Security: Sicherheitslücke in Netgear-Routern ermöglicht Fernzugriff

Gleich zwei Sicherheitsfirmen haben Lücken in Netgear-Routern gefunden, die "vollen, unautorisierten, administrativen Remote-Zugriff aus der Ferne" ermöglichen sollen. Bereits im Juli soll die Lücke durch die Schweizer Firma Compass Security entdeckt und an Netgear gemeldet worden sein(öffnet im neuen Fenster) . Im September hatten Sicherheitsforscher von Shellshock Labs die gleiche Lücke entdeckt.
Netgear arbeitet noch an einem Patch. Betroffen sind die Firmware-Versionen N300_1.1.0.31_1.0.1.img und N300-1.1.0.28_1.0.1.img, getestet haben die Compass-Forscher die Lücke nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) auf dem Modell WNR1000v4 - aber auch andere Modelle sollen betroffen sein.
Angriff über das Webinterface
Um die Schwachstelle ausnutzen zu können, muss der Administratorzugriff aus der Ferne aktiviert sein. Wenn ein Angreifer nun auf das Webinterface zugreift und falsche Zugangsdaten einträgt, wird er auf die Adresse 401_access_denied.htm umgeleitet. Greift der Hacker dann mehrfach auf die Adresse "http://ROUTER-IP/BRS_netgear_success.html" zu, hat er danach ohne Nutzername und Passwort Zugang zum Administrationsinterface.
Netgear soll Compass Security bereits Anfang September Zugriff auf eine Beta-Version einer gepatchten Firmware gegeben haben. Doch bislang gibt es kein offizielles Statement von Netgear, wann mit einem öffentlich verfügbaren Update zu rechnen ist. Alexander Herzog, der Chief Technology Officer von Compass Security sagte nach Angaben von Threatpost, dass mehr als 10.000 Router bereits erfolgreich angegriffen wurden. Netgear meldet laut Angaben der BBC, dass weniger als 5000 Router betroffen seien.