Abo
  • IT-Karriere:

Security: Backdoor in Linux-Mint-ISOs

Die Webseite der beliebten Linux-Distribution Linux Mint wurde am Wochenende offenbar kurzfristig übernommen - mindestens einen Tag lang verteilte die Webseite ein kompromittiertes Installations-Image mit Malware. Außerdem wurden Nutzerdaten kopiert.

Artikel veröffentlicht am ,
Wer sich am Wochenende Linux Mint heruntergeladen hat, sollte seine Installation überprüfen.
Wer sich am Wochenende Linux Mint heruntergeladen hat, sollte seine Installation überprüfen. (Bild: Screenshot Golem.de)

Das Linux-Mint-Projekt warnt in seinem Blog vor zwei Sicherheitsgefahren. Einerseits wurde am Samstag und Sonntag kurzfristig eine kompromittierte ISO-Datei verteilt, die eine Backdoor enthalten soll. Außerdem wurde eine Kopie der Forendatenbank mit den persönlichen Daten der Nutzer entwendet. Die Projektwebseite ist zurzeit offline, nur der Blog funktioniert noch.

Stellenmarkt
  1. VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V., Frankfurt am Main
  2. Interhyp Gruppe, München

Von der gehackten ISO-Datei sind Nutzer betroffen, die am Samstag Linux Mint 17.3 Cinnamon Edition heruntergeladen haben - egal ob in der 32- oder der 64-Bit-Version und ob mit oder ohne Codecs. Ab welchem Zeitpunkt genau die kompromittierten Images verteilt wurden, ist nicht klar - Nutzer können ihre Dateien aber mit Hilfe der MD5-Hashes (am Ende dieses Beitrags) prüfen.

Wer die ISO-Datei nicht mehr hat, aber damit eine DVD oder einen Live-USB-Stick erstellt hat, kann davon (am besten im Offlinemodus) booten. Wenn im Verzeichnis /var/lib/ die Datei man.cy enthalten ist, handelt es sich um eine kompromittierte Version. Nutzer sollten dann die DVD vernichten und den USB-Stick neu formatieren.

Installierte Rechner sollten neu aufgesetzt werden

Wer seinen Rechner schon mit einer infizierten ISO aufgesetzt hat, sollte den Rechner in den Offlinemodus schalten, möglicherweise vorhandene persönliche Dateien sichern und den Rechner neu aufsetzen. Außerdem empfiehlt das Team, Passwörter für wichtige Accounts neu zu vergeben.

Andere Verbreitungswege der ISO-Dateien, etwa über Torrents, sollen nicht betroffen sein. Die Webseite des Projekts wurde offenbar durch eine Schwachstelle in Wordpress angegriffen. Bei der installierten Backdoor soll es sich um eine Version der Tsunami/Kaiten-Malware handeln. Damit können Angreifer Dateien auf den Rechner der Opfer herunterladen und ausführen, Shell-Kommandos ausführen, HTTP- und IRC-Kommunikation ausführen und die infizierten Rechner in ein Botnetz verwandeln. Die infizierten ISO-Dateien wurden in Bulgarien unter der Domain 5.104.175.212 gehostet. Infizierte Rechner nehmen Verbindung zur Domain absentvodka.com auf.

Bei dem Angriff wurde offenbar außerdem die Datenbank des Forums kompromittiert. Wie es im Blog heißt, haben die Angreifer damit Zugriff auf den Nutzernamen, eine "verschlüsselte Version des Forenpasswortes" (vermutlich sollte es hier eigentlich 'gehasht' heißen, zum genutzten Verfahren gibt es bislang keine Angaben), die verwendete E-Mail-Adresse, persönliche Daten in der Signatur oder im Profil und die Informationen aus privaten Nachrichten und Themen, die im Forum verfasst wurden.

Hashwerte zum Überprüfen

Die von Linux Mint bereitgestellten MD5-Hashes:

6e7f7e03500747c6c3bfece2c9c8394f "linuxmint-17.3-cinnamon-32bit.iso"

e71a2aad8b58605e906dbea444dc4983 "linuxmint-17.3-cinnamon-64bit.iso"

30fef1aa1134c5f3778c77c4417f7238 "linuxmint-17.3-cinnamon-nocodecs-32bit.iso"

3406350a87c201cdca0927b1bc7c2ccd "linuxmint-17.3-cinnamon-nocodecs-64bit.iso"

df38af96e99726bb0a1ef3e5cd47563d "linuxmint-17.3-cinnamon-oem-64bit.iso"

Es gibt eine Kopie der Hashes, inklusive SHA-256-Summen. Wer noch nie eine Hashsumme überprüft hat, findet hier eine Anleitung.



Anzeige
Top-Angebote
  1. ab 0,89€ (u. a. enthalten Distraint 2, Rusty Lake Paradise, Nex Machina, Shantae: Half-Genie Hero)
  2. (u. a. The Division 2 für 36,99€, Just Cause 4 für 17,99€, Kerbal Space Program für 7,99€)
  3. (u. a. Sandisk Plus 1-TB-SSD für 88,00€, WD Elements 4-TB-Festplatte extern für 79,00€)
  4. ab 419,00€

glasen77 22. Feb 2016

Dann liegt deine Erfahrung aber bestimmt schon mehrere Jahre zurück. Bei mir läuft der...

kendon 22. Feb 2016

e71a2aad8b58605e906dbea444dc4983 linuxmint-17.3-cinnamon-64bit.iso Da gibt es keine man...


Folgen Sie uns
       


Transport Fever 2 angespielt: Wachstum ist doch nicht alles
Transport Fever 2 angespielt
Wachstum ist doch nicht alles

Wesentlich mehr Umfang, bessere Übersicht dank neuer Benutzerführung und eine Kampagne mit 18 Missionen: Das Schweizer Entwicklerstudio Urban Games hat Golem.de das Aufbauspiel Transport Fever 2 vorgestellt - bei einer Bahnfahrt.
Von Achim Fehrenbach

  1. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
  2. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle
  3. Bright Memory angespielt Brachialer PC-Shooter aus China

Radeon RX 5700 (XT) im Test: AMDs günstige Navi-Karten sind auch super
Radeon RX 5700 (XT) im Test
AMDs günstige Navi-Karten sind auch super

Die Radeon RX 5700 (XT) liefern nach einer Preissenkung vor dem Launch eine gute Leistung ab: Wer auf Hardware-Raytracing verzichten kann, erhält zwei empfehlenswerte Navi-Grafikkarten. Bei der Energie-Effizienz hapert es aber trotz moderner 7-nm-Technik immer noch etwas.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Navi 14 Radeon RX 5600 (XT) könnte 1.536 Shader haben
  2. Radeon RX 5700 (XT) AMD senkt Navi-Preise noch vor Launch
  3. AMD Freier Navi-Treiber in Mesa eingepflegt

Forschung: Mehr Elektronen sollen Photovoltaik effizienter machen
Forschung
Mehr Elektronen sollen Photovoltaik effizienter machen

Zwei dünne Schichten auf einer Silizium-Solarzelle könnten ihre Effizienz erhöhen. Grünes und blaues Licht kann darin gleich zwei Elektronen statt nur eines freisetzen.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. ISS Tierbeobachtungssystem Icarus startet
  2. Sun To Liquid Solaranlage erzeugt Kerosin aus Sonnenlicht, Wasser und CO2
  3. Shell Ocean Discovery X Prize X-Prize für unbemannte Systeme zur Meereskartierung vergeben

    •  /