Abo
  • Services:

Security: Operas VPN ist nur ein HTTP-Proxy

Opera wirbt in der neuesten Developer-Version des Browsers mit einem integrierten VPN - doch das stimmt nicht ganz. Das angebliche VPN hat außerdem ein Privatsphäre-Problem.

Artikel veröffentlicht am ,
Operas VPN ist eher ein Proxy.
Operas VPN ist eher ein Proxy. (Bild: Opera)

Der norwegische Browserhersteller Opera will die Privatsphäre der Nutzer mit einer neuen Funktion schützen - doch das beworbene VPN-Feature ist nur ein HTTP-Proxy. Wie der Sicherheitsforscher Michal Spacek schreibt, handelt es sich eben nicht um ein vollwertiges VPN, außerdem gibt es ein potenzielles Privatsphäre-Problem. Für erfahrene Nutzer dürfte klar sein, dass ein solcher Dienst in einem Browser nur den Webtraffic verschlüsselt und mit einer neuen IP versieht - unerfahrene Nutzer könnten hier aber in die Irre geführt werden.

Stellenmarkt
  1. Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  2. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, Berlin

Die durchgängig als VPN beworbene Funktion lässt sich in der aktuellen Developer-Version von Opera in den Einstellungen aktivieren. Nach der Aktivierung ist der Proxy dann automatisch aktiv, der Status wird in der Adresszeile links neben der URL angezeigt. Mit einem Klick sehen Nutzer, wie viel Daten bereits übertragen wurden. Außerdem kann zwischen drei Standorten gewählt werden. Neben Deutschland stehen Server in den USA und Kanada zur Auswahl.

Opera nutzt die API des VPN-Betreibers Surfeasy für den Dienst. Die Verbindung erfordert eine Autorisierung durch den Nutzer, die aber automatisch durchgeführt wird. Dazu generiert Opera eine mit SHA1 gehashte Device-ID und ein Device-Passwort. Mit einem einfachen Python-Skript auf Github können Nutzer ihre eigenen Zugangsdaten herausfinden und diese auch auf einem anderen Gerät einsetzen.

Die Device-ID bleibt stabil

Die Device-ID bleibt zudem stabil, könnte also eingesetzt werden, um Nutzer im Netz zu verfolgen. Auch nach einer Neuinstallation des Browsers soll diese, Spacek zufolge, erhalten bleiben. Nur wenn die Nutzerdaten manuell gelöscht werden, wird auch eine neue ID erzeugt. Würde diese ID bei jedem Start des Browsers neu erstellt, wäre der Privatsphäre deutlich mehr geholfen.

Die Verbindungsgeschwindigkeit war im kurzen Test jedoch gut - wir erreichten rund 50 MBit/s. Im Test mit einem US-Server funktionierte auch die Verbindung über Netflix und der Zugriff auf in Deutschland nicht verfügbare Inhalte. Es dauerte jedoch deutlich über eine Minute, bis der Inhalt in HD-Qualität dargestellt wurde. Zu Aussetzern kam es in unserem kurzen Test jedoch nicht.

Krystian Kolondra von Opera verteidigte die Benennung im Gespräch mit Helpnetsecurity: "In unserem Fall kommen wir mit einem neuen Begriff: Browser VPN - und unser Ziel ist, dass alle Netzwerkaktivitäten des Browsers über unseren sicheren Proxy geleitet werden - anders als die normalen Proxies, die nur den Webtraffic routen. Es ist was anderes als ein systemweiter VPN, aber es ist auch anders als ein Proxy. Deshalb: Browser VPN." Nicht alle Plugins würden bereits den Proxy nutzen, sagte Kolondra, und nannte WebRTC als Beispiel. Das soll in späteren Versionen der Developer Preview behoben werden.

Auch ein vollwertiger VPN hat Limitierungen: Zwar lässt sich damit die eigene IP-Adresse verschleiern, außerdem kann in einem offenen WLAN der eigene Datenverkehr auf unverschlüsselten Webseiten vor Mitlesern geschützt werden. Doch am Ende kommen unverschlüsselte Daten eben auch bei einem VPN unverschlüsselt heraus. Außerdem lassen sich Nutzer auch über Fingerprinting deanonymisieren. Verschiedene Privacy-Boxen setzen ebenfalls auf VPN-Netzwerke, viele bieten aber auch hier nur wenig mehr Schutz.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Logitech G910 + G402 für 99€ und ASUS Dual Radeon RX 580 OC + SanDisk SSD Plus 240 GB...
  2. (aktuell u. a. Corsair CX750 für 64,90€ + Versand)
  3. 9,99€ (mtl., monatlich kündbar)
  4. 229,99€

stressimo 29. Apr 2016

Hallo, wie ist es möglich, die Zugangsdaten mit dem Python Skript auszulesen? Habe dazu...

Tyler Durden 27. Apr 2016

ROTFL! WTF? Wo ist die Logik oder der Sinn in diesem Posting? Wo fehlt mir deiner...

Nullmodem 26. Apr 2016

Die allermeisten Benutzer von VPN brauchen das, um Netflix zu schauen, mit Privatsphäre...

Ymi_Yugy 25. Apr 2016

Problematisch wird es bei Fingerprinting immer dann, wenn meine konkrete Person oder ein...


Folgen Sie uns
       


The Division 2 - Test

The Division 2 ist ein spektakuläres Spiel - und um einiges besser als der Vorgänger.

The Division 2 - Test Video aufrufen
P30 Pro im Kameratest: Huawei baut die vielseitigste Smartphone-Kamera
P30 Pro im Kameratest
Huawei baut die vielseitigste Smartphone-Kamera

Huawei will mit dem P30 Pro seinen Vorsprung vor den Smartphone-Kameras der Konkurrenez ausbauen - und schafft es mit einigen grundlegenden Veränderungen.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. 5G-Ausbau Sicherheitskriterien führen nicht zu Ausschluss von Huawei
  2. Kritik an Eckpunkten Bitkom warnt vor deutschem Alleingang bei 5G-Sicherheit
  3. 5G-Ausbau USA lenken bei Huawei-Aufträgen angeblich ein

TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Linux: Wer sind die Debian-Bewerber?
Linux
Wer sind die Debian-Bewerber?

Nach schleppendem Beginn stellen sich vier Kandidaten als Debian Project Leader zur Wahl. Zwei von ihnen kommen aus dem deutschsprachigen Raum und stellen Golem.de ihre Ziele vor.
Von Fabian A. Scherschel

  1. Betriebssystem Debian-Entwickler tritt wegen veralteter Werkzeuge zurück
  2. Linux Debian-Update verhindert Start auf ARM-Geräten
  3. Apt Bug in Debian-Paketmanager feuert Debatte über HTTPS an

    •  /