Abo
  • Services:

Spionageprogramm: Bundestrojaner kann nur Windows

Der umstrittene Bundestrojaner kann offenbar weniger als bislang angenommen: Whatsapp und andere Messenger können nicht abgehört werden. Ermittlungsbehörden kritisieren außerdem, dass die Software nicht auf Smartphones funktioniert.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Bundestrojaner kann offenbar weniger als angenommen.
Der Bundestrojaner kann offenbar weniger als angenommen. (Bild: Martin aka Maha/CC-BY-SA 2.0)

Der vom Bundeskriminalamt selbst entwickelte Bundestrojaner hat offenbar zahlreiche Beschränkungen, die einen für die Ermittlungsbehörden sinnvollen Einsatz erschweren. Das berichtet die Welt am Sonntag unter Berufung auf eigene Quellen. Mit dem Spionageprogramm kann eine Quellen-Telekommunikationsüberwachung (Quellen-TKÜ) nur auf Windows-Rechnern durchgeführt werden, Linux, Mac OS X oder mobile Betriebssysteme werden nicht unterstützt.

Stellenmarkt
  1. Autobahndirektion Südbayern, München
  2. Bankhaus Lampe KG, Düsseldorf

Außerdem lässt sich nur Skype abhören. Andere Messenger wie Threema, Whatsapp, Viber oder Telegram könnten nicht angezapft werden, schreibt die Welt. Mit diesen Beschränkungen sind die Ermittlungsbehörden unglücklich: "Egal ob Dschihadisten oder Rechtsextremisten. Sie alle kommunizieren über Whatsapp oder andere Instant-Messenger. Skype abzuhören bringt bei diesen Leuten nicht viel", sagte ein LKA-Beamter der Welt. Außerdem müsste die Software auch auf Smartphones funktionieren.

BDK kritisiert "Bastellösungen"

Auch der Bund der Kriminalbeamten kritisiert den selbst entwickelten Bundestrojaner: "Wir brauchen beim begründeten Tatverdacht einer schweren Straftat und nach einer richterlichen Anordnung die Möglichkeit, auf sämtliche Formen der digitalen Kommunikation zugreifen zu können", sagte der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz der Welt. Die politischen Vorgaben würden zu "zeit- und kostenintensiven Bastellösungen" führen, die zudem hohe Kosten nach sich zögen.

Nach wie vor wird auch eine kommerzielle Überwachungssoftware getestet. Die von der Münchener Firma Finfisher gelieferte gleichnamige Überwachungssoftware wird von dem Unternehmen als umfassende Lösung angepriesen und dürfte damit nicht die gleichen Beschränkungen wie der Bundestrojaner haben. Dem Unternehmen wird unter anderem vorgeworfen, seine Software in das autoritär regierte Bahrain verkauft zu haben. Für diesen kommerziellen Trojaner gibt es aber noch keine Einsatzgenehmigung, er werde zurzeit noch an die definierten Vorgaben angepasst, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums.

Bürgerrechtler sehen den Einsatz solcher Spionagesoftware generell kritisch. Eine unabhängige Prüfung sei nur mit Einblick in den Quellcode möglich. Auch eine Überprüfung durch die Bundesbeauftragte für den Datenschutz ist vielen nicht genug.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-15%) 23,79€
  2. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  3. 12,99€
  4. 14,99€ + 1,99€ Versand oder Abholung im Markt

Atalanttore 06. Mai 2016

Wo steht das im Gesetz?

fdik 17. Apr 2016

http://www.nzz.ch/-ld.14098 Da geht's zwar um die Trojanerdiskussion in der Schweiz, aber...

BLi8819 16. Apr 2016

Weg 1) Sicherheitslücken. Es ist bekannt, dass es ein großen Markt für Zero-Day-Attacks...

schwellma 14. Apr 2016

Bei mir sind, schätze ich, 3/4 bei Threema. Hat vielleicht mit dem Bildungsgrad in deinem...

M.Kessel 12. Apr 2016

... und bei Windows 10 braucht man keine Lücken mehr. Das Spionieren besorgt das...


Folgen Sie uns
       


Shift 6m - Hands on (Cebit 2018)

Der Hersteller beschreibt das neue Shift 6M als nachhaltig und Highend - wir haben es uns auf der Cebit 2018 angesehen.

Shift 6m - Hands on (Cebit 2018) Video aufrufen
KI in der Medizin: Keine Angst vor Dr. Future
KI in der Medizin
Keine Angst vor Dr. Future

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz können schwer erkennbare Krankheiten früher diagnostiziert und behandelt werden, doch bei Patienten löst die Technik oft Unbehagen aus. Und das ist nicht das einzige Problem.
Ein Bericht von Tim Kröplin

  1. Medizintechnik Künstliche Intelligenz erschnüffelt Krankheiten
  2. Dota 2 128.000 CPU-Kerne schlagen fünf menschliche Helden
  3. KI-Bundesverband Deutschland soll mehr für KI-Forschung tun

Esa: Sonnensystemforschung ohne Plutonium
Esa
Sonnensystemforschung ohne Plutonium

Forscher der Esa arbeiten an Radioisotopenbatterien, die ohne das knappe und aufwendig herzustellende Plutonium-238 auskommen. Stattdessen soll Americium-241 aus abgebrannten Brennstäben von Kernkraftwerken zum Einsatz kommen. Ein erster Prototyp ist bereits fertig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Jaxa Japanische Sonde Hayabusa 2 erreicht den Asteroiden Ryugu
  2. Mission Horizons @Astro_Alex fliegt wieder
  3. Raumfahrt China lädt die Welt zur neuen Raumstation ein

Bargeldloses Zahlen: Warum Apple Pay sich hier noch nicht auszahlt
Bargeldloses Zahlen
Warum Apple Pay sich hier noch nicht auszahlt

Während Google Pay jüngst hierzulande gestartet ist, lässt Apple Pay auf sich warten. Kein Wunder: Der deutsche Markt ist schwierig - und die Banken sind in einer guten Verhandlungsposition.
Eine Analyse von Andreas Maisch

  1. Bargeldloses Zahlen Apple und Goldman Sachs planen Apple-Kreditkarte

    •  /