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Security: EZB testet Cybersicherheit von Banken

Die Cyberattacken auf Banken nehmen zu. Die EZB will wissen, wie gut die europäischen Banken vorbereitet sind.
/ Werner Pluta , dpa
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Tresor (Symbolbild): "Eine erfolgreiche Attacke ist jederzeit möglich." (Bild: 8385/Pixabay)
Tresor (Symbolbild): "Eine erfolgreiche Attacke ist jederzeit möglich." Bild: 8385/Pixabay

Wie gut sind die großen Banken im Euroraum gegen Angriffe auf ihre IT-Systeme gewappnet? Wie schnell sind Geldhäuser im Ernstfall in der Lage, Cyberattacken abzuwehren? Um das zu erfahren, startet die Europäischen Zentralbank (EZB) Anfang 2024 den ersten Stresstest zu Cyberrisiken (Cyber Resilience Stress Test), wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet.

"Es wird ein schwerer Cyberangriff simuliert, der den Geschäftsbetrieb unterbricht. Aus Sicht der Institute wird es also ernst" , kündigte Anneli Tuominen, Mitglied im Aufsichtsgremium der EZB-Bankenaufsicht, im Interview mit der Börsen-Zeitung(öffnet im neuen Fenster) an. "Wir wollen wissen, wie die Banken auf einen Cyberangriff reagieren, sich von ihm erholen und den normalen Geschäftsbetrieb wieder aufnehmen. Unser Hauptziel ist, dabei die Schwachstellen der Banken zu ermitteln."

Die Branche erwartet am 2. Januar einen detaillierten Fragebogen mit fast 500 Fragen zu potenziellen Auswirkungen eines Cyberangriff-Szenarios sowie den dann greifenden Notfallplänen.

Fast alle der derzeit 113 direkt von der EZB beaufsichtigten Banken werden laut Tuominen einbezogen. Etwa 20 davon müssen sich voraussichtlich ab März einem erweiterten Test stellen und detailliertere Informationen einreichen.

Genau hinschauen will die EZB dort, wo Banken IT-Prozesse an Drittanbieter übergeben, um Geld zu sparen. "Das geht nicht unbedingt mit gutem Risikomanagement einher" , sagte Tuominen. IT- oder Cloud-Anbieter seien "sicherlich ein Thema, mit dem wir uns eingehender beschäftigen müssen" .

Die gewaltigen Datenmengen in den IT-Systemen von Banken locken immer wieder Kriminelle an. Die EZB-Aufsicht registrierte zuletzt mehr Cyberangriffe als vor der Corona-Pandemie. Die Bedrohung habe zugenommen. Bislang gab es Tuominen zufolge keinen so schwerwiegenden Angriff, dass einzelne Institute oder gar das gesamte Bankensystem destabilisiert worden wären. Aber sie warnte: "Eine erfolgreiche Attacke ist jederzeit möglich."


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