Abo
  • Services:

Security: Wireguard-VPN zur Aufnahme in Linux-Kernel vorgeschlagen

Zwei Jahre nach der ersten öffentlichen Vorstellung ist die VPN-Lösung Wireguard erstmals zur Aufnahme in den Linux-Kernel vorgeschlagen worden. Bis zur endgültigen Aufnahme dürfte es zwar noch dauern, das Projekt bekommt aber viel prominente Unterstützung.

Artikel veröffentlicht am ,
Das Wireguard-Maskottchen ist ein Drache.
Das Wireguard-Maskottchen ist ein Drache. (Bild: Tristan Schmurr/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Vor zwei Jahren hat der Entwickler und Sicherheitsforscher Jason Donenfeld mit Wireguard eine neue VPN-Technik öffentlich vorgestellt, die direkt im Linux-Kernel implementiert wird, auf moderne Kryptographie setzt und besonders klein und schnell sein soll. Die Implementierung ist nun erstmals offiziell als Patch auf der Mailing-Liste der Linux-Kernel-Entwickler erschienen und damit für die Aufnahme in den Kernel vorgeschlagen worden.

Stellenmarkt
  1. SMR Automotive Mirrors Stuttgart GmbH, Stuttgart
  2. Helmut-Schmidt-Universität Universität der Bundeswehr Hamburg, Hamburg

Der wohl größte Vorteil von Wireguard im Vergleich zu bisherigen Lösungen besteht vor allem in der extrem geringen Anzahl an Codezeilen der Technik. So umfasst die Kernel-Technik selbst nur etwa 4.000 Zeilen Code. Die bisher zu Verfügung stehenden Alternativen wie OpenVPN oder auch IPSec umfassen dagegen mehrere Hunderttausend Zeilen Code. So nutzt Wireguard zur Identifizierung lediglich öffentliche Schlüssel, analog zu SSH, wodurch etwa auf eine Zertifikatsinfrastruktur verzichtet werden kann.

Eine der grundlegenden Ideen von Wireguard ist zudem, die Technik als normale Netzwerkschnittstelle des Systems bereitzustellen. Sämtliche Werkzeuge, die bisher etwa Schnittstellen wie eth0 und wlan0 verwalten, können so auch theoretisch sehr einfach die Wireguard-Schnittstelle wg0 verwalten. Verschiedene Userspace-Dienste wie zum Beispiel Systemd-Networkd haben ihren Code bereits angepasst.

Aufnahme in den Kernel ziemlich sicher

Dass Wireguard erst zwei Jahre nach der Veröffentlichung zur Aufnahme in den Kernel vorgeschlagen wird, hat verschiedene Gründe. So baut Wireguard etwa auf verschiedenen Änderungen an der Netzwerk- und Krypto-Schicht im Kernel auf, die zunächst für sich diskutiert und eingepflegt werden müssen. Diese Vorgehensweise gilt natürlich auch für Wireguard selbst, für das dieser Prozess nun begonnen hat.

Dass Wireguard dabei abseits von Code-Strukturierung oder Ähnlichem auf große Widerstände stößt, ist derzeit nicht abzusehen. So wird das Projekt etwa aktiv von Dave Miller unterstützt, der seit Jahren die Netzwerkentwicklung im Kernel betreut. Auch Chef-Entwickler Linus Torvalds möchte offenbar Wireguard schnell einpflegen, um Nutzer zum Wechsel von IPSec auf die Technik zu bewegen. Wann Wireguard letztlich im Hauptzweig des Kernels landet, ist zurzeit aber noch nicht absehbar.

Für Nutzer, die Wireguard ausprobieren möchten, stehen Pakete für verschiedene Linux-Distributionen über die Seite des Projekts bereit, ebenso wie natürlich der Quellcode.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  2. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  3. (-63%) 22,49€
  4. (-80%) 1,99€

RipClaw 02. Aug 2018 / Themenstart

Man kann sich wireguard aus dem offiziellen Unstable Debian Repo besorgen: https://wiki...

tsx-11 01. Aug 2018 / Themenstart

IPSec ist auch im Kernel und VPN im Kernel macht wegen der Performance durchaus Sinn. Au...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Samsung Flip - Test

Das Samsung Flip ist ein Smartboard, das auf eingängige Weise Präsentationen oder Meetings im Konferenzraum ermöglicht. Auf dem 55 Zoll großen Bildschirm lässt es sich schreiben oder zeichnen - doch erst, wenn wir ein externes Gerät daran anschließen, entfaltet es sein komplettes Potenzial.

Samsung Flip - Test Video aufrufen
Threadripper 2990WX und 2950X im Test: Viel hilft nicht immer viel
Threadripper 2990WX und 2950X im Test
Viel hilft nicht immer viel

Für Workstations: AMDs Threadripper 2990WX mit 32 Kernen schlägt Intels ähnlich teure 18-Core-CPU klar und der günstigere Threadripper 2950X hält noch mit. Für das Ryzen-Topmodell muss aber die Software angepasst sein und sie darf nicht zu viel Datentransferrate benötigen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. 32-Kern-CPU Threadripper 2990WX läuft mit Radeons besser
  2. Threadripper 2990WX AMDs 32-Kerner kostet weniger als Intels 18-Kerner
  3. Zhongshan Subor Z+ AMD baut SoC mit PS4-Pro-Leistung für chinesische Konsole

Matebook X Pro im Test: Huaweis zweites Notebook ist klasse
Matebook X Pro im Test
Huaweis zweites Notebook ist klasse

Mit dem Matebook X Pro veröffentlicht Huawei sein zweites Ultrabook. Das schlanke Gerät überzeugt durch ein gutes Display, flotte Hardware samt dedizierter Grafikeinheit, clevere Kühlung und sinnvolle Anschlüsse. Nur die eigenwillig positionierte Webcam halten wir für fragwürdig.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Android Huawei stellt zwei neue Tablets mit 10-Zoll-Displays vor
  2. Smartphones Huawei will Ende 2019 Nummer 1 werden
  3. Handelskrieg Huawei-Chef kritisiert Rückständigkeit in den USA

Elektromobilität: Regierung bremst bei Anspruch auf private Ladesäulen
Elektromobilität
Regierung bremst bei Anspruch auf private Ladesäulen

Die Anschaffung eines Elektroautos scheitert häufig an der fehlenden Lademöglichkeit am heimischen Parkplatz. Doch die Bundesregierung will vorerst keinen eigenen Gesetzesentwurf für einen Anspruch von Wohnungseigentümern und Mietern vorlegen.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. TU Graz Der Roboter als E-Tankwart
  2. WLTP VW kann Elektro- und Hybridautos 2018 nicht mehr verkaufen
  3. Elektroautos Daimler-Betriebsrat will Akkuzellen aus Europa

    •  /