Seagate Ironwolf und WD Red Plus im Test: Die richtige Festplatte fürs NAS finden

Seagate und Western Digital bieten mit der Ironwolf, Ironwolf Pro und WD Red Plus HDDs fürs NAS an. Wir sehen uns die Platten genauer an.

Ein Test von veröffentlicht am
Im Test treten an (von links nach rechts): die Seagate Ironwolf Pro, WD Red Plus und Seagate Ironwolf
Im Test treten an (von links nach rechts): die Seagate Ironwolf Pro, WD Red Plus und Seagate Ironwolf (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Sie rattern. Sie klackern, sie sind schwer und laut: Traditionelle Festplatten mit magnetischen Plattern und Schreibköpfen sind nicht umsonst in kaum noch einer Sparte anzutreffen. Einen Vorteil lassen sie sich von den schnelleren, energiesparenderen und kompakteren SSDs allerdings nicht nehmen: HDDs bieten die größte Kapazität zum geringsten Preis. Deshalb sind sie im Backup- und NAS-Umfeld noch immer verbreitet.

Inhalt:
  1. Seagate Ironwolf und WD Red Plus im Test: Die richtige Festplatte fürs NAS finden
  2. Auf die Stromkosten kommt es bei der HDD an
  3. Seagate Ironwolf, Ironwolf Pro, WD Red Plus: Verfügbarkeit und Fazit

Wir sehen uns drei aktuelle Modelle der beiden größten Vertreter auf dem immer kleiner werdenden Markt an: Die Ironwolf, Ironwolf Pro von Seagate und die WD Red Plus von Western Digital. Die drei Festplatten werden von den Herstellern explizit für den Einsatz in NAS-Systemen beworben. Wir vergleichen sie in den Punkten Leistung, Energiebedarf und Zuverlässigkeit.

Über die Form der drei Festplatten müssen wir nicht viele Worte verlieren. Es handelt sich um klassische Laufwerke im 3,5-Zoll-Format, die mit Standard-SATA-3-Interface und -Energieverbinder ausgestattet sind. Sie passen also in handelsübliche Midi- oder Big-Tower sowie NAS-Systeme mit 3,5-Zoll-Schächten und SATA-Anschluss. Die meisten NAS-Hersteller bieten diese an, da sie sich der anhaltenden Relevanz der 3,5-Zoll-HDDs natürlich bewusst sind.

Seagate Ironwolf 4TBSeagate Ironwolf Pro 16TBWD Red Plus 12TB
ModellST4000VN008ST16000NE000WD120EFAX
Typ3,5-Zoll-HDD (Sata 6 GBit/s)3,5-Zoll-HDD (Sata 6 GBit/s)3,5-Zoll-HDD (Sata 6 GBit/s)
Drehzahl5.900 rpm7.200 rpm7.200 rpm
Cache64 MByte256 MByte256 MByte
AufzeichnungsartCMRCMRCMR
MTBF (lt. Hersteller)1 Mio. Stunden1,2 Mio. Stunden1 Mio. Stunden
Workload Rate pro Jahr180 TByte/Jahr300 TByte/Jahr180 TByte/Jahr
Energiebedarf (lt. Hersteller)4,8 Watt7,6 Watt6,3 Watt
Energiebedarf (gemessen)5,5 Watt10 Watt9 Watt
Garantie3 Jahre5 Jahre3 Jahre
NAS-Festplatten im Überblick

Die beiden Seagate-Modelle unterscheiden sich in der Theorie vor allem durch ihren versprochenen Garantiezeitraum. Während die Ironwolf drei Jahre Garantie erhält, sind es bei der Pro-Version fünf Jahre. Bei der WD Red Plus sind ebenfalls drei Jahre Garantie angegeben.

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Alle drei Modelle setzen auf das traditionelle CMR-System, bei dem Sektoren standardmäßig nebeneinander auf den Plattern beschrieben werden. Im Endkundensegment ist auch SMR üblich, welches Sektoren enger zusammenlegt und teilweise überlappen lässt. Das ermöglicht mehr Speicherplatz auf den Plattern, ist aber im Worst Case mit mehr Arbeit für den Schreibkopf verbunden, da überlappende Sektoren teilweise neu beschrieben werden müssen. Entsprechend ist der Verschleiß bei SMR höher und ein Ausfall wahrscheinlicher.

Welche HDD ist schneller?

Die Ironwolf Pro und WD Red Plus werden von ihren Herstellern mit 7.200 Umdrehungen pro Minute betrieben. Das hören wir im Test auch. Die HDDs sind unter Last etwas lauter als die Ironwolf. Die WD Red Plus fällt zudem durch eine hörbare Unwucht auf, wodurch das bekannte Summen der schnell drehenden Platter entsteht. Die Ironwolf-HDDs scheinen in dieser Hinsicht etwas besser gelagert und daher im Dauerbetrieb leiser zu sein.

Unser Testmuster der Ironwolf dreht derweil mit 5.900 rpm, da es sich um das kleinere 4-TByte-Modell handelt. Alle größeren Versionen der Platte drehen allerdings ebenfalls 7.200 rpm schnell. Das sollte sich in der Praxis auf Lese- und Schreibraten auswirken. Auch die Latenz müsste beeinflusst werden. Um das zu überprüfen, haben wir die HDDs an einen Workstation-Rechner mit SATA-3-Schnittstelle (6 GBit/s) angeschlossen und den zuverlässigen Benchmark Crystaldiskmark 8 verwendet.

