Abo
  • Services:
Anzeige
Erhält eine verbesserte Suchfunktion: Facebook
Erhält eine verbesserte Suchfunktion: Facebook (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

Search FYI: Facebook bekommt eine Suchfunktion, die den Namen verdient

Erhält eine verbesserte Suchfunktion: Facebook
Erhält eine verbesserte Suchfunktion: Facebook (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

Facebook lässt Nutzer künftig alle öffentlichen Beiträge durchsuchen. Momentan werden zwei Billionen Beiträge erfasst. Eine Suche auf Facebook könnte ab sofort viel interessanter sein als eine Google-Suche. Die Frage ist: für wen?
Von Hakan Tanriverdi

Facebook bekommt eine normale Suchfunktion. Das heißt, das soziale Netzwerk kann in Zukunft so genutzt werden, wie es für Menschen mit Internetzugang spätestens seit der Suchbox von Google Standard ist. Aber: Eine Suche auf Facebook könnte theoretisch viel interessanter sein als eine Google-Suche. Die Frage, die sich sofort stellt, lautet: für wen? Die Antwort: für beide Seiten, für Facebook und für die Nutzer.

Anzeige

Die Facebook-Funktion heißt Search FYI. Der Name deutet bereits darauf hin, was der Unterschied zur Suchfunktion von Google sein wird.

FYI ist eine im amerikanischen Raum geläufige Abkürzung, sie steht für For your information. In aller Regel wird sie genutzt, um andere Menschen auf etwas aufmerksam zu machen. Typische Verwendung in schriftlicher Kommunikation: "Wir hatten doch letztens über XYZ geredet. Hier ein guter Artikel dazu, FYI". Umgemünzt auf Facebook bedeutet das: "Wenn etwas passiert auf der Welt, schauen die Menschen meist auf Facebook nach, wie ihre Freunde und Familie reagieren." So steht es im Blogeintrag, verfasst von Tom Stocky, der die Suchfunktion bei Facebook als leitender Manager verantwortet.

Möglich, alles zu bekommen

Momentan werden auf Facebook zwei Billionen Beiträge erfasst, dazu kommen 1,5 Milliarden Suchanfragen. Bis dato war es möglich, sich Suchergebnisse aus dem (erweiterten) Freundeskreis anzeigen zu lassen. Wer hat aktuell etwas zum Thema Flüchtlinge geschrieben? Neben der Antwort darauf spuckte Facebook noch Seiten aus, die sich mit der Flüchtlingskrise auseinandersetzen. Das konnte viel sein, aber oft nicht genug. Nun hingegen ist es möglich, alles zu bekommen.

Die Suche ist vorerst für Nutzer verfügbar, die in den USA leben. Die Suchergebnisse werden kategorisiert angezeigt. Erst ein paar, wie es heißt, vertrauenswürdige Quellen (meistens Nachrichtenseiten), anschließend Wortmeldungen von Freunden und schließlich öffentliche Beiträge von allen Nutzern. Auch die, die Letztere bereits vor Jahren gepostet haben.

Facebook ist ein soziales Netzwerk, das inzwischen eher passiv verwendet wird. Der Algorithmus des Newsfeed entscheidet, welche Geschichte für einen speziellen Nutzer interessant sein könnte - das sind in der Regel bis zu 100 Beiträge pro Tag. Zu dieser passiven Bespaßung gehören auch Nachrichten, die Facebook mit einer eigenen App namens Paper und der Initiative Instant Articles an sich zieht, die Medienfirmen dazu motivieren soll, Artikel direkt über Facebook zu veröffentlichen.

Bis heute war Facebook der Welt hinterher

Die starke Gewichtung von Interessen hat eine Nebenwirkung: Als Medium hinkt Facebook der Welt meist etwas hinterher. Als zum Beispiel in den USA die schwarze Bevölkerung anfing, gegen Polizeigewalt zu protestieren, sprach das gesamte Land darüber. Auf Facebook fand diese Debatte erst am nächsten Tag statt. Die Algorithmen verzögern eine Diskussion, haben sogar das Potenzial, sie zu verhindern. Das ist einer der Gründe, warum andere Netzwerke, allen voran Twitter, als Echtzeitmedium viel aktiver genutzt wurden (und werden). Die Menschen sind live dabei.

Die neue Suchfunktion von Facebook wird das zwar nicht grundlegend ändern, aber Nutzern nun die Möglichkeit geben, per Suche näher an die Echtzeitwelt zu gelangen, ohne die Plattform zu verlassen. Denn das Versprechen lautet: alle Nachrichten, von allen gewünschten Quellen, sofort und so präsentiert, dass ein rascher Überblick garantiert ist. Warum also noch woanders suchen?

