SEA-Hack: FBI zahlt Millionen für Zugriff auf Microsoft-Daten

Hacker der regierungsnahen Syrian Electronic Army (SEA) haben einem US-Medium E-Mails und Rechnungen des FBI zugespielt. Die von Sachverständigen geprüften Dokumente zeigen, in welchem Umfang die US-Bundespolizei von Microsoft Nutzerdaten anfordert.

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Hack des Twitter-Kontos von Microsoft war nur ein Ablenkungsmanöver.
Hack des Twitter-Kontos von Microsoft war nur ein Ablenkungsmanöver. (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)

Die Journalisten von Daily Dot konnten Einblick in E-Mails und PDF-Rechnungen nehmen, die offenbar die Geschäfte mit Nutzerdaten zwischen dem FBI und Microsoft belegen. Vor der auszugsweisen Veröffentlichung der Dokumente hat die US-Site sie von Juristen und Wirtschaftswissenschaftlern prüfen lassen. Diese fanden keinen Hinweis darauf, dass die Unterlagen gefälscht sein könnten.

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Aus den Dokumenten geht hervor, dass sich Microsoft jede positiv beantwortete Anfrage nach Nutzerdaten von der US-Bundespolizei FBI mit 50 bis 200 US-Dollar bezahlen lässt. Dafür werden monatliche Rechnungen gestellt, die sich beispielsweise im August 2013 auf 352.200 US-Dollar beliefen und im folgenden November auf 281.000 US-Dollar. Hochgerechnet ergeben sich jedes Jahr einstellige Millionenbeträge. In den Screenshots der Unterlagen sind dabei Gerichts- und Durchsuchungsbeschlüsse von US-Behörden als rechtliche Basis angegeben.

Zugriff auf die Unterlagen erlangte nach Darstellung des Berichts die Syrian Electronic Army (SEA), die seit Jahren westliche Institutionen angreift. Die Dokumente sollen im Januar 2014 erbeutet worden sein, während das Hacker-Kollektiv einen Twitter-Account von Microsoft übernahm. Dies, so sagte ein Sprecher der SEA Daily Dot, habe nur als Ablenkungsmanöver für den Einbruch in die Mailkonten von Microsoft gedient.

FBI-Abteilung arbeitet auch für die NSA

Wie die von Microsoft bereitgestellten Daten vom FBI verwertet wurden und ob sie nur zur Strafverfolgung dienen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Daily Dot weist jedoch auf eine bereits im Juni 2013 veröffentlichte Folie der NSA aus dem Fundus von Edward Snowden hin. Für das zuerst bekanntgewordene Überwachungsprogramm Prism, das Daten direkt von großen Onlineunternehmen abzapft, war die FBI-Abteilung DITU der technische Dienstleister. Diese Digital Intercept Technology Unit ist auch die Behörde, an welche Microsoft seine Rechnungen gestellt hat. Das FBI gehört, ebenso wie die NSA, zur sogenannten Intelligence Community der USA, operiert also auch mit Methoden eines Geheimdienstes.

  • Auf Microsoft-Dienste wie Hotmail und Skype hat das FBI Zugriff. (Bild: Guardian)
Auf Microsoft-Dienste wie Hotmail und Skype hat das FBI Zugriff. (Bild: Guardian)
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Dass US-Unternehmen sich das Übermitteln von Nutzerdaten bezahlen lassen, ist indes nicht ungewöhnlich. Die Arbeit von Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten darf laut US-Grundsätzen Firmen nicht wirtschaftlich schädigen. Dass auch der Auslandsgeheimdienst CIA jährlich an US-Telefonunternehmen Millionen US-Dollar zahlt, hatte im November 2013 die New York Times aufgedeckt.

Sprecher von FBI und Microsoft wollten den Bericht von Daily Dot auf Anfrage des Mediums nicht kommentieren.

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