Abo
  • Services:

Secure Boot: Signierte ELF-Dateien sollen Linux absichern

Damit die Linux-Bootloader nicht auf Microsofts schwarzer Liste landen, müssen spezielle Funktionen des Linux-Kernels besonders abgesichert werden, darunter Kexec. Das wollen Entwickler mit signierten ELF-Dateien umsetzen.

Artikel veröffentlicht am ,
Linux muss in Secure-Boot-Umgebungen noch weiter abgesichert werden.
Linux muss in Secure-Boot-Umgebungen noch weiter abgesichert werden. (Bild: Anniolek/CC BY 3.0)

Ausführbare ELF-Dateien sollen künftig signiert werden können. Damit soll beispielsweise verhindert werden, dass über die Kernel-Funktion Kexec weitere Kernel in einer ungesicherten Umgebung gestartet werden und damit UEFIs Secure Boot aushebeln. Entwickler Vivek Goyal hat signierte ELF-Dateien vorgeschlagen und bereits entsprechende Patches und ein Werkzeug bereitgestellt. Noch handelt es sich aber um ein RFC.

Stellenmarkt
  1. Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart, Esslingen
  2. eco Verband der Internetwirtschaft e.V., Köln

Entwickler und Secure-Boot-Experte Matthew Garrett hatte auf mögliche Schlupflöcher in dem mit UEFI umgesetzten Sicherheitssystem hingewiesen. Gegenwärtig müssten zahlreiche Funktionen im Linux-Kernel abgestellt werden, denn sie könnten dazu genutzt werden, Secure Boot auszuhebeln.

Schlupfloch Kexec

Eine davon ist der Aufruf Kexec, mit dem ein laufender Kernel einen weiteren - auch unsicheren - Kernel starten kann. Wird in einer solchen Situation mit Kexec ein Windows-Kernel gestartet, wähnt sich dieser in einer sicheren Umgebung. Bleibt Kexec unsicher, könnte das Microsoft dazu veranlassen, sämtliche Bootloader, die einen Kernel mit Kexec starten, auf die schwarze Liste zu setzen und damit die Installation von Linux auf von Microsoft zertifizierter Hardware erschweren.

Kexec zu deaktivieren, kommt für die meisten Kernel-Entwickler aber nicht infrage. Deshalb schlägt Goyal vor, binäre ELF-Dateien zu signieren. Erst wenn die Signatur vom laufenden Kernel bestätigt worden ist, kann eine ELF-Binärdatei die Funktion Kexec nutzen. Ist die Datei unsigniert, soll die Funktion Kexec gesperrt werden. Die Binärdatei kann aber weiterhin gefahrlose Funktionen aufrufen. Erst wenn die Signatur nicht verifiziert werden kann, verweigert der Kernel die Arbeit der Binärdatei gänzlich.

Eingeschränkte Funktionen

Erkennt der Kernel über seine Funktion binfmt_elf eine signierte Binärdatei, werden seine Speicherseiten solange blockiert, bis die Signatur verifiziert worden ist. Damit soll verhindert werden, dass die Datei nach der Verifizierung noch ausgetauscht werden kann.

Jede ausführbare Datei im Executable and Linking Format (ELF) besitzt einen entsprechenden Header. Darin soll die kryptographische Signatur untergebracht werden, und nicht am Ende der Binärdatei wie mit den jüngst eingeführten Signaturwerkzeugen des Kernels. Die Signatur soll aus dem Hash-Wert des Inhalts der PT_LOAD-ELF-Segmente der Datei bestehen und mit einem privaten Schlüssel signiert werden. Gegenwärtig soll das aber nur mit statisch gelinkten Dateien funktionieren, denn gemeinsam genutzten Bibliotheken kann ebenfalls nicht getraut werden.

Entwicklungsbedürftig

Noch ist Goyals Vorschlag nicht ausgereift. Denn seine Patches verhindern gegenwärtig nicht die Nutzung des Aufrufs dlopen, mit dem dynamische Bibliotheken geladen werden können, oder ptrace, mit dem nach wie vor Binärdateien manipuliert werden könnten.

Zwar besitzt Linux seit Kernel 3.7 mit der Integrity Measurement Architecture (IMA) bereits einen ähnlichen Mechanismus. Allerdings enthalte Goyals Vorschlag sinnvolle Funktionen, die es dort nicht gebe, schreibt Kernel-Entwickler Johnathen Corbet, etwa die Möglichkeit, Funktionen nur einzuschränken, wenn die Binärdatei nicht signiert ist, oder das Sperren der Speicherseite, das eine zusätzliche Sicherheitsfunktion darstellt.

Bis es eine endgültige Lösung gibt, müssten Linux-Distributionen Kexec aber deaktivieren, wenn sie nicht auf Microsofts Blacklist laden wollen.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Logan, John Wick, Alien Covenant, Planet der Affen Survival)
  2. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)

Thaodan 17. Jan 2013

Das wird aber bei der Masse nicht klappen und wer die Masse ha, hat die Macht.


Folgen Sie uns
       


Apple Pay ausprobiert

Dank Apple Pay können nun auch Nutzer in Deutschland kontaktlos mit ihrem iPhone bezahlen. Wir haben den Dienst bei unserem Lieblingscafé ausprobiert.

Apple Pay ausprobiert Video aufrufen
Red Dead Online angespielt: Schweigsam auf der Schindmähre
Red Dead Online angespielt
Schweigsam auf der Schindmähre

Der Multiplayermodus von Red Dead Redemption 2 schickt uns als ehemaligen Strafgefangenen in den offenen Wilden Westen. Golem.de hat den handlungsgetriebenen Einstieg angespielt - und einen ersten Onlineüberfall gemeinsam mit anderen Banditen unternommen.

  1. Spielbalance Updates für Red Dead Online und Battlefield 5 angekündigt
  2. Rockstar Games Red Dead Redemption 2 geht schrittweise online
  3. Games US-Spielemarkt erreicht Rekordumsätze

Machine Learning: Wie Technik jede Stimme stehlen kann
Machine Learning
Wie Technik jede Stimme stehlen kann

Ein Unternehmen aus Südkorea arbeitet daran, Stimmen reproduzierbar und neu generierbar zu machen. Was für viele Branchen enorme Kosteneinsparungen bedeutet, könnte auch eine neue Dimension von Fake News werden.
Ein Bericht von Felix Lill

  1. AWS Amazon bietet seine Machine-Learning-Tutorials kostenlos an
  2. Random Forest, k-Means, Genetik Machine Learning anhand von drei Algorithmen erklärt
  3. Machine Learning Amazon verwirft sexistisches KI-Tool für Bewerber

IT: Frauen, die programmieren und Bier trinken
IT
Frauen, die programmieren und Bier trinken

Fest angestellte Informatiker sind oft froh, nach Feierabend nicht schon wieder in ein Get-together zu müssen. Doch was ist, wenn man kein Team hat und sich selbst Programmieren beibringt? Women Who Code veranstaltet Programmierabende für Frauen, denen es so geht. Golem.de war dort.
Von Maja Hoock

  1. Job-Porträt Die Cobol Cowboys auf wichtiger Mission
  2. Software-Entwickler CDU will Online-Weiterbildung à la Netflix
  3. Job-Porträt Cyber-Detektiv "Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"

    •  /