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Security: Forscher entdecken Sicherheitslücken in Cisco-Routern

Router des US-Anbieters Cisco, die bei der Vernetzung von Unternehmens- und Behördenstandorten eingesetzt werden, enthalten Sicherheitslücken, über die sich auch verschlüsselte Daten ausspionieren lassen.

Artikel veröffentlicht am , Michael Kroker/Wirtschaftswoche/Jürgen Berke
In Routern von Cisco soll es Schwachstellen geben, über die auch verschlüsselte Daten ausgelesen werden können.
In Routern von Cisco soll es Schwachstellen geben, über die auch verschlüsselte Daten ausgelesen werden können. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Über Schwachstellen in Cisco-Routern lassen sich auch verschlüsselte Daten auslesen. Dies haben Forscher der Technischen Universität Ilmenau nach einer umfangreichen Sicherheitsanalyse festgestellt, die der Wirtschaftswoche vorliegt. Die Forscher warnen, dass sich die von Cisco benutzte Verschlüsselung über GET (Group Encrypted Transport) leicht knacken und dechiffrieren lasse, wenn ein Angreifer Zugriff über einen speziellen verdeckten Kanal im Netzwerk auf einen einzigen Router bekomme. Die Lücke kann genutzt werden, um verschlüsselte Daten aus Unternehmensnetzen über einen verdeckten Kanal abzufangen und zu dechiffrieren. Das Forscherteam unter der Leitung von Professor Günter Schäfer konnte dem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge während einer Videopräsentation sogar demonstrieren, dass sich auch Video- und Überwachungskameras steuern lassen, um Livebilder einzufangen. Auch das Abhören von Internettelefonaten ist über diese Schwachstelle möglich.

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Nach Informationen der Wirtschaftswoche beschäftigt sich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit dem Problem. "Akut" gehe keine Bedrohung durch die "Ausnutzung des verdeckten Kanals" aus, heißt es dazu in einer offiziellen Stellungnahme des BSI gegenüber der Wirtschaftswoche. Erst bei Installationen mit erhöhtem Schutzbedarf sei die Schwachstelle kritisch. Das von Cisco verwendete Protokoll sei deshalb "nicht geeignet für den Schutz von amtlich eingestuften Verschlusssachen". Die Technik des US-Netzausrüsters Ciscos weise Sicherheitslücken auf, die sie für die Übermittlung hochsensibler Daten fragwürdig erscheinen ließen. Eine Information für die Nutzer mit erhöhtem Schutzbedarf befinde sich "aufgrund aktueller Erkenntnisse in Vorbereitung".

Einsatz bei der Bundeswehr

Die Router werden auch zur Vernetzung der Bundeswehrstandorte eingesetzt. Bei der Bundeswehr sind die Sicherheitslücken bekannt. Sie seien durch Veränderungen bei der "Architektur und Konfiguration minimiert" worden, heißt es dazu bei der für die Beschaffung zuständigen BWI Informationstechnik GmbH in Meckenheim bei Bonn. Zusätzliche Vorkehrungen sollen die Defizite der Netzwerkkomponenten beheben.

Auf Anfrage relativierte Cisco die Bedrohung. "Wir widersprechen der Analyse der TU Ilmenau, weil sie von anderen Voraussetzungen als denen, die Cisco für den Einsatz empfiehlt", ausgehe, so die offizielle Stellungnahme. "In dieser Untersuchung werden Anforderungen an GET gestellt, für die die Lösung nicht entwickelt wurde."



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