Sea Bubbles: Tragflächen-Elektroboote kommen nach Paris

Auf Flüssen gibt es keinen Stau. Alain Thébault und Anders Bringdal von Sea Bubbles wollen den Nahverkehr deshalb aufs Wasser verlegen - mit einem schnellen und sauberen Elektroboot. Im September werden diese Boote auf der Seine unterwegs sein.

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Sea Bubbles: Winter in Dubai und Miami
Sea Bubbles: Winter in Dubai und Miami (Bild: Sea Bubbles)

Das Boot darf schweben: Im September wird das französische Unternehmen Sea Bubbles sein elektrisch betriebenes Wasserfahrzeug in Paris testen. Tests in weiteren Metropolen sind für den Winter sowie das kommende Frühjahr geplant.

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Die Bubbles sind vier Meter lange und zwei Meter breite Wasserfahrzeuge mit Elektroantrieb. Bei einer Geschwindigkeit von 7,5 Knoten, etwa 12 Kilometern pro Stunde, hebt sich ein Bubble aus dem Wasser und fährt auf zwei U-förmigen Flügeln, sogenannten Foils.

Bubbles sind schnell und leise

Vorteil des Foilens ist der verringerte Reibungswiderstand. Er sinke um 40 Prozent, sagte Anders Bringdal vor einiger Zeit im Gespräch mit Golem.de. So soll ein Bubble eine Höchstgeschwindigkeit von 40 bis 50 Kilometern pro Stunde erreichen. Bringdal hat zusammen mit Alain Thébault die Bubbles entwickelt. Da die Boote elektrisch angetrieben werden, sind sie zudem leise.

Thébault und Bringdal haben die Bubbles als saubere öffentliche Nahverkehrsmittel konzipiert: Sie sollen auf Flüssen oder dem Meer in Großstädten eingesetzt werden. Per App können die Passagiere eine Fahrt buchen. Ein- und ausgestiegen wird an Haltestellen. Die Docks produzieren zudem den Strom für die Bubbles - mit Solarzellen sowie Wasserturbinen.

Kann auf der Seine gefoilt werden?

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Voraussichtlich vom 20. bis 30. September seien die Bubbles auf der Seine unterwegs, berichtet die französische Ausgabe des Wirtschafts-Onlinenachrichtenangebots Business Insider. Ob sie allerdings zum Foilen kommen, ist unklar: Die Bubbles dürfen - wie alle Wasserfahrzeuge in Paris - nicht schneller als zwölf Kilometer pro Stunde fahren.

  • Es foilt: Sea-Bubbles-Prototyp im Test (Bild: Sea Bubbles)
  • Das Wasserfahrzeug soll als Wassertaxi eingesetzt werden. (Bild: Sea Bubbles)
  • Es kann einen Steuermann und vier Passagiere transportieren. (Bild: Sea Bubbles)
Es foilt: Sea-Bubbles-Prototyp im Test (Bild: Sea Bubbles)

Danach sind weitere Auftritte geplant: Von Paris geht es nach Venedig, wo Sea Bubbles seine Entwicklung im Rahmen der Kunstausstellung Biennale di Venezia präsentiert. Im Winter wollen Thébault und Bringdal die Bubbles erst im arabischen Emirat Dubai, dann in Miami testen. Im Frühjahr 2018 sollen die Bubbles in San Francisco und New York gezeigt werden.

Auch Segelboote foilen

Das erste Tragflügelboot wurde 1906 gebaut. Lange wurde die Technik für Motorboote eingesetzt. Seit einigen Jahren haben auch Segelboote Foils, etwa die GC32-Katamarane der Extreme Sailing Series oder die AC45-Katamarane, mit denen kürzlich der America's Cup ausgetragen wurde.

  • Sea Bubbles sind elektrisch betriebene Tragflügelboote. (Bild: Sea Bubbles)
  • Ab einer Geschwindigkeit von 7 Knoten hebt sich das Boot aus dem Wasser und foilt. (Bild: Sea Bubbles)
  • Eingesetzt werden sollen die Sea Bubbles als Wassertaxis auf der Seine in Paris. (Bild: Sea Bubbles)
  • So könnte ein Sea Bubble von innen aussehen. Dieses hat allerdings nur vier Plätze. (Bild: Sea Bubbles)
  • Die beiden Gründer Alain Thébault (r.) und Anders Brindgal mit einem Sea-Bubble-Modell (Foto: Sea Bubbles)
  • Das Vorbild: das von Thébault gebaut Rekordboot Hydroptère (Foto: Sea Bubbles)
  • Foilender GC32-Katamaran: Der Reibungswiderstand verringert sich deutlich. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Das Vorbild: das von Thébault gebaut Rekordboot Hydroptère (Foto: Sea Bubbles)

Thébault ist Spezialist für Foiling-Technik: Er hat das Segelboot L'Hydroptère gebaut, mit dem er und Bringdal 2009 zum ersten Mal schneller als 100 Kilometer pro Stunde gesegelt sind. Die Erfahrungen, die das Team beim Bau des Rekordbootes gesammelt hat, sind in die Konstruktion der Sea Bubbles eingeflossen.

Für ihre Entwicklung wurden Bringdal und Thébault kürzlich ausgezeichnet: Sie erhielten den vom britischen Automobilhersteller Land Rover mit verliehenen Designpreis Born-Award in der Kategorie Technik und Innovation.

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