Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Security: Facebooks Sicherheitsdienst soll Nutzern hinterherschnüffeln

Ein ausfälliger Kommentar über Mark Zuckerberg reicht unter Umständen, damit Mitglieder von Facebook auf einer Beobachtungliste landen. Dabei wird in Einzelfällen sogar mit Hilfe des Smartphones der Aufenthaltsort verfolgt.
/ Peter Steinlechner
55 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf einer Konferenz (Bild: Josh Edelson/AFP/Getty Images))
Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf einer Konferenz Bild: Josh Edelson/AFP/Getty Images)

Auch wer aus guten Gründen sauer auf Facebook ist, sollte besser keine Kommentare wie "Fuck you, Mark Zuckerberg" verfassen. Eine derartige Bemerkung kann laut einem Bericht von CNBC(öffnet im neuen Fenster) schon ausreichen, dass der Sicherheitsdienst des Unternehmens den Nutzer in eine Beobachtungsliste einträgt, die intern den Namen "Be on Lookout" trägt – kurz Bolo. Das kann weitreichende Folgen haben: Unter Umständen wird der Aufenthaltsort des Nutzers über dessen Smartphone aufgezeichnet.

Eigentlich ist die Bolo-Liste dazu gedacht, echte Bedrohungen für Facebook oder dessen Mitarbeiter im Auge zu behalten. Wer etwa wiederholt und unter auffälligen Umständen das Firmengelände betritt oder lange Hassbotschaften gegen das Management veröffentlicht, dürfte nicht nur bei Facebook als potenzielles Sicherheitsrisiko eingestuft und entsprechend behandelt werden.

Facebook Privatsphäre-Spots (2018)
Facebook Privatsphäre-Spots (2018) (01:27)

Allerdings sagten ehemalige Angestellte des Unternehmens zu CNBC, dass es bei Facebook keine klaren Regeln gebe. Deshalb würden immer wieder etwa im Affekt verfasste, letztlich aber harmlose Kommentare ausreichen, um ins Visier der Security zu geraten.

Die Verfolgung des Aufenthaltsortes sei eigentlich für schwerere Fälle vorgesehen, aber auch hier gibt es laut dem Bericht keine klaren Vorgaben, sodass auch harmlose Nutzer betroffen sein könnten. Wer als Mitglied des sozialen Netzwerks auf der Bolo-Liste landet, erfahre das in der Regel nicht. Ein Sprecher von Facebook widersprach der Darstellung von CNBC und sagte, dass Personen erst nach einer sorgfältigen Untersuchung in die Liste aufgenommen würden.

In die Bolo-Liste werden offenbar regelmäßig auch ehemalige Mitarbeiter eingetragen, was immer wieder zu skurrilen Situationen führt. Etwa dann, wenn die Personalabteilung auf der Suche nach Neueinstellungen bei früheren Angestellten nachfragt, ob sie wieder zurückkommen wollten. Laut der Darstellung von CNBC konnten die Betroffenen dann aber beispielsweise das Firmengelände nicht betreten – sie galten als Sicherheitsrisiko.


Relevante Themen