Abo
  • Services:

Security: Mehr Sicherheitslücken in Kasperskys Antivirensoftware

Virenscanner sollen Nutzer eigentlich vor Bedrohungen schützen. Doch durch schlampige Programmierung hätten viele von ihnen selbst Sicherheitslücken, sagt Google-Forscher Tavis Ormandy. Jetzt hat er weitere Details zu Mängeln bei Kaspersky veröffentlicht.

Artikel veröffentlicht am ,
Schwachstellen für Antivirensoftware werden regelmäßig gehandelt.
Schwachstellen für Antivirensoftware werden regelmäßig gehandelt. (Bild: Tavis Ormandy / Wikileaks)

Virenscanner von Kaspersky enthalten eine ganze Reihe von Sicherheitslücken - das sagt Tavis Ormandy von Googles Projekt Zero. Mit Hilfe von Fuzzing und Googles Cloud-Plattform Scale habe er Produkte von Kaspersky auf Schwachstellen getestet und sei fündig geworden. Bereits Anfang September hatte Ormandy erste Informationen zu Lücken in Kaspersky-Produkten veröffentlicht und weitere Informationen angekündigt.

Stellenmarkt
  1. MAHLE International GmbH, Stuttgart
  2. Joyson Safety Systems Aschaffenburg GmbH, Berlin, Aschaffenburg

Ormandy wurde in der Vergangenheit mehrfach für seine angeblich unverantwortliche Veröffentlichungspraxis von Sicherheitslücken kritisiert. In seinem Blogpost betont er jetzt, dass Kaspersky seit längerem informiert sei und die kritischen Bugs bereits geschlossen habe. Er forsche nicht nur über die Sicherheit von Kaspersky-Produkten, sondern untersuche auch Produkte von Sophos und Eset. Zudem kündigte er weitere Enthüllungen an.

Um Bedrohungen zu finden, durchsuchen Virenscanner üblicherweise den Netzwerk- und Datenverkehr. Für einen Virenscanner-Exploit reicht es demnach aus, eine Webseite anzusurfen oder eine E-Mail über das Mailprogramm abzurufen. Weitere Handlungen des Nutzers sind nicht erforderlich.

Fuzzing zeigt Lücken in Thinstall-Containern auf

Die Antivirensoftware von Kaspersky entpackt Thinstall-Container, um sie auf Malware zu durchsuchen. Durch Fuzzing der Thinstall-Anwendungen fand Ormandi einen Stack-Buffer-Overflow. Weil Kaspersky darauf verzichtete, den Overflow-Schutz /GS zu aktivieren, konnte er den Stack Frame überschreiben und manipulieren. In der Visual-Studio-Entwicklungsumgebung wird /GS Standardmäßig aktiviert, um Pufferüberläufe zu verhindern. Der Hersteller empfiehlt, die Option nur bei nicht sicherheitskritischen Anwendungen zu deaktivieren. Wieso Kaspersky die Option nicht nutzte, ist unklar.

Beim Exploit-Vorgang kam dem Google-Forscher zugute, dass das Kaspersky-Team Fehler in der Implementation von /Dynamicbase gemacht hatte. Die Funktion weist auszuführenden Instruktionen mit Adress-Space-Layout-Randomization (ASLR) per Rebase einen zufälligen Speicherbereich zu, um erfolgreiche Exploits zu erschweren.

Kaspersky scannt Zip-Archive auch im Verbund mit anderen Dateien

Der ursprüngliche Plan, eine infizierte DLL-Datei über den Windows-Loader zu laden, schlug fehl. Deshalb nutzte Ormandy aus, dass Kaspersky auch Zip-Archive scannt, die per Cat mit anderen Dateien verknüpft wurden. Er integrierte seinen Exploit in eine Zip-Datei und verknüpfte diese mit einer DLL. Damit gelang es ihm, über einen manipulierten Befehl den Windows-Rechner zu starten.

Ormandy will mit seinen Recherchen auf Fehler in Antivirus-Programmen hinweisen. Exploits für diese Programme würden regelmäßig gehandelt. Antivirenhersteller sollten Sandboxing für ihre Unpacker nutzen und dafür sorgen, dass die Prozesse mit weniger Berechtigungen laufen.

Nachtrag

Kaspersky hat bekanntgegeben, dass alle von Tavis Ormandy angezeigten Sicherheitslücken mittlerweile behoben seien. Insbesondere habe das Unternehmen den Stack-Overflow-Schutz /GS aktiviert, und es arbeite weiter an der Verbesserung der Produktsicherheit.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,99€

tibrob 24. Sep 2015

1. Falsch. 2. Nein.

Anonymer Nutzer 24. Sep 2015

Die Firma AVG, Hersteller von Antiviren-Software, will Nutzerdaten künftig an...

Ultronkalaver 24. Sep 2015

TuneUp gibt es immer noch? Oh oh ... ich hatte gehofft die würden pleite gehen und das...

Ultronkalaver 24. Sep 2015

Viren sind heute nicht mehr das Problem. Das kann jede Software aber hier liegt nicht...


Folgen Sie uns
       


Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht

Wasserstoff statt Diesel: Der Nahverkehrszug der Zukunft soll sauber fahren. Der französische Konzern Alstom hat einen Zug mit einem Brennstoffzellenantrieb entwickelt, der ohne Oberleitung elektrisch fährt. Wir sind eingestiegen.

Fahrt mit Alstoms Brennstoffzellenzug - Bericht Video aufrufen
EU-Urheberrechtsreform: Wie die Affen auf der Schreibmaschine
EU-Urheberrechtsreform
Wie die Affen auf der Schreibmaschine

Nahezu wöchentlich liegen inzwischen neue Vorschläge zum europäischen Leistungsschutzrecht und zu Uploadfiltern auf dem Tisch. Sie sind dilettantische Versuche, schlechte Konzepte irgendwie in Gesetzesform zu gießen.
Ein IMHO von Friedhelm Greis

  1. Leistungsschutzrecht VG Media darf Google weiterhin bevorzugen
  2. EU-Verhandlungen Regierung fordert deutsche Version des Leistungsschutzrechts
  3. Fake News EU-Kommission fordert Verhaltenskodex für Online-Plattformen

Steam Link App ausprobiert: Games in 4K auf das Smartphone streamen
Steam Link App ausprobiert
Games in 4K auf das Smartphone streamen

Mit der Steam Link App lassen sich der Desktop und Spiele vom Computer auf Smartphones übertragen. Im Kurztest mit einem Windows-Desktop und einem Google Pixel 2 klappte das einwandfrei - sogar in 4K.
Ein Bericht von Marc Sauter

  1. Valve Steam Spy steht nach Datenschutzänderungen vor dem Aus
  2. Insel Games Spielehersteller wegen Fake-Reviews von Steam ausgeschlossen
  3. Spieleportal Bitcoin ist Steam zu unbeständig und zu teuer

Kryptographie: Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator
Kryptographie
Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator

Einer der schwerwiegendsten Fehler in der Geschichte der Kryptographie beschäftigte vor zehn Jahren Nutzer der Debian-Distribution. Wenn man danach sucht, findet man noch heute vereinzelt verwundbare Schlüssel.
Von Hanno Böck


      •  /