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Security: Ein Botnetz aus Überwachungskameras

Überwachungskameras schränken nicht nur die Privatsphäre vorbeilaufender Menschen ein – sie können auch als Basis für DDoS-Angriffe missbraucht werden. Dazu nutzen Kriminelle in einem aktuellen Fall mehr als 900 unsicher konfigurierte Geräte aus, wie eine Sicherheitsfirma jetzt bekanntgegeben hat.
/ Hauke Gierow
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Viele Überwachungskameras sind unsicher konfiguriert. (Bild: Matt Cardy/Getty Images News)
Viele Überwachungskameras sind unsicher konfiguriert. Bild: Matt Cardy/Getty Images News

Aktivisten und Bürgerrechtler kritisieren seit langem die Installation von Überwachungskameras an öffentlichen Plätzen – eine Studie von Sicherheitsforschern liefert ihnen nun neue Argumente. Denn die Sicherheitsfirma Imperva Incapsula hat nach eigenen Angaben ein Botnetz aus Überwachungskameras entdeckt(öffnet im neuen Fenster) .

Ein Kunde der Firma wurde mit massenhaften Http-Get-Anfragen angegriffen. Die Angreifer nutzen laut der Sicherheitsfirma schlecht konfigurierte Kameras, um ein Botnetz zu erstellen – zumeist soll es sich um Standard-Logins gehandelt haben.

Kameras mit Linux-Distribution

Alle infizierten Geräte liefen nach Angaben der Forscher mit einem Embedded-Linux und nutzten die Busybox-Tools . Die installierte Malware wird als eine Variante von ELF_BASHLITE beschrieben. Ist die Software installiert, scannt diese im Netzwerk nach anderen Geräten mit Busybox und sucht nach offenen Telnet/SSH-Diensten. In einer bestimmten Variante der Malware fanden die Forscher den Code, um die DDoS-Angriffe durchzuführen.

Die Kameras sendeten Imperva zufolge bis zu 20.000 Http-Get-Anfragen pro Sekunde an einige Ziele. Bei der Analyse der Kameras fanden die Forscher außerdem eine IP-Adresse ganz in ihrer Nähe. Bei der Auswertung des Kamera-Bilds entdeckten sie, dass das Gerät an einem Laden in der Nähe ihres Büros angebracht war. Nachdem sie den Ladenbesitzer aufgeklärt hatten, hatte das Botnetz immerhin einen Teilnehmer weniger.


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