Security: US-Präsident Barack Obama warnt vor Cyberattacken
In einem konventionellen Krieg mögen die USA nicht zu schlagen sein. Über das Internet hingegen sei das Land verletzlich, warnt US-Präsident Barack Obama in einem Gastbeitrag in der Tageszeitung Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster). Die Bedrohung durch das Internet sei eines der größten Probleme für die Wirtschaft und die nationale Sicherheit.
Folgen einer Cyberattacke
"Es gehört nicht viel dazu, sich die Folgen einer erfolgreichen Cyberattacke auszumalen", schreibt Obama. "Wichtige Banksysteme auszuschalten, könnte eine Finanzkrise auslösen. Das Fehlen von sauberem Wasser oder funktionsfähigen Krankenhäusern könnten einen medizinischen Notstand hervorrufen. Und wie wir bei vergangen Stromausfällen gesehen haben, stehen ohne Strom Wirtschaft, Städte und ganze Regionen still."
Die Computer von wichtigen Bereichen der Wirtschaft stünden unter ständiger Bedrohung. "Fremde Regierungen, kriminelle Vereinigungen und Einzelgänger" testeten Tag für Tag, ob sie in die Systeme von Banken, Atom- und Energieunternehmen oder des Zivilschutzes eindringen könnten. Bislang sei noch keine der wichtigen Versorgungssysteme ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen oder abgeschaltet worden, schreibt Obama.
Informationsaustausch
Für seine Regierung stehe Cybersecurity deshalb weit oben auf der Agenda. Dazu gehöre auch, die entsprechenden Gesetze zu erlassen. Diese sollen den Informationsaustausch zwischen Regierung und Versorgungsunternehmen im Fall von Cyberbedrohungen und -attacken regeln.
Informationsaustausch allein sei aber nicht genug. Es müssten Sicherheitslücken geschlossen werden. Jeder verstehe, weshalb Atomkraftwerke mit Zäunen umgeben seien, Wasserwerke ständig die Wasserqualität prüften, Cockpits in Flugzeugen durch Türen gesichert seien. Viele Unternehmen hätten aber nicht einmal einen einfachen Passwortschutz. "Es wäre der Gipfel der Unverantwortlichkeit, die digitale Hintertür für unsere Gegner offen stehen zu lassen."
Zustimmung zu Cybersicherheitsgesetz gefordert
Obama forderte in der Zeitung den Senat und das Repräsentantenhaus auf, den vom unabhängigen US-Senator Joe Lieberman eingebrachten Gesetzesentwurf, den Cybersecurity Act of 2012(öffnet im neuen Fenster), zu unterstützen. Er unterstrich aber auch noch einmal, dass Sicherheit nicht jeden Preis wert ist: "Tatsächlich werde ich gegen jeden Entwurf, dem es an einem starken Schutz für Privatsphäre und die bürgerlichen Freiheiten fehlt, Veto einlegen."
Als das US-Repräsentantenhaus im April 2012 das Gesetz zur Cybersicherheit (Cispa) gebilligt hatte, erklärte der US-Präsident, er werde es unter anderem wegen des mangelnden Schutzes der Privatsphäre ablehnen.
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