Abo
  • Services:
Anzeige
Hugo Teso hat demonstriert, wie ein Flugzeug mit einer Android-App gesteuert werden könnte.
Hugo Teso hat demonstriert, wie ein Flugzeug mit einer Android-App gesteuert werden könnte. (Bild: Hugo Teso)

Security: Android-App für Flugzeugübernahme

Hugo Teso hat demonstriert, wie ein Flugzeug mit einer Android-App gesteuert werden könnte.
Hugo Teso hat demonstriert, wie ein Flugzeug mit einer Android-App gesteuert werden könnte. (Bild: Hugo Teso)

Mit einem Android-Smartphone hat Sicherheitsexperte Hugo Teso demonstriert, dass die Kommunikationssysteme im Luftverkehr unsicher sind. Er kaperte darüber ein Flugzeug in einem Flugsimulator und steuerte es mit einer eigens geschriebenen App.

Hersteller haben bei der Sicherheit der Kommunikationssysteme für den Flugverkehr noch keinen ausreichenden Schutz umgesetzt. Zu dem Schluss kommt der Pilot und Sicherheitsexperte Hugo Teso. Er demonstrierte mögliche Hacks in einer Versuchsumgebung und zeigte auf, wie er mit einer Android-Applikation die Steuerung eines virtuellen Flugzeugs in dem Flugsimulator Xplane übernehmen konnte.

Anzeige

Das Identifizieren eines potenziellen Opfers und der Upload des Exploits erfolgten über die Kommunikationssysteme ADS-B und ACARS. ADS-B habe keinerlei Sicherheitsfunktionen, sagte er. Es ließen sich darüber sowohl passive - also das Abhören des Funkverkehrs - als auch aktive Angriffe ausführen, etwa das Blockieren der Übertragung.

Keine Sicherheitsfunktionen

Über ACARS ließen sich über Funk Details über Flugroute und Flugzeugtyp ermitteln oder eben auch Befehle an den Bordcomputer absetzen, denn hier gebe es fast keine Sicherheitsfunktionen. Lediglich die monoalphabetische Substitution komme in dem global genutzten System manchmal zum Einsatz, erklärte Teso. Den Zugang zu den Kommunikationssystemen könne sich jeder über Software Defined Radio (SDR) verschaffen. Alternativ könnte in die beiden ACARS-Provider ARINC oder SITA eingebrochen werden, etwa über unvorsichtige Mitarbeiter, Datenbankhacks oder mobile Geräte. Er habe selbst aber dort noch keine Lücken entdeckt, sagte Teso.

Der schwierigste Schritt sei es, mögliche Exploits in den Flugzeugen zu finden, sagte Teso. Hinweise auf Sicherheitslücken könnten geschasste Mitarbeiter liefern und dann über die üblichen Malware-Foren verbreitet werden. Ausrangierte Hardware von Flugzeugen lässt sich aber auch über eBay für eigene Experimente beschaffen. Er selbst hat einen Honeywell FMC, ein ACARS-System von Teledyne und ein AS Air Land System SA-300 für unter 400 US-Dollar ersteigert.

Xplane steuern über Android-App

Als Flugsimulator nutzte Teso die Software Xplane und führte vor, wie er zunächst die Exploit-Software Simon auf das Flugzeug übertrug. Danach kann er das Flugzeug über eine eigene Android-App mit der passenden Bezeichnung Planesploit steuern - allerdings nur solange, wie der Autopilot eingeschaltet ist. Übernimmt der Pilot wieder selbst die Steuerung, funktionieren die abgesetzten Befehle nicht mehr.

Planesploit verwandelt das Smartphone in eine Art Joystick für den Flugsimulator. Außerdem lassen sich Wegpunkte setzen und somit das Flugzeug auch zum Absturz bringen. Teso hat dazu den Shortcut "Visit Groud" in der App umgesetzt.

Exploits werden untersucht

Es ist nicht das erste Mal, dass über die mangelnde Sicherheit in ADS-B berichtet wird. Bereits 2011 hatte Ron Jones von der US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) auf mögliche Schwachstellen hingewiesen.

Teso hat seine Erkenntnisse über die Lücken in dem FMS den Herstellern bereits mitgeteilt. Details zur Umsetzung will er nicht preisgeben, auch nicht sein selbst entwickeltes Exploit-Framework namens Simon, das er für seinen Hack nutzt. Er habe Simon so präpariert, dass es nur in Testumgebungen funktioniere und nicht unter realen Bedingungen, sagte Teso in seinem Vortrag auf der Konferenz Hack In The Box in Amsterdam.

