Perlan stellt Rekorde auf

Doch das Perlan-Team weiß genau, was es tut. Und hat auch längst bewiesen, was es kann. Im Vorjahr kletterten die beiden Piloten Payne und Sandercock auf 15.902 Meter und toppten die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2006.

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In diesem Jahr waren die Bedingungen besonders gut. Binnen weniger Tage wurde der Höhenrekord gleich zweimal geknackt. Am 28. August erreichten sie 65.605 Fuß, fast 20.000 Meter. Am 2. September segelten sie dann auf 76.000 Fuß - 23 Kilometer. Die Welle beförderte die beiden Piloten nach oben wie ein Aufzug: Mit fünf Metern in der Sekunde segelten sie dem Weltrekord entgegen. "Airliner steigen in etwa mit derselben Geschwindigkeit", sagt Team-Chef Ed Warnock.

Weshalb die Bedingungen in diesem Jahr so gut waren, ist schwer zu sagen. Eine Verbindung zwischen den global heißen Sommertemperaturen dieses Jahres in den subtropischen und gemäßigten Zonen der Erde und dem sogenannten Polarwirbel, einem großräumigen Höhentief, das westwärts um den Südpol wehe und die Rekordflüge erst ermögliche, sei schwer herzustellen. "Klar ist, dass die Eisschmelze in den Polarregionen durch die Temperaturerhöhung Einfluss auf den Polarvortex hat", sagt die Perlan-Meteorologin Elizabeth Austin.

Perlan will höher hinaus als die Blackbird

Ziel der Perlan-Crew ist es nicht nur den Seglerrekord zu knacken, sondern den Gesamtrekord für Flächenflugzeuge. Der wurde 1975 mit dem zweistrahligen Aufklärungsflugzeug Lockheed SR-71 Blackbird aufgestellt: 25.929 Meter. Ausgelegt ist der Extremsegler Perlan für Höhenflüge bis 90.000 Fuß, also über 27 Kilometer.

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Doch der Perlan-Crew geht es nicht nur um Rekorde. An Bord sind Sensoren für Temperatur, Luftfeuchte und -druck sowie Ozongehalt. Für die Messung sind Segelflugzeuge besonders geeignet, weil sie keine verfälschenden Abgase erzeugen. Die Daten sind für Klimaforscher aufschlussreich. "Es geht um den Austausch der Luftschichten zwischen Tropos- und Stratosphäre, den ausschließlich Stratosphärenwellen und Vulkane verursachen", sagt Warnock. Bislang werde dieses Thema in den Klimamodellen vernachlässigt - weil es kaum Messwerte dazu gebe. Perlan will sie liefern.

Mit anderen Fluggeräten sind solche Messungen kaum möglich: Düsenjets fliegen viel zu schnell, Hubschrauber nicht hoch genug, und Ballone driften zu sehr ab. Segelflugzeuge hingegen stehen fast stationär über einer Stelle - wenn der Wind stark genug von vorn kommt.

Die Piloten müssen den Einstieg finden

Um die Welle überhaupt zu finden, brauchen die Piloten allerhand Gespür. Genau genommen ist es auch nicht eine Welle, die bis nach oben führt, sondern verschiedene Wellen, die treppenartig angeordnet sind. Man muss nur wissen, wo sie sind. Um die Welle zu reiten, müssen die Piloten im Prinzip nur an der richtigen Stelle quer zum Wind fliegen - hoch geht's dann von allein.

Beim Rekordflug im Vorjahr sei es nicht ganz leicht gewesen, in der Welle zu bleiben. "Besonders in der ersten, nach dem Flugzeugschlepp, die uns auf rund 6.000 Meter hievte. Wir mussten viele enge Kurven fliegen, um in der kleinen Aufwindzone zu bleiben", sagt Sandercock. "Wir fanden Aufwinde an vier verschiedenen Stellen und gewannen an Höhe. Jeder Ort brachte uns etwas höher", ergänzt Payne.

Das Problem ist, dass die Primärwelle irgendwo bei 10.000 Metern endet und die Piloten dann den Einstieg in die Sekundärwelle finden müssen. Erfahrene Piloten erkennen diesen Übergang zwischen Tropos- und Stratosphäre an einer plötzlichen Temperaturänderung.

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 Segelflug: Die HöhenfliegerOben ist es gefährlich 
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