  • Die drei NAS-Festplatten passen in gewöhnliche 3,5-Zoll-Schächte. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die drei NAS-Festplatten passen in gewöhnliche 3,5-Zoll-Schächte. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • WD Red Plus 12TB (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • WD Red Plus 12TB (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf Pro (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf Pro (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Seagate Ironwolf (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Die drei Festplatten im Vergleich (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
  • Alle HDDs sind mit Standard-SATA-Interface ausgestattet. (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)
WD Red Plus 12TB (Bild: Oliver Nickel/Golem.de)

Die Ironwolf Pro ist hier das schnellste Modell und kann im sequentiellen Lesen und Schreiben 245 und 241 MByte/s erreichen. Hier machen sich der schnelle Motor und die damit einhergehenden geringen Zugriffslatenzen bemerkbar. Im Schnitt sind es 34 und 35 ms bei Lese- und Schreibzugriffen. Die WD Red Plus liegt an zweiter Stelle und kann 208 und 205 MByte/s im sequentiellen Lesen und Schreiben erreichen. Die Latenzen sind mit 40 und 41 ms etwas höher.

WD Red Plus 4 TB NAS 3.5" Interne Festplatte - 5.400 RPM Class, SATA 6 Gbit/s, CMR, 64 MB Cache

Auf dem letzten Platz ist Seagates Ironwolf-Platte mit 4 TByte Kapazität. Sie erreicht 188 und 190 MByte/s im sequentiellen Lesen und Schreiben und ist mit 106 ms Latenz zudem am reaktionsschwächsten. Die geringere Leistung kann etwa durch den geringeren Cache erklärt werden, der dem Produkt zur Verfügung steht. Das 4-TByte-Modell verwendet 64 MByte, während die beiden Kontrahenten jeweils 256 MByte Cache gestellt bekommen. Western Digital bietet in der höchsten Speicherkapazität von 14 TByte auch 512 MByte Cache. Darauf verzichtet Seagate bei der Ironwolf und Ironwolf Pro. Hier sind maximal 256 MByte Cache vorhanden, selbst bei der 18 TByte großen Ironwolf Pro.

Testgröße: 64 GByteSeagate Ironwolf (4 TByte)Seagate Ironwolf Pro (16 TByte)WD Red Plus (12 TByte)
Lesen/Schreiben (sequentiell, 16-MByte-Dateien)188/190 MByte/s245/241 MByte/s208/205 MByte/s
Lesen/Schreiben (random, 4 KByte-Dateien)1,2/1,15 MByte/s2,48/2,48 MByte/s1,38/5,45 MByte/s
IOPS Lesen/Schreiben (sequentiell, 16-MByte-Dateien)179/181 IOPS234/230 IOPS199/196 IOPS
IOPS Lesen/Schreiben (random, 4 KByte-Dateien)294/280 IOPS606/606 IOPS337/1.330 IOPS
Latenz Lesen/Schreiben (sequentiell, 16-MByte-Dateien)44/44 ms34/35 ms40/41 ms
Latenz Lesen/Schreiben (random, 4 KByte-Dateien)106/106 ms52/52 ms90/24 ms
Leistungsdaten der Seagate Ironwolf, Ironwolf Pro und WD Red Plus

Auffällig ist, dass alle HDDs beim Lesen und Schreiben vieler kleiner Dateien - hier 4-KByte-Blöcke - große Probleme haben. Das liegt generell in der Technik begründet, da Lese- und Schreibköpfe mechanisch bewegt werden müssen. Beide Seagate-Platten sind im Test zudem recht konstant langsam: mit etwa 1,2 (Ironwolf) und 2,5 (Ironwolf Pro) MByte/s im Lesen und Schreiben. Die WD Red Plus erreicht eine wesentlich bessere Schreibrate von 5,45 MByte/s und platziert sich mit 1,38 MByte/s im Lesen zwischen den beiden Seagate-Modellen.

Insgesamt würden wir sagen: Die drei Kontrahenten sind für herkömmliche NAS-Anwendungen allesamt ausreichend schnell. Wer möglichst viel Geschwindigkeit benötigt, etwa weil Backups, Snapshots und RAID-Sync besonders schnell abgeschlossen sein müssen, greift hier am ehesten zur Seagate Ironwolf Pro.

Doch wie sieht es mit der Zuverlässigkeit und dem Energiebedarf aus?

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Auf die Stromkosten kommt es bei der HDD an 
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jo-1 20. Mai 2021

volle Zustimmung - hab grade im Januar auf die DS 1821+ umgerüstet mit 6x 18 TB in Raid...

jo-1 20. Mai 2021

Hab im Januar überlegt mir die DS 1821+ zu holen und hab dann schweren Herzens erst mal...

BLi8819 14. Mai 2021

Damit läuft es dann auch ohne Quietschen und Knacken.

Smolo 11. Mai 2021

Ja da bin ich voll bei dir aber ob das in der Realität wirklich gemacht wird mag ich...

Sil53r Surf3r 11. Mai 2021

Ja. Dass das völlig inakzeptabel ist, hätte ich ergänzend anfügen sollen. Leider ist das...



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