Der FMS-Hersteller Honeywell hat in einer Stellungnahme versichert, dass sich die von Teso entdeckten Sicherheitslücken nur in seiner Softwareversion für den PC befänden. Diese Software ist teils auch frei zugänglich und vornehmlich für Entwickler gedacht. Laut Honeywell unterscheide sie sich aber von der Firmware, die in der Hardware verwendet wird.


eye home zur Startseite
mfeldt 15. Apr 2013

ACARS gab's aber schon! Smartphone brauchen ja nur Leute die komplizierteres nciht...

Anonymer Nutzer 14. Apr 2013

mit Unix kann es keinen crash geben ! einen crash kann es nur geben, wenn non-unix...

Seasdfgas 13. Apr 2013

ein sicherheitsexperte und pilot hat eventuell ein paar vorteile beim hacken eines...

registrierter_s... 12. Apr 2013

Der FMS-Hersteller Honeywell hat in einer Stellungnahme versichert, dass sich die von...

pucojazu 12. Apr 2013

Außerdem wirst du von Apple verklagt, weil die das Patent auf Kipp-Navigation haben.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Novotechnik Messwertaufnehmer OHG, Ostfildern
  2. Regierungspräsidium Freiburg, Freiburg
  3. BG-Phoenics GmbH, Hannover
  4. operational services GmbH & Co. KG, Chemnitz, Zwickau, Dresden


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 39,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. (u. a. Hobbit Trilogie Blu-ray 43,89€ und Batman Dark Knight Trilogy Blu-ray 17,99€)
  3. (u. a. The Revenant 7,97€, James Bond Spectre 7,97€, Der Marsianer 7,97€)

Folgen Sie uns
       


  1. Komplett-PC

    In Nvidias Battleboxen steckt AMDs Ryzen

  2. Internet

    Cloudflare macht IPv6 parallel zu IPv4 jetzt Pflicht

  3. Square Enix

    Neustart für das Final Fantasy 7 Remake

  4. Agesa 1006

    Ryzen unterstützt DDR4-4000

  5. Telekom Austria

    Nokia erreicht 850 MBit/s im LTE-Netz

  6. Star Trek Bridge Crew im Test

    Festgetackert im Holodeck

  7. Quantenalgorithmen

    "Morgen könnte ein Physiker die Quantenmechanik widerlegen"

  8. Astra

    ZDF bleibt bis zum Jahr 2020 per Satellit in SD verfügbar

  9. Kubic

    Opensuse startet Projekt für Container-Plattform

  10. Frühstart

    Kabelnetzbetreiber findet keine Modems für Docsis 3.1



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sphero Lightning McQueen: Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen
Sphero Lightning McQueen
Erst macht es Brummbrumm, dann verdreht es die Augen

Quantencomputer: Nano-Kühlung für Qubits
Quantencomputer
Nano-Kühlung für Qubits
  1. IBM Q Mehr Qubits von IBM
  2. Quantencomputer Was sind diese Qubits?
  3. Verschlüsselung Kryptographie im Quantenzeitalter

XPS 13 (9365) im Test: Dells Convertible zeigt alte Stärken und neue Schwächen
XPS 13 (9365) im Test
Dells Convertible zeigt alte Stärken und neue Schwächen
  1. Prozessor Intel wird Thunderbolt 3 in CPUs integrieren
  2. Schnittstelle Intel pflegt endlich Linux-Treiber für Thunderbolt
  3. Asus B9440 im Test Leichtes Geschäftsnotebook liefert zu wenig Business

  1. Re: Warum nur? Fragen über Fragen!

    baldur | 23:10

  2. Windows 10 das schlankeste Windows ?

    Multilindmikros... | 23:06

  3. Re: Chipsätze nie angeboten???

    haxti | 23:02

  4. Mobilfunk + Festnetz-Anschluss meiner Eltern

    __destruct() | 23:02

  5. Re: Immer noch zu wenige Dienste per IPv6 erreichbar

    Käx | 22:59


  1. 18:08

  2. 17:37

  3. 16:55

  4. 16:46

  5. 16:06

  6. 16:00

  7. 14:21

  8. 13:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel