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scx_horoscope: Linux-Scheduler nutzt Astrologie zur Prozessverwaltung

Menschen lassen die Himmelskörper seit Jahrhunderten über ihr Leben entscheiden – warum also nicht auch über den Computer? Linux macht das einfach.
/ Johannes Hiltscher
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Linux-Maskottchen Tux im Einfluss der Astrologie (Bild: KI-generiert mit Grok)
Linux-Maskottchen Tux im Einfluss der Astrologie Bild: KI-generiert mit Grok

"Wenn das Universum unser Leben beeinflusst, warum nicht auch unser CPU-Scheduling?" Mit dieser ironischen Frage leitet Red-Hat-Entwickler Lucas Zampieri die Github-Seite des von ihm entworfenen Schedulers scx_horoscope(öffnet im neuen Fenster) ein. Ernst gemeint ist das selbstverständlich nicht, zeigt aber die Leistungsfähigkeit der Linux- sched_ext-Schnittstelle(öffnet im neuen Fenster) . Die nutzt Zampieri, über sie können Userspace-Anwendungen die Prozessverwaltung (Scheduling) des Kernels beeinflussen.

Verschiedene Prozessarten sind dabei jeweils einem Himmelskörper zugeordnet. Netzwerk und I/O stehen im Einfluss von Merkur, der energische Mars beeinflusst die Leistung CPU-lastiger Prozesse. Die Mondphasen bestimmen beim Scheduler nicht, wann ein guter Tag zum Fensterputzen ist, sondern beeinflussen die Leistung interaktiver Prozesse.

In der Astrologie sind die Planeten jeweils sogenannte Zeichenherrscher eines Tierkreiszeichens. Über Letztere werden teils zusätzlich Elemente zugeordnet(öffnet im neuen Fenster) . Die haben ebenso Einfluss auf das Scheduling wie die Rückläufigkeit(öffnet im neuen Fenster) des zugewiesenen Planeten. Während die Elemente kompatible Prozesse beschleunigen und inkompatible verlangsamen, hat die Rückläufigkeit nur negative Auswirkungen: Sie halbiert die zugewiesene Prozessorzeit.

Korrekte astronomische Daten als Grundlage

Damit beim Scheduling auch alles seine Richtigkeit hat, nutzt der in Rust geschriebene Scheduler die Bibliothek (crate) astro. Sie liefert genaue geozentrische Positionen der Planeten.

Die Interaktion mit dem Linux-Kernel erfolgt mittels BPF-Programmen (Berkley Packet Filter). Ausprobieren lässt sich der astrologische Scheduler grundsätzlich ab dem Linux-Kernel ab 6.12, der die sched_ext-Schnittstelle erstmals integrierte(öffnet im neuen Fenster) . Die Schnittstelle muss allerdings beim Erstellen des Kernels in der Kernel-Konfiguration aktiviert werden – bei Debian etwa ist das nicht der Fall. Ist das Verzeichnis /sys/kernel/sched_ext vorhanden, kann die Schnittstelle genutzt werden.

Veröffentlicht wurde scx_horoscope bereits im November 2025, allerdings ohne größere Resonanz. Das änderte sich, als kürzlich die Influencerin und Google-Forscherin Laurie Kirk darauf aufmerksam wurde.


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