Security: Protonmail für alle

Der Schweizer E-Mail-Dienst Protonmail wird ab Januar 2016 für alle Nutzer verfügbar sein(öffnet im neuen Fenster) - derzeit kann man nur um eine Einladung bitten. Protonmail 3.0 soll damit die erste Nicht-Beta-Version des Dienstes werden. Eigentlich wollten die Macher Version 3.0 schon früher starten - der Zeitplan wurde aber durch einen DDoS-Angriff im vergangenen Monat durcheinandergeworfen.
Das Protonmail-Team hat die Zeit nach eigenen Angaben genutzt, um die eigene Infrastruktur gegen künftige DDoS-Angriffe zu härten. In den vergangenen Wochen sei es bereits gelungen, Angriffe mit einem Volumen von 40 bis 50 GByte pro Sekunde ohne Einschränkungen des Services abzuwehren.
Mit dem jetzt für den 26. Januar geplanten Launch will das Team auf die verschiedenen Feierlichkeiten - das christliche und das orthodoxe Weihnachten - Rücksicht nehmen. Außerdem sollen in der Zwischenzeit noch weitere Features eingebaut werden.
Neue Benutzeroberfläche und bessere Usability
Das neue Release soll eine komplett neue Benutzeroberfläche enthalten, die nach Angaben von Protonmail "wettbewerbsfähig mit anderen E-Mail -Diensten" sein soll. Der Dienst solle nicht nur der sicherste werden, sondern auch der am besten zu benutzende, heißt es in dem Statement.
Im Hintergrund wird die Serverkapazität kontinuierlich hochgefahren - Protonmail spricht von einer Verdreifachung der Kapazität. Damit sollen alle Nutzer auf der Warteliste Zugang bekommen - künftig soll sogar ganz auf die Warteliste verzichtet werden.
Noch unklar ist, ob Ende Januar auch die neuen Apps für iOS und Android erscheinen werden. Die Apps befinden sich derzeit ebenfalls in einem Beta-Programm, Nutzer können sich nach wie vor als Tester registrieren. Noch in Entwicklung befindet sich die Möglichkeit, eigene Domains für Protonmail zu nutzen - ein Angebot, das sich vor allem an Firmen richten dürfte.
Um nicht weiter auf Spenden als primäre Einnahmequelle angewiesen zu sein, wird Protonmail künftig auch Bezahlaccounts anbieten. Nutzer können dann zum Beispiel mehr Speicherplatz erwerben. Die Basis-Accounts will das Unternehmen aber auch künftig kostenfrei zur Verfügung stellen.
Nach den DDoS-Attacken hatte Protonmail um Spenden gebeten, um die Angriffe abwehren zu können. Kritik gab es, weil die Macher sich entschieden hatten, die geforderte Erpressersumme zu bezahlen. Das wollten sie in Zukunft nie wieder tun, versicherten sie.



