Security: Fire Tablets bald doch wieder mit Verschlüsselung
Mit einem Update auf Version 5 des auf Android basierenden Fire OS entfernt Amazon die Funktion zur Verschlüsselung des lokalen Speichers für Tablets mit dem Betriebssystem. Das Update wurde bereits im vergangenen Herbst verteilt, die fehlende Verschlüsselungsfunktion wurde aber erst jetzt bekannt(öffnet im neuen Fenster) .
Ein Amazon-Sprecher begründete den Schritt bei Ars Technica damit, dass das Feature kaum genutzt werde. "Als wir Fire OS 5 im Herbst herausgebracht haben, haben wir einige Enterprise-Features entfernt, die von Kunden nicht genutzt werden." Ein Problem für die Datensicherheit der Kunden sieht er nicht: "Alle Kommunikation zwischen Amazons Cloud-Diensten erfüllen unsere hohen Ansprüche an Datenschutz und Sicherheit und werden angemessen verschlüsselt." Nach Protesten hat das Unternehmen angekündigt, die Funktion im Frühjahr wieder zur Verfügung zu stellen.
Tatsächlich sind die Tablets vor allem auf den Cloud-Gebrauch ausgelegt – viele Kunden dürften nur wenig Daten lokal speichern. Warum interessierten Kunden aber die Möglichkeit genommen wurde, ist unklar. Fire OS basiert zu großen Teilen auf dem Android-Open-Source-Projekt, wird aber ohne die Integration verschiedener Google-Dienste wie dem Playstore ausgeliefert. Außerdem verwendet Amazon eine stark angepasste Benutzeroberfläche, die vor allem auf das Konsumieren verschiedener Amazon -Inhalte ausgelegt ist.
Fehlende Verschlüsselung wurde jetzt erst erkannt
Bekannt wurde die fehlende Verschlüsselung durch einen Tweet von David Scovetta(öffnet im neuen Fenster) . Er bekam eine Nachricht, dass auf seinem Gerät verschlüsselte Dateien vorhanden seien. Diese müssten vor einem Update auf die neue OS-Version gesichert werden, weil der Support für Verschlüsselung auslaufe. Wer die Verschlüsselung weiterhin verwenden will, dem bleibt nur, dass Update nicht durchzuführen.
Auch wenn die Entscheidung offenbar schon vor einigen Monaten gefällt wurde, erscheint das Entfernen der Verschlüsselung merkwürdig. Amazon gehört zu den IT-Unternehmen, die Apple mit einem Amicus-Brief unterstützen. Mit einem solchen Amicus-Brief können Unternehmen und Privatleute vor einem Gericht eine der beiden Parteien unterstützen.
Nachtrag vom 7. März 2016, 16:29 Uhr
Amazon hat mittlerweile angekündigt, die Unterstützung für die optionale Verschlüsselung im Frühjahr wiederherzustellen.
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