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Seekriegsführung: Chinas neue Katapultstarttechnik für Flugzeugträger

Chinesische Forscher sollen ein neues elektromagnetisches Katapultsystem erfunden haben, das auch schwere Flugzeuge von kleinen Flugzeugträgern starten könnte.
/ Michael Linden
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Flugzeugträger Shandong (Bild: GG001213/Wikipedia)
Flugzeugträger Shandong Bild: GG001213/Wikipedia

China soll ein neues Katapultsystem für Flugzeugträger erfunden haben(öffnet im neuen Fenster) , das die Fähigkeiten von Flugzeugträgern erheblich verbessern könnte. Diese neue Technologie, die von den Fortschritten bei der Entwicklung von Elektroautos inspiriert wurde, hat das Potenzial, schwerere Flugzeuge von kleineren Schiffen aus zu starten und damit die Seekriegsführung zu revolutionieren. Bislang waren lange Startbahnen notwendig, selbst relativ leichte Flugzeuge bis zur Abhebegeschwindigkeit zu beschleunigen, weil die Katapulte nicht leistungsfähig genug waren. Schwerere Flugzeuge ließen sich gar nicht per Katapult starten.

Nach Angaben der South China Morning Post(öffnet im neuen Fenster) nutzt das neue Katapultsystem ein Schwungrad, das von einem Elektromotor angetrieben wird, um eine hohe Rotationsgeschwindigkeit zu erzeugen. Die kinetische Energie wird dann magnetisch auf ein Spannrad übertragen, das an einem Stahlseil zieht, das am Fahrwerk des Flugzeugs befestigt ist und es mit beachtlicher Geschwindigkeit vorwärtstreibt.

Berechnungen zufolge könnte dieses neue System ein 30 Tonnen schweres Flugzeug in nur 2,1 Sekunden von 0 auf 252 km/h beschleunigen und damit die bestehenden elektromagnetischen Katapulte übertreffen. Die kürzere Beschleunigungszeit könnte den Bau von Flugzeugträgern mit kürzeren Start- und Landebahnen ermöglichen, wodurch sie kompakter und schneller gebaut werden könnten. Der US-Flugzeugträger Gerald R. Ford (CVN-78) verfügt bereits über ein elektromagnetisches Katapult(öffnet im neuen Fenster) , das jedoch sehr wartungsintensiv sein soll(öffnet im neuen Fenster) . Das Flugdeck ist 332,8 Meter lang.

Vorteile und Implikationen

Das chinesische Forschungsteam behauptet, dass ihr neues Katapultsystem mehrere Vorteile gegenüber den derzeitigen Technologien bietet. Es soll kostengünstiger in der Herstellung, kompakter im Design und energieeffizienter sein. Diese Faktoren könnten den Bau kleinerer Flugzeugträger mit Start- und Landebahnen von nur 100 Metern Länge ermöglichen.

Außerdem könnte die neue Katapulttechnologie bei bestehenden Schiffen, wie z.B. Hubschrauberträgern, nachgerüstet werden und sie in Flugzeugträger verwandeln. Diese Entwicklung könnte Chinas Marinefähigkeiten erheblich verbessern und es ihnen ermöglichen, schwerere Jets mit höherer Schlagkraft und Reichweite einzusetzen.

So könnte China die Fähigkeit entwickeln, mit Hyperschallraketen bewaffnete Tarnkappenjäger von Flugzeugträgern aus zu starten. Das könnte sich in möglichen Konfrontationen mit anderen Seemächten als wichtiger Faktor erweisen. Der chinesische Stealth-Fighter Chengdu J-20 hat eine normale Startmasse von 32 Tonnen und kann derzeit vermutlich nicht von Flugzeugträgern aus operieren. Eine Marineversion ist aber angekündigt.(öffnet im neuen Fenster)


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