnetz

Vodafone wird im neuen Jahr die Zahl der Segmentierungen im Koaxialkabelnetz weiterführen. Das gab der Netzbetreiber am 9. Januar 2023 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Damit setze man auf "mehr Stabilität und Zuverlässigkeit" . Im zurückliegenden Jahr 2022 wurden dafür 1.500 Segmentierungsmaßnahmen realisiert, die 750.000 Festnetzkunden betrafen. Rein rechnerisch ergeben sich für das vergangene Jahr daraus 500 Haushalte pro Node.
In diesem Jahr werden Vodafone-Techniker das Bestandsnetz mit "ähnlich vielen Maßnahmen" ausbauen. Netzsegmentierungen bedeuten die Verkleinerung der Anzahl der Kunden, die sich einen Netzknoten teilen müssen. Verstärkerpunkte werden in Fibernodes umgewandelt und neue Hauptverteiler (Aggregationspunkte) errichtet, die per Glasfaser angeschlossen sind. Vodafone machte keine Angaben dazu, wie viele Kunden an einem Netzknoten hingen. Bei Kabelnetzbetreibern teilen sich viele Kunden eine Leitung.
"Das heißt, im baumförmigen Netz hängen manchmal 50 oder auch 200 Kunden an einem Port und teilen sich die Bandbreite" , sagte Ralph Leppla , Squad Leader im Network Innovation Center der Deutschen Telekom, im November 2021.
Vom Frühjahr 2023 an wollen die Vodafone Group und Altice sieben Milliarden Euro in den Netzausbau in Deutschland investieren. Das gemeinsame Unternehmen Fibreco besitzen die Partner jeweils zur Hälfte. Der Ausbau soll über die kommenden sechs Jahre in rund sieben Millionen Haushalten erfolgen. Abhängig von regulatorischen Zustimmungen soll die Gründung von Fibreco in der ersten Jahreshälfte 2023 erfolgen.
Rund 20 Prozent des Ausbaus sollen als FTTH (Fiber To The Home) dort entstehen, wo bisher kein Vodafone-Netz verfügbar ist. Das bedeutet, dass 80 Prozent in den Überbau des eigenen Kabelnetzes investiert werden. Vodafone betreibt in Deutschland ein Koaxialkabelnetz und bietet derzeit Verbindungen mit bis zu 1 GBit/s.
Im vergangenen Jahr begann Vodafone damit, die TV-Frequenzen von 350 TV-Sendern umzustellen, um mehr Kapazitäten frei zu machen. Nachdem im vergangenen Jahr rund die Hälfte aller TV-Kunden umgestellt wurde, geht es vom 11. Januar an weiter.
Vodafone: TV-Frequenzen weiter in Umstellung
"Wir harmonisieren bundesweit die TV-Frequenzen. Im Netzbereich der ehemaligen Kabel Deutschland gibt es kaum Veränderungen im Frequenzspektrum – dort werden vor allem Sender auf eine andere Frequenz verschoben" , sagte Vodafone-Sprecher Helge Buchheister am 29. August 2022 . Zudem schalte der Netzbetreiber im oberen Frequenzspektrum einige Docsis-Kanäle auf. "Wir schätzen, dass etwa 5 Millionen Kunden mit älteren TV-Geräten oder TV-Receivern den Sendersuchlauf von Hand starten müssen" , sagte er.
Die aktuelle Umstellung betrifft also das Netz der ehemaligen Unitymedia, dem Kabelnetzbetreiber in Deutschland, der im Jahr 2017 als erster das analoge TV-Programm abgeschaltet hatte. Danach wurden die Senderlisten geändert, um die Frequenzbelegung so zu verschieben, dass Platz für neue HD-Sender und Internet mit hohen Datenraten nutzbar wird. So sollen digitale TV-Programme auf niedrigere Frequenzbereiche verlegt werden, wo zuvor analoge Fernsehprogramme waren. Die Docsis-Kanäle für die Datenübertragung wurden in einen höheren Frequenzbereich umgesetzt.
Vodafone nennt hier keine genauen Zahlen. Grundsätzlich könne man sagen, dass an einem Glasfaser-Node wenige zweistellige bis mehrere hundert Kundenanschlüsse anliegen. "Genaue Zahlen beziehungsweise einen Durchschnittswert geben wir hier aber nicht bekannt" , sagte Unternehmenssprecher Thorsten Höpken. Daher stimme die Rechnung von Golem.de nicht ganz. "Denn die Anschlusszahlen sind je nach Größe des Segments ziemlich unterschiedlich. In den unten genannten 750.000 FN-Anschlüssen sind auch solche enthalten, die zwar nicht an der neuen Fiber-Node angeschlossen sind, aber dennoch von der Kapazitätserweiterung profitieren, da dieser Netzbereich insgesamt entlastet wird."