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Security:
Warum kritische Infrastruktur 2026 unter Druck steht

Ein Angriff auf Polens Energiesystem zeigt, wie digitale Schnittstellen zum Schwachpunkt der Versorgung werden, und welche Lehren Betreiber ziehen müssen.
/ Steffen Zahn
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Die eigentliche Gefahr für kritische Infrastruktur liegt hinter dem Zaun, in den Systemen. (Bild: H. Hach from Pixabay)
Die eigentliche Gefahr für kritische Infrastruktur liegt hinter dem Zaun, in den Systemen. Bild: H. Hach from Pixabay / Pixabay License

Als Polen Mitte Januar öffentlich machte, dass Ende 2025 ein massiver Cyberangriff auf das Energiesystem stattgefunden hatte, war die wichtigste Botschaft nicht, dass er gescheitert war. Wichtig war das Ziel: Nach Angaben des Energieministers richtete sich der Angriff nicht gegen große Kraftwerksblöcke oder das Übertragungsnetz, sondern gegen die Kommunikationssysteme zwischen erneuerbaren Anlagen und den Verteilnetzbetreibern. Genau diese Schnittstellen werden 2026 zum neuralgischen Punkt der Versorgungssicherheit in Europa.

Die Energiewende vergrößert die digitale Angriffsfläche schneller, als viele Betreiber ihre Schutzmaßnahmen nachziehen. Früher war das Stromsystem stark zentral organisiert. Heute hängen tausende dezentrale Erzeuger an Verteilnetzen, werden über Aggregatoren und Leitstellen koordiniert und sind auf permanente Datenverbindungen angewiesen. Wenn Angreifer diese Verbindungen stören, ist der Hebel plötzlich nicht mehr ein einzelnes Kraftwerk, sondern die Fähigkeit, Einspeisung und Verteilung stabil zu regeln.

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