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Seedrohnen: Niederlande setzen auf unbemannte Boote aus dem 3D-Drucker

Rumpf in einer Woche produziert: Die niederländische Marine testet Drohnenboote aus dem Drucker . Das Searush-Projekt soll schnelles Prototyping ermöglichen.
/ Michael Linden
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Searush-Projekt - mit menschlicher Besatzung beim Test (Bild: Maritime Research Institute Netherlands)
Searush-Projekt - mit menschlicher Besatzung beim Test Bild: Maritime Research Institute Netherlands

Das Maritime Research Institute Netherlands (Marin) hat im Dezember 2025 erstmals ein unbemanntes Überwasserfahrzeug mit 3D-gedrucktem Rumpf getestet. Die Wassertests fanden im Rijnhaven in Wageningen statt. Der Clou: Der Rumpf entstand innerhalb einer Woche, wie Naval News berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Vom ersten Konzept bis zur schwimmfähigen Testplattform vergingen beim Searush-Projekt nur fünf Monate. Die Initiative ist Teil des niederländischen Rüstungsprogramms und wird vom Innovationszentrum Mind koordiniert. Ziel ist die Entwicklung unbemannter Systeme für maritime Einsätze.

Vom Design zum Druck in fünf Monaten

Mehrere Unternehmen waren an der Entwicklung beteiligt. Impacd Boats aus Woudsend übersetzte das initiale Design in ein 3D-druckbares Rumpfkonzept. Die Produktion erfolgte in der Dutch Boat Factory in Delft. Finale Ausstattung und Systemintegration fanden anschließend wieder in Woudsend statt.

Als Antrieb dient ein Honda-Außenbordmotor mit Steuerschnittstelle des italienischen Herstellers Ultraflex. Diese Konfiguration ermöglicht den Fernbetrieb ohne Besatzung an Bord.

Marine kämpft gegen Personalmangel

Das Maritime Research Institute Netherlands unterstützt die Königlich Niederländische Marine bei der Entwicklung operativer Konzepte, die bemannte und unbemannte Schiffe kombinieren. Das Institut konzentriert sich auf Validierung und operatives Testen unbemannter maritimer Systeme im Rahmen langfristiger Forschungsprogramme.

Der Ansatz von Searush nutzt bestehende niederländische Produktionsinfrastruktur. Fortgeschrittene Fertigungsmethoden wie großformatiger 3D-Druck ermöglichen schnelles Prototyping und kurze Produktionszyklen. Laut Marin stärkt dies die Innovationskapazität des niederländischen Verteidigungsministeriums in einem Sicherheitsumfeld mit zunehmenden geopolitischen Spannungen.

Die wachsende Bedeutung unbemannter maritimer Systeme hat mehrere Ursachen: Internationale Konflikte nehmen zu, die wirtschaftliche und strategische Bedeutung der Nordsee steigt. Zudem sieht sich die Königlich Niederländische Marine mit langfristigen Personalengpässen konfrontiert.

Software für koordinierte Formationen

Im Rahmen des Knowone-Forschungsprogramms arbeitet Marin an der Steuerung mehrerer Boote gleichzeitig. Die Softwareanwendungen ermöglichen es unbemannten Schiffen, in koordinierten Formationen mit bemannten Einheiten zu operieren.


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