Abo
  • IT-Karriere:

Security: Lenovos sanktioniertes Rootkit

Nach einer kompletten Neuinstallation von Windows auf einem Lenovo-Laptop wurde zur Überraschung eines Anwenders plötzlich auch ein Lenovo-Dienst gestartet. Er vermutete eine Art Bios-Rootkit und lag damit offenbar gar nicht so falsch.

Artikel veröffentlicht am ,
Lenovos Service Engine lädt Software aus dem Bios bei einer Neuinstallation von Windows nach.
Lenovos Service Engine lädt Software aus dem Bios bei einer Neuinstallation von Windows nach. (Bild: Lenovo)

Folgt man einem Thread bei Ycombinator, könnte man meinen, böse Hacker wären am Werk. Ein Nutzer, aufgeschreckt durch die Meldungen über vorinstallierte Bloatware und vor allem die unsichere Adware Superfish auf Rechnern von Lenovo, wagte eine komplette Neuinstallation von Windows auf einem Laptop des chinesischen Herstellers. Er nutzte eine frische SSD, eine offizielle Windows-8-Installations-DVD und verzichtete auf eine Internetverbindung während der Installation. Zu seiner Überraschung entdeckte er direkt nach der Installation einen laufenden Dienst des Laptop-Herstellers. Löschte er die Software, erschien sie nach einem Neustart prompt wieder. Er vermutete ein Bios-Rootkit von Lenovo und lag damit fast richtig.

Stellenmarkt
  1. ALDI International Services GmbH & Co. oHG, Mülheim an der Ruhr
  2. BWI GmbH, München, Nürnberg, Rheinbach

Lenovo Service Engine (LSE) nennt sich ein Werkzeug des Laptop-Herstellers. Ganz offiziell handelt es sich um ein Bios-Utility. Es sammelt Informationen über den Rechner - also Modell und Typ -, die UUID des installierten Systems sowie Standortdaten und das Datum und schickt sie an den Hersteller. Persönliche Informationen sollen dabei aber nicht übermittelt werden. Und wie gesagt, der Dienst ist im Bios einiger Lenovo-Rechner integriert und wird auch nach einer kompletten Neuinstallation des Betriebssystems Windows geladen und gestartet.

Installation mit Hilfe von Microsoft

Lenovo nutzt dafür Microsofts Windows Platform Binary Table (WPBT). Diese Plattform ermöglicht es Windows ab Version 8 Binärdateien zu laden, die Dritte im Bios abgelegt haben. Die WPB-Tabelle ist im Advanced Configuration and Power Interface (ACPI) integriert. Über sie lassen sich Binärdateien während der Installation von Windows nachladen, ohne "dass sie auf dem Installationsmedium vorhanden sein müssen," heißt es in der offiziellen Dokumentation von Microsoft.

"Der Hauptzweck von WPBT besteht darin, wichtige Software auch dann zur Verfügung zu stellen, wenn ein Betriebssystem verändert oder in einer 'sauberen' Konfiguration neu installiert wird," heißt es in dem Dokument weiter. Ein möglicherweise legitimer Einsatzbereich sei die Nutzung einer Diebstahlschutzsoftware. Auch zur legitimen Nutzung heißt es dort explizit: Die über WPBT geladene Software dürfe nicht die Sicherheit des Betriebssystems gefährden, müsse digital signiert sein und Daten nur verschlüsselt an den Hersteller versenden. Besonders betont wird, dass im Bios abgelegte Software auf keinen Fall die Update-Funktion von Microsoft deaktivieren darf. Kürzlich hatte Samsung von sich reden gemacht, als deren Software zumindest das automatische Update von Windows eigenmächtig deaktivierte. Microsofts Dokument selbst stammt vom November 2011, wurde aber im Juli 2015 um neue Richtlinien für Windows 10 ergänzt.

Offizielle Anleitung zum Entfernen

Offenbar hatte Microsoft aber bereits zuvor Einschränkungen beschlossen. Auf der offiziellen Webseite von Lenovo zu dem Thema heißt es: Lediglich Systeme, die zwischen dem 23. Oktober 2014 und dem 10. April 2015 hergestellt wurden, haben Lenovos Service Engine im Bios. Dort gibt es auch eine Liste der betroffenen Geräte. Ein Eintrag unter den Sicherheitseinstellungen weise darauf hin. Dort lässt sich LSE offenbar auch deaktivieren. Außerdem stellt Lenovo ein Werkzeug bereit, mit dem LSE entfernt werden kann. Grund dafür seien die aktualisierten Richtlinien Microsofts, schreibt der Hersteller. Zu allem Überfluss hatten IT-Sicherheitsforscher auch noch Sicherheitslücken in LSE entdeckt.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 334,00€
  2. 299,00€
  3. 259€ + Versand oder kostenlose Marktabholung (aktuell günstigste GTX 1070 Mini)
  4. 399€ (Wert der Spiele rund 212€)

Anonymer Nutzer 14. Aug 2015

+1

HubertHans 13. Aug 2015

Bei Acer kannste so viel Geld ausgeben wie du willst. Das ist zu 99% Schund! Das BIOS...

Cok3.Zer0 13. Aug 2015

Und wer bleibt denn noch übrig? Zu Lenovo gehören Medion, Acer und Packard Bell. HP? Dell?

gaym0r 13. Aug 2015

Ich verstehe nicht ganz was du mir sagen möchtest?

Wanupafu 13. Aug 2015

Vor allem sind nur bestimmte Baujahre und Typen betroffen, meins Beispielsweise nicht...


Folgen Sie uns
       


B-all One für Magic Leap - Gameplay

Ein Squash-Spiel zeigt, wie gut bei Magic Leap das Mapping der Umgebung und das Tracking unserer Position klappt.

B-all One für Magic Leap - Gameplay Video aufrufen
e.Go Life: Ein Auto, das lächelt
e.Go Life
Ein Auto, das lächelt

Das Auto ist zwar klein, bringt aber sogar gestandene Rennfahrer ins Schwärmen: Das Aachener Unternehmen e.Go Mobile hat seine ersten Elektroautos ausgeliefert. In einer Probefahrt erweist sich der Kleinwagen als sehr dynamisch.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. EZ-Pod Renault-Miniauto soll Stadtverkehr in Kolonne fahren
  2. Elektromobilität EnBW will weitere 2.000 Schnellladepunkte errichten
  3. Elektromobilität Verkehrsminister will Elektroautos länger und mehr fördern

Homeoffice: Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst
Homeoffice
Wenn der Arbeitsplatz so anonym ist wie das Internet selbst

Homeoffice verspricht Freiheit und Flexibilität für die Mitarbeiter und Effizienzsteigerung fürs Unternehmen - und die IT-Branche ist dafür bestens geeignet. Doch der reine Online-Kontakt bringt auch Probleme mit sich.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
  2. IT-Berufe Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?
  3. Milla Bund sagt Pläne für KI-gesteuerte Weiterbildungsplattform ab

Motorola One Vision im Hands on: Smartphone mit 48-Megapixel-Kamera für 300 Euro
Motorola One Vision im Hands on
Smartphone mit 48-Megapixel-Kamera für 300 Euro

Motorola bringt ein weiteres Android-One-Smartphone auf den Markt. Die Neuvorstellung verwendet viel Samsung-Technik und hat ein sehr schmales Display. Die technischen Daten sind für diese Preisklasse vielversprechend.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. Moto G7 Power Lenovos neues Motorola-Smartphone hat einen großen Akku
  2. Smartphones Lenovo leakt neue Moto-G7-Serie

    •  /