Abo
  • Services:

Security: US-Sicherheitsunternehmen untersucht Anonymous-Attacke

Das US-Sicherheitsunternehmen Imperva hat einen DDoS-Angriff von Anonymous gegen den Vatikan untersucht. Das Vorgehen soll typisch für eine Aktion des Kollektivs sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Demonstranten mit Guy-Fawkes-Masken: DDoS-Angriff nach missglücktem Einbruch
Demonstranten mit Guy-Fawkes-Masken: DDoS-Angriff nach missglücktem Einbruch (Bild: Valery Hache/AFP/Getty Images)

Im August 2011 hat die Gruppe Anonymous einen Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS) auf die Systeme des Vatikans durchgeführt. Das US-Sicherheitsunternehmen Imperva hat die Attacke untersucht, um etwas über die Vorgehensweise des Kollektivs herauszubekommen.

Nur wenige Erfahrene

Stellenmarkt
  1. merlin.zwo IT Solutions GmbH & Co. KG, Eningen
  2. SEITENBAU GmbH, Konstanz

An dem Angriff, über den seinerzeit nur wenig berichtet wurde, seien mehr als 1.000 Nutzer beteiligt gewesen. Von diesen seien aber nur etwa 10 bis 15 fähige Hacker, schreiben die Imperva-Autoren. Diese verfügten über Fertigkeiten, die bei professionellen Hackern üblich seien, und sie nutzten die gleichen Werkzeuge und Black-Hat-Methoden.

Der Rest der Beteiligten seien Laien, die von den Erfahrenen angeleitet würden. Das könnten einige Dutzend bis mehrere hundert sein. "Ihre Rolle besteht in erster Linie darin, DDoS-Attacken durchzuführen, entweder durch Herunterladen und den Einsatz spezieller Software oder durch den Besuch von Webseiten, die darauf ausgerichtet sind, Opfer mit Seitenaufrufen zu überfluten", heißt es in der Studie.

Einbruch oder DDoS

Bemerkenswert ist, dass die Anonymous-Mitglieder offensichtlich zuerst versuchen, sich Daten von den Servern zu verschaffen. Erst wenn das fehlschlage, werde eine Seite per DDoS angegriffen, heißt es in der Studie.

Die Aktion, die die Bezeichnung Operation Pharisee trug, war gedacht als Protest gegen die sexuellen Übergriffe gegen Jugendliche durch katholische Geistliche und sollte mit dem Besuch von Papst Benedikt XVI. des Weltjugendtages in Madrid zusammenfallen. Sie dauerte insgesamt 25 Tage.

Aktion in sozialen Netzen ankündigen

Die Initiative sei von Anonymous-Mitgliedern in Mexiko und Südamerika ausgegangen. Zunächst wurde die Aktion vor allem über soziale Netze wie Facebook, Twitter und Youtube vorbereitet: Der Angriff wurde vorgeschlagen und begründet. Anschließend wurden Freiwillige rekrutiert. Diese Phase soll 18 Tage gedauert haben.

Der eigentliche Angriff begann am 19. Tag. Drei Tage lang hätten rund ein Dutzend erfahrener Anonymous-Mitglieder die Seite des Weltjugendtages mit automatisierten Methoden auf Sicherheitslücken untersucht und versucht, sich Zugang dazu zu verschaffen. Nachdem es den Anonymous-Mitgliedern nicht gelungen war, in die Systeme des Vatikans einzubrechen, kam es in den letzten beiden Tagen von Operation Pharisee zu massiven DDoS-Attacken.

Nur schwer erreichbar

Laut Anonymous sollen daran bis zu 1.000 Freiwillige teilgenommen haben. Am ersten Tag sei der Traffic 28-, am zweiten 34-mal so hoch wie üblich gewesen. Dadurch sei die Website sehr schwer, in manchen Ländern gar nicht zu erreichen gewesen.

Imperva erwähnt in der Studie The Anatomy of an Anonymous Attack zwar nicht das Ziel des Angriffs. Zwei Informanten aus dem Umfeld der Ermittlungen erklärten jedoch, es habe sich dabei um diesen Angriff gehandelt, wie die New York Times berichtet. Die Studie soll in dieser Woche auf einer Konferenz vorgestellt werden.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. bei Alternate kaufen

schwar2ss 28. Feb 2012

Wertungsfrei! Super recherchiert! Lesenswert! Danke fürs Verlinken @golem!

Trollfeeder 28. Feb 2012

Ich bin mir noch nicht sicher ob ich das wirklich wissen will. Ich kann dann wieder 14...

Trollfeeder 28. Feb 2012

Die bezahlen die auch besser. Geld haben sie ja genug.^^ (US Geheimdienstbudget ca. 80 Mrd $)


Folgen Sie uns
       


Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht

Wasserstoff statt Diesel: Der Nahverkehrszug der Zukunft soll sauber fahren. Der französische Konzern Alstom hat einen Zug mit einem Brennstoffzellenantrieb entwickelt, der ohne Oberleitung elektrisch fährt. Wir sind eingestiegen.

Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht Video aufrufen
Blue Byte: Auf dem Weg in schöner generierte Welten
Blue Byte
Auf dem Weg in schöner generierte Welten

Quo Vadis Gemeinsam mit der Universität Köln arbeitet Ubisoft Blue Byte an neuen Technologien für prozedural generierte Welten. Producer Marc Braun hat einige der neuen Ansätze vorgestellt.

  1. Influencer Fortnite schlägt Minecraft
  2. Politik in Games Zwischen Völkerfreundschaft und Präsidentenprügel
  3. Förderung Spielebranche will 50 Millionen Euro vom Steuerzahler

P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

Coradia iLint: Alstoms Brennstoffzellenzug ist erschreckend unspektakulär
Coradia iLint
Alstoms Brennstoffzellenzug ist "erschreckend unspektakulär"

Ein Nahverkehrszug mit Elektroantrieb ist eigentlich keine Erwähnung wert, dieser jedoch schon: Der vom französischen Konzern Alstom entwickelte Coradia iLint hat einen Antrieb mit Brennstoffzelle. Wir sind mitgefahren.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Alternativer Antrieb Toyota zeigt Brennstoffzellenauto und Bus
  2. General Motors Surus bringt Brennstoffzellen in autonome Lkw
  3. Alternative Antriebe Hyundai baut Brennstoffzellen-SUV mit 580 km Reichweite

    •  /