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Security: Mathematische Formel für den Cyberwar

Zwei Wissenschaftler aus den USA haben eine Formel entwickelt, mit der sie ausrechnen können, wann der beste Zeitpunkt ist, um einen Cyberangriff auf ein bestimmtes Ziel mit bestimmten Mitteln durchzuführen.
/ Werner Pluta
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Code der Schadsoftware Flame: Mittel, Kosten, Ziel und Nutzen einer Aktion (Bild: Kaspersky Lab)
Code der Schadsoftware Flame: Mittel, Kosten, Ziel und Nutzen einer Aktion Bild: Kaspersky Lab

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Cyberangriff? Robert Axelrod und Rumen Iliev wissen es: Die Wissenschaftler von der Universität von Michigan in Ann Arbor haben eine Formel entwickelt, um auszurechnen, wann am effektivsten zugeschlagen werden kann.

Entscheidend sind verschiedene Faktoren: das Mittel, das eingesetzt werden soll, die Kosten, das Ziel der Aktion und der Nutzen. Aus diesen Faktoren errechnet sich der richtige Zeitpunkt für die Attacke.

Sollen Daten gestohlen werden? Dann sollte die Aktion möglicherweise relativ schnell durchgeführt werden, bevor der Gegner die Sicherheitslücke, die zum Eindringen in die Computer genutzt werden soll, entdeckt und geschlossen hat. Sollen seine Computer geschädigt werden, ist es ratsam, auf die Gelegenheit zu warten, zu der die Schadsoftware am effizientesten eingesetzt werden kann. Wird die Schadsoftware jedoch zu früh eingeschleust, kann sie entdeckt werden.

Optimales Timing

Sie hätten "das optimale Timing für den Einsatz dieser Cyber-Einsatzmittel" untersucht, schreiben die Forscher in den Proceedings of the National Academy of Sciences(öffnet im neuen Fenster). " Es wird ein einfaches mathematisches Modell angeboten, das erklärt, wie das Timing einer Entscheidung in einer bestimmten Situation vom Einsatz ebenso wie von den Eigenschaften der Einsatzmittel abhängen kann."

Für ihre Arbeit haben die beiden Wissenschaftler verschiedene Cyberattacken der letzten Jahre analysiert, darunter die Stuxnet-Attacke auf die iranische Atomanlage und die Antwort darauf – den iranischen Angriff auf das Ölunternehmen Saudi Aramco – oder die chinesische Cyberspionage.

Stuxnet und Saudi Aramco

Die Stuxnet-Akteure etwa hätten sofort zugeschlagen und kein politisches Ereignis abgewartet, um die Aktion zu rechtfertigen. Denn der Nutzen der Aktion – das Atomprogramm des Iran zu stören – hätte sich durch Abwarten verringert. Das galt auch für den Gegenangriff auf Saudi Aramco: Der Nutzen sei zwar gering gewesen, da die Schadsoftware schlecht programmiert war und schnell entdeckt wurde. Der Zeitpunkt sei richtig gewesen, da die Aktion eine Reaktion auf Stuxnet gewesen sei.

Eine Formel, wie sie Axelrod und Iliev entwickelt haben, soll aber nicht nur helfen, Angriffe zu verstehen, die bereits stattgefunden haben. Indem sie den idealen Zeitpunkt für einen Cyberangriff vorhersagt, soll sie auch dazu beitragen, mögliche Angriffsziele zu identifizieren, damit diese angemessen geschützt werden können.


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