Security: Kommandozeilen-Zugriff auf Bankterminal dokumentiert

Ein deutscher Sicherheitsforscher hat eine Sicherheitslücke in Geldautomaten-Software gefunden. Die Schwachstelle ermöglichte den Zugriff auf die Kommandozeile des Geräts und das Auslesen zahlreicher kritischer Daten.

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Ein SB-Terminal der Sparkasse zeigte zahlreiche vertrauliche Daten in der Kommandozeile.
Ein SB-Terminal der Sparkasse zeigte zahlreiche vertrauliche Daten in der Kommandozeile. (Bild: Kunz Mejri)

Der Sicherheitsforscher Kunz Mejri hat nach eigenen Angaben eine Lücke in von der Sparkasse genutzten Geldautomaten-Terminals der Firma Wincor Nixdorf gefunden, die den Zugriff auf die Kommandozeile und das Auslesen privater Daten ermöglichte. Das Problem wurde der Sparkasse gemeldet und soll mittlerweile deutschlandweit behoben sein.

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Mejri war ausweislich eines Blogposts am 24. April damit beschäftigt, einige Überweisungen an einem SB-Terminal mit Tastatur zu tätigen, als dieses plötzlich ein Update einspielte und seine Karte auswarf. Der Bildschirm zeigte die Nachricht "Vorübergehend außer Betrieb!" an. Mit Hilfe einer nicht näher beschriebenen Tastenkombination gelang es Mejri angeblich, die Kommandozeile des Geräts während der bootChkN-Prozedur aufzurufen.

Durch die Eingabe weiterer Befehle gelang es ihm, den Nutzernamen des Terminals, die IP-Adresse, den Computernamen, Seriennummern, die ID des Geldinstituts und andere hardwarebezogene Informationen auszulesen. Nach eigenen Angaben wäre es mit diesen Informationen ein Leichtes gewesen, das Terminal komplett zu übernehmen.

Die Sparkasse zeigte sich kooperativ

Mejri dokumentierte den gesamten Vorgang mit Fotos und informierte das Team der lokalen Sparkasse in der Nähe von Kassel. Nach rund zwei Wochen soll es den Mitarbeitern der Sparkasse gelungen sein, das Problem nachzustellen und erste Patches einzuspielen. Mit dem Patch werden während des Update-Vorgangs jegliche Interaktionen mit der Tastatur abgeschaltet. Außerdem soll das Log stummgeschaltet sein und vertrauliche Daten wie der Name des Admin-Nutzers werden entfernt. Der Patch wurde zunächst nur lokal bei der Sparkasse Kassel eingespielt und später auf Geldautoamten und SB-Terminals deutschlandweit ausgerollt.

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Der Angriff wurde auf einem SB-Terminal demonstriert. Genauere Hinweise zu anderen möglicherweise verwundbar gewesenen Geräten liefert das Team von Evolution Security nicht. Die Sparkasse bedankte sich bei Mejri mit einem Gutschein. Das Team von Evolution Security hebt hervor, dass sich die Sparkasse in dem gesamten Prozess sehr offen und kooperativ verhalten habe.

Erst in der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass mehrere Geldautomaten in Deutschland mit Hilfe eines manipulierten USB-Sticks geplündert wurden. Außerdem gibt es verschiedene auf Geldautomaten spezialisierte Trojaner.

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