Security: Angebliche Locky-Warnung vom BKA ist ein Trojaner

Die Angst vor Locky wird jetzt offenbar von Kriminellen ausgenutzt. In einer angeblich vom Bundeskriminalamt stammenden Mail wird vor dem Kryptotrojaner gewarnt und ein Werkzeug zur Entfernung angeboten - das selbst Malware enthält.

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Ein Screenshot der Betrüger-Mail
Ein Screenshot der Betrüger-Mail (Bild: Mimikama)

Derzeit kursiert offenbar eine E-Mail, die sich als offizielle Warnung des Bundeskriminalamt (BKA) vor dem Kryptotrojaner Locky ausgibt, wie das Blog Mimikama berichtet. Die E-Mail enthält eine Datei mit dem Namen LockyRemovalKit.exe. Diese Datei enthält jedoch selbst einen Trojaner. Der Kryptotrojaner Locky verbreitet sich in Deutschland rasant, sogar ein Fraunhofer-Institut war betroffen.

Im Text der E-Mail wird erklärt, dass das BKA in Kooperation mit Antivirenherstellern einen Sicherheitsleitfaden entwickelt habe, der zur Bekämpfung der Locky-Infektionen genutzt werden könne. Führt der Nutzer die angehängte Exe-Datei aus, schützt er sich aber nicht etwa vor Locky, sondern installiert sich einen Trojaner, der von Kaspersky als Trojan-PSW.Win32.Fareit-botf erkannt wird.

Ein passwortstehlender Trojaner

Laut dem Antivirenhersteller Kaspersky handelt es sich dabei um einen Trojaner, der es vor allem auf die Passwörter der Nutzer abgesehen hat. Dazu benutzen diese Trojaner in der Regel kein Keylogging, sondern versuchen, in Dateien gespeicherte Passwörter zu extrahieren. Das funktioniert laut Microsoft Security zum Beispiel bei zahlreichen FTP-Programmen, dem Opera-Browser, Filezilla und dem Total Commander.

Ist ein Rechner mit einem Trojaner dieser Familie infiziert, wird das Starten von .bat und .reg-Dateien verhindert. Der Registry-Editor, die Windows-Kommandozeile (cmd.exe) und der Total Commander lassen sich bei einem infizierten System nicht mehr starten. Übliche Virenscanner sollten in der Lage sein, den Trojaner zu beseitigen. Vorsichtshalber sollten Nutzer wichtige Passwörter ändern.

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