Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Security: Landratsamt wegen mutmaßlichen Cyberangriffs geschlossen

Keine Führerscheinausgabe, keine Kfz-Zulassung, keine E-Mails : Im Landratsamt Ludwigsburg tagen Krisenstäbe, für den Besucherverkehr ist es gesperrt.
/ Moritz Tremmel , dpa
2 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Marktplatz in Ludwigsburg (Bild: Th G/Pixabay)
Marktplatz in Ludwigsburg Bild: Th G/Pixabay

Der Landkreis Ludwigsburg ist mutmaßlich Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die IT-Infrastruktur sei vollständig heruntergefahren worden, heißt es auf der Internetseite des Landkreises(öffnet im neuen Fenster) . Betroffen seien das Kreishaus und alle Außenstellen des Landratsamtes.

Deswegen seien unter anderem die Kfz-Zulassung, die Führerscheinstelle, der Asylbereich, die Ausländerbehörde und das Jobcenter für den Kundenverkehr geschlossen. Zuerst berichtete der SWR darüber(öffnet im neuen Fenster) .

Besucher, die einen Termin beim Landratsamt hatten, wurden per Aushang auf die Schließung hingewiesen, was teils mit Verständnis aufgenommen wurde, aber auch für Frust sorgte. Im Landratsamt tagten einem Sprecher zufolge mehrere Krisenstäbe. Per E-Mail war die Behörde am Donnerstag nicht zu erreichen. "Unsere PCs sind alle heruntergefahren" , sagte eine Mitarbeiterin am Morgen.

Landeskriminalamt ist vor Ort

Wann die Behörde wieder für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet wird, könne derzeit nicht abgeschätzt werden, hieß es weiter. Nach Angaben von Andreas Fritz, Sprecher des Landkreises, stellten Mitarbeiter am Abend des 10. Mai Auffälligkeiten in den IT-Systemen fest. "Wir haben die Systeme dann vorsichtshalber heruntergefahren, weil wir den Verdacht hatten, dass es einen Cyberangriff gibt" , erklärte Fritz.

"Wir versuchen derzeit, die Ursache für die Auffälligkeiten zu finden" , so Fritz weiter. Man hoffe, danach die Systeme wieder gefahrlos hochfahren zu können. Unterstützt wird der Landkreis auch von Experten des Landeskriminalamts. "Kollegen unserer zentralen Ansprechstelle Cybercrime waren vor Ort" , sagte ein LKA-Sprecher.

Behörden und Verwaltungen geraten immer wieder ins Visier von Hackern. In den vergangenen Monaten wurden mehrere IT-Dienstleister, die auch für Behörden tätig waren, gehackt. Der IT-Dienstleister des Bundes, ITZ Bund, der mit den betroffenen Unternehmen zusammenarbeitet, hat eine Warnung ausgesprochen . Anfang April waren etliche Webseiten von Polizeidienststellen und andere Behörden DDoS-Angriffen ausgesetzt.


Relevante Themen