Seekabel: Vietnam verstärkt seine internationale Anbindung

Ein Abzweig des Glasfaserseekabels Asia Direct Cable (ADC) ist seit Kurzem aktiv und steigert die Datenrate der Auslandsanbindung Vietnams um 125 Prozent. Das gab Viettel Networks, eine Tochtergesellschaft von Viettel, am 15. April 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . ADC ist ein rund 9.988 km langes optisches Seekabelsystem, das die sechs Länder Vietnam, China und Hongkong, Thailand, die Philippinen, Singapur und Japan verbindet.
Die Kapazität des ADC beträgt 50 TBit/s, das entspricht 125 Prozent der gesamten Kapazität der fünf existierenden Seekabel Asia-Africa-Europe 1 (AAE-1), Asia Pacific Gateway (APG), Asia-America Gateway (AAG), TGN-Intra Asia Cable System (TGN-IA) und SEA-ME-WE-3, von denen drei im Jahr 2024 Ausfälle erlitten . Anfang 2023 waren alle fünf Kabel wochenlang gestört.
Das ADC verfügt über acht Glasfaserpaare (8FP) und ist für eine Datenrate von 160 TBit/s in der ost- und südostasiatische Region ausgelegt.
Vietnam plant weiteren Ausbau
Das Kabel landet in der vietnamesischen Küstenstadt Quy Nhon. Besitzer sind neben Viettel China Telecom, China Unicom, National Telecom (Thailand), PLDT (Philippinen), Singtel (Singapur), Softbank (Japan) und Tata Communications (Indien).
Viettel, das dem vietnamesischen Verteidigungsministerium untersteht, finanzierte den Abzweig laut eigenen Angaben selbst und betreibt den Kabelbereich technisch ebenfalls selbst. Der japanische Konzern NEC errichtete den Großteil des Seekabels.
Vietnam soll in den nächsten Monaten über das Südostasien-Japan-Kabel 2 (SJC2), das dem staatlichen Netzbetreiber VNPT gehört, noch mehr internationale Bandbreite erhalten. SJC2 soll voraussichtlich im zweiten Quartal 2025 betriebsbereit sein.
Die vietnamesische Regierung will die Seekabelkapazität bis zum Jahr 2030 stark erhöhen. Insgesamt sollen dann mindestens 15 Kabel in dem südöstlich-asiatisches Land landen, mit einer Gesamtkapazität von rund 334 TBit/s. Mindestens zwei dieser Kabel sollen in vietnamesischem Besitz sein. Viettel will auch 24 Rechenzentren errichten, um die Digitalisierung des Landes zu stärken.