Soziale Netzwerke verdienen Geld, wenn Nutzer ihnen Aufmerksamkeit und verwertbares Verhalten schenken. Wenn Facebook Milliarden Menschen dazu bewegen kann, noch mehr Zeit mit ihrem Produkt zu verbringen, ist das sehr profitabel.

Dazu kommt: Facebook sammelt nun noch mehr Daten. Likes, Freunde, geklickte Artikel und nun noch das Suchinteresse. Das hilft bei der weiteren Personalisierung. Facebook zufolge soll jeder Datenpunkt, den ein Nutzer im Netzwerk hinterlassen hat, für die Anzeige der Suchergebnisse genutzt werden.

Die Preisfrage ist also: Werden diese Informationen verwendet, um personalisiertere Werbung anzuzeigen? Dazu gibt es eine offizielle Antwort. Sie lautet: nein. Zumindest heute.


eye home zur Startseite
elmcrest 24. Okt 2015

Die Technik entwickelt sich, die Probleme müssen gelöst werden. Wenn sie nicht gelöst...

Der Rechthaber 23. Okt 2015

wenn Zeitungen oder so FB account für irgendetwas vorraussetzen

IceTea77 23. Okt 2015

Eine echte Suche hat mir lange auf Fb gefehlt. Vor allem bei Seiten welche viel posten...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Surecomp DOS GmbH, Hamburg
  2. Phoenix Contact Electronics GmbH, Bad Pyrmont
  3. ALDI SÜD, Mülheim an der Ruhr
  4. Hornbach-Baumarkt-AG, Neustadt an der Weinstraße


Anzeige
Top-Angebote
  1. 15,99€
  2. 14,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Actions on Google

    Der deutsche Google Assistant wird erweiterbar

  2. Smarter

    Katastrophen-App kann ohne Mobilfunknetz kommunizieren

  3. Statt Docker und Kubernetes

    Facebook braucht Tupperware für seine Container

  4. Windows 10 Version 1709 im Kurztest

    Ein bisschen Kontaktpflege

  5. Powerline Advanced

    Devolo bringt DLAN-Adapter mit zwei Ports und Steckdose

  6. CSE

    Kanadas Geheimdienst verschlüsselt Malware mit RC4

  7. DUHK-Angriff

    Vermurkster Zufallszahlengenerator mit Zertifizierung

  8. Coda

    Office-365-Alternative kommt ohne "Schiffe versenken" aus

  9. Bethesda

    Wolfenstein 2 benötigt leistungsstarke PC-Hardware

  10. Radeon Software 17.10.2

    AMD-Treiber beschleunigt Destiny 2 um 50 Prozent



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Essential Phone im Test: Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
Essential Phone im Test
Das essenzielle Android-Smartphone hat ein Problem
  1. Andy Rubin Drastischer Preisnachlass beim Essential Phone
  2. Teardown Das Essential Phone ist praktisch nicht zu reparieren
  3. Smartphone Essential Phone kommt mit zwei Monaten Verspätung

Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test: Google fehlt der Mut
Pixel 2 und Pixel 2 XL im Test
Google fehlt der Mut
  1. Pixel 2 XL Google untersucht Einbrennen des Displays
  2. Pixel Visual Core Googles eigener ISP macht HDR+ schneller
  3. Smartphones Googles Pixel 2 ist in Deutschland besonders teuer

Ubuntu 17.10 im Test: Unity ist tot, lange lebe Unity!
Ubuntu 17.10 im Test
Unity ist tot, lange lebe Unity!
  1. Linux-Desktops Gnome 3.26 räumt die Systemeinstellungen auf
  2. Sudden Strike 4 im Test Zweiter Weltkrieg mit Leertaste
  3. Canonical Ubuntu 17.10 bekommt den Linux-Kernel 4.13

  1. Re: Wenn es denn funktioniert....

    knoxxi | 13:54

  2. 3 Ergänzungen bzw. Erwähnungen

    spambox | 13:53

  3. Re: minimum i7 = denuvo?

    quineloe | 13:50

  4. Re: Das Problem waren die Macher selbst

    Potrimpo | 13:49

  5. Also 200 Meter weit kann ich auch Brüllen

    ckerazor | 13:47


  1. 13:59

  2. 13:13

  3. 13:12

  4. 12:01

  5. 11:36

  6. 11:13

  7. 10:48

  8. 10:45